Ein Essayband mit zahlreichen historischen und aktuellen Illustrationen. LEIDER VERGRIFFEN!
Danzig. Kohlenmarkt mit Stadttheater. Fotografie vor 1900
Rudolf Krauskopf, Fischer am Seestrand bei Nidden. Öl auf Leinwand, um 1920

Die Idee, ein neues, andersartiges »Lesebuch« über die historischen Kulturlandschaften Ost- und Westpreußen herauszugeben, geht zurück auf das Jahr 2001. Dieses Jahr wurde in Brandenburg und Berlin als »Preußen-Jahr« begangen. Auffällig dabei war, dass bei nahezu sämtlichen Veranstaltungen das Herzogtum Preußen, das spätere Ostpreußen, das nicht nur den Namen für das Königreich gab, sondern auch die Möglichkeit zur Erhebung zum Königtum geboten hatte, zumeist nur am Rande erwähnt wurde. Dies lag damals wohl in erster Linie darin begründet, dass Ostpreußen (und ebenso die anderen östlichen Provinzen Preußens) heute außerhalb Deutschlands liegen – in Polen, Litauen, in der Russischen Föderation, in Ländern also, die erst wenige Jahre zuvor durch die politische Wende im östlichen Europa in das Blickfeld des vereinten Deutschlands und Westeuropas zurückgekehrt waren.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa machte es sich daher zur besonderen Aufgabe, dem Publikum »Preußens vergessene Hälfte« zu präsentieren. In einer Reihe von Veranstaltungen wurde Preußens östliche Hälfte aus dem Blickwinkel der heutigen Bewohner der ehemaligen preußischen Lande vorgestellt. Im Vordergrund stand ihre Auseinandersetzung mit »preußischen Themen« und der Umgang mit dem »preußischen Erbe« in ihren Ländern. Eine erstaunliche Aufgeschlossenheit gegenüber einem über Jahrzehnte tabuisierten Thema, ein weites Spektrum von Reflexen in der Literatur, großes Interesse im Bereich der Forschung und der Denkmalpflege sowie Zeichen bürgerschaftlichen Engagements taten sich auf und überraschten durch ihre Vielfalt, Offenheit und Vorurteilsfreiheit. Eine kulturell begriffene Vorstellung von »Preußen« wurde sogar als verbindendes Element zwischen dem nordöstlichen Polen, Litauen und dem Kaliningrader Gebiet und als Brücke zum westlichen Nachbarn Deutschland bezeichnet.

Der vorliegende Band mit Essays über das alte Ost- und Westpreußen aus neuer Perspektive geht auf Anregungen aus den Veranstaltungen des Jahres 2001 zurück. Es ist ein »Lesebuch«, in dem alte und bekannte Themen, die quasi selbstverständlich zu (Ost-)Preußen gehören, neben andere, unbekannte und vergessene gestellt werden. Der Deutsche Orden, die Marienburg, Bernstein und Trakehner Pferde gehören geradezu kanonisch zu Ostpreußen, ebenso die Künstlerkolonie in Nidden und das Königsberger Schloss. Wer aber erinnert sich an das Häuschen von Immanuel Kant in Moditten? Was wissen wir über die Bedeutung jüdischer Familien in Ostpreußen? Wer kennt Fritz von Farenheid und sein Arkadien in Beynuhnen, von dem heute nur noch wenige Steine übrig geblieben sind? Und was wissen wir von der Literatur der Kaschuben, von den litauischen Bücherträgern?

Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland, Polen, Litauen, Russland und Tschechien zeigen, ergänzt durch historische und aktuelle Illustrationen, ein erweitertes und vielschichtiges Bild von den alten Kulturlandschaften im Osten der preußischen Monarchie. Der Essayband über vermeintlich »alte« Themen bietet ungewöhnliche und überraschende An- und Einsichten, die die Lektüre zu einem ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Erlebnis machen. (Zitat aus dem Vorwort)

KulturLandschaft Ost- und Westpreußen. 360 Seiten, Klappenbroschur, mit zahlreichen Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Zeittafel, Ortsnamenkonkordanz und umfangreichem Register. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2005.
ISBN 978-3-936168-19-8 | LEIDER VERGRIFFEN!

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