Erstaufnahmen von Kammermusik aus dem 18. und 19. Jahrhundert, produziert vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und veröffentlicht in der Profil-Edition Günter Hänssler.
1

Online-Blättern oder Herunterladen

Die vielfältige Kulturgeschichte des östlichen Europa birgt bis heute zahlreiche vergessene und wenig wahrgenommene Schätze, die in den Zeiten konkurrierender Nationalismen und später auch ideologischer Kulturdoktrinen verschüttet wurden. Die vielfältigen Aktivitäten im Europäischen Kulturerbejahr 2018 der EU unter dem Motto SHARING HERITAGE zeigen, welchen Stellenwert die Pflege des gemeinsamen kulturellen Erbes heute hat.

Die Musik ist seit jeher eine Welt, in der nationale Grenzen und sprachliche Barrieren durchlässig sind. Die Musiker gehören schon immer zu jenen besonderen Menschen, die Grenzen überschreiten und die sich ihrem Publikum, sei es die große Öffentlichkeit oder ein kleiner Kreis von Kennern und Liebhabern, in der Sprache der Musik mitteilen. In scheinbarem Widerspruch dazu steht die Vorstellung von nationalen Musiktraditionen, die in der Epoche der europäischen Nationalismen Konjunktur hatte und noch bis heute wirksam ist. Die historische Wirklichkeit ist viel reicher und interessanter: Die Symbolfiguren der nationalen Musikstile wie Frédéric Chopin, Pjotr Tschaikowski oder Bedřich Smetana schöpften ihre Inspiration eben nicht nur aus der Tradition ihrer unmittelbaren Heimat, sondern aus dem Kontakt mit der übernationalen musikalischen Praxis ihrer Zeit. Über das Musikleben etwa in St. Petersburg, Warschau oder Prag vor dem Auftreten dieser nationalen Komponisten wissen wir nicht viel.

Dies ist das Feld, in dem die Fundstücke unserer musikalischen Entdeckungsreise im östlichen Europa liegen. Die Werke des St. Petersburger Komponisten Anton Ferdinand Titz, des Moskauers Franz Xaver Gebel und des Warschauers Joseph Elsner sind freilich einzelne exemplarische Schätze, die das Deutsche Kulturforum östliches Europa mit seinen auf den Profil-Edition Günter Hänssler veröffentlichten CDs präsentieren kann. Es gibt noch viel Schönes und Überraschendes in der Kultur- und Musikgeschichte der Städte und Regionen Europas (und nicht nur Europas) zu entdecken.

Online-Blättern oder Herunterladen

Herausgeber: Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V.
Berliner Straße 135, D-14467 Potsdam
© 2018
Text: Dr. Klaus Harer, Redaktion: Dr. Vera Schneider
Umschlagfoto: © Sabine Wild
Gestaltung und Satz: Anna Mer/Anton Sokolowski
Druck und Bindung: diedruckerei.de