Ein Lesebuch von Peter Lachmann. STARK PREISREDUZIERT!
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E. T. A. Hoffmann (1776–1822) wird spontan mit vielem in Zusammenhang gebracht: mit Preußen, Polen, Geistern und Geistersehern, mit Berlin, Königsberg, Bamberg, Dresden und Leipzig, mit Nussknackern und Kater Murr, Kapellmeister Kreisler und anderen Doppelgängern, übermäßigem Alkoholgenuss, skandalträchtigen Karikaturen und Liebschaften, mit Julia Marc, der Oper Undine und Offenbachs Hoffmanns Erzählungen. Dass er einen Teil seines unsteten Lebens in Schlesien zubrachte, dass er dort Texte schrieb, die über das hinausgehen, was man mit Hoffmann verbindet, ja, dass er unter dem Einfluss der schlesischen Aura zu einem eindrucksvollen Landschaftsmaler mit der Feder geworden ist – wobei auch die fantastische Seelenlandschaft des Autors wie seiner Protagonisten nicht zu kurz kam –, wissen zwar Hoffmannspezialisten. Doch scheint auch sie das Außerordentliche dieser Begegnung des großen deutschen Romantikers mit den, so Hoffmann selbst, »schönen romantischen Gegenden des Riesengebirges«, nicht so sehr gereizt zu haben wie Peter Lachmann, den Schriftsteller, (Video-) Theatermacher und Übersetzer. Er hat in diesem Buch erstmals die Texte Hoffmanns, die in Schlesien entstanden sind oder auf seine Schlesienaufenthalte Bezug nehmen, zusammengestellt und neu gelesen.

Pressestimmen

»Ganz sicher dürfte Hoffmann – trotz dieser Anthologie und ihres Titels – gegen jeden Verdacht erhaben sein, je den Rang eines Heimat- oder Regionaldichters beansprucht zu haben. Das bewahrte ihn wahrscheinlich auch davor, in einschlägige Schlesien-Anthologien Aufnahme zu finden, sehr zu unrecht allerdings und mit Verlust für diese Publikationen. Seine schlesienbezogenen Texte sind nicht nur ein Beweis dafür, dass er dieser Region vieles abgewinnen konnte, sondern auch dafür, mit welcher Selbstverständlichkeit er hier wie andernorts die eng gezogenen Grenzen hinter sich ließ und von jedem der einzelnen Orte – sei es nun Glogau, Bad Warmbrunn, Hirschberg oder den höher gelegenen Partien des Riesengebirges – direkte und indirekte, die Geografie ignorierende Abstecher in weit entfernte Zeiträume startet.«
Aus der Vorbemerkung von Peter Lachmann

»Als ich, aus der Allee heraustretend, den Flügelmann und König der Riesen anschaute, fand er es für gut, plötzlich einen dichten Schleier über das Haupt zu hängen, und wie auf sein Kommandowort taten sämtliche Vasallen desgleichen, so daß bald das herrliche Farbenspiel ihrer Kleider in mannigfachem Grün – Blau – Violett verborgen lag unter der aschgrauen Hülle. ›Ei, ei!‹ sprach ein Hirschberger neben mir. ›Ei, ei!‹ riefen mehrere unmutige Badegäste. ›Ei, ei!‹ rief auch ich.«
E.T.A. Hoffmann, Briefe aus den Bergen

Peter Lachmann beschäftigt sich seit langem mit E. T. A. Hoffmann, vor allem mit dessen Aufenthalt in Polen (1800–1807). Er produzierte in seinem experimentellen Videotheater »Poza« in Warschau das Triptychon E. T. A. Hoffmann in Płock, E. T. A. Hoffmann – von Płock nach Warschau und Hommage an E. T. A. Hoffmann (2004–2006), in dem er den Affinitäten zwischen Hoffmanns Doppelgänger-Modell und der eigenen Methode, den Schauspieler als multiples Subjekt agieren zu lassen, nachgeht. Als Jahresstipendiat des polnischen Kulturministers schrieb er 2004 das polnischsprachige Stück Opowiesci Pani Hoffmannowej (»Frau Hoffmanns Erzählungen «).

Er ist auch Autor einer Reihe von germanistischen Aufsätzen, Artikeln und Rundfunksendungen, die auf Hoffmann als Theaterdenker sowie auf den hohen Stellenwert des Romantikers im digitalen Zeitalter hinweisen. Intensität und Attraktivität des Hoffmannschen Erlebens und Beschreibens der konkreten schlesischen Ort- und Landschaften bildeten für Peter Lachmann das Hauptmotiv für die Beschäftigung mit den in diesem Band versammelten Texten.

DurchFlug – E. T. A. Hoffmann. Ein Lesebuch von Peter Lachmann. 328 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, bebildert, mit umfangreichem Anhang. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2011.
€ 1,00. ISBN 978-3-936168-49-5

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