Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung findet in tschechischer Sprache statt und wird nicht gedolmetscht.
In den Monaten um das Ende des Zweiten Weltkriegs war Gewalt allgegenwärtig. Die alliierten Armeen ziehen durch Europa und vor ihnen Ströme von Flüchtlingen, oft Frauen, Kinder und alte Menschen. In den befreiten Ländern wird abgerechnet und eine neue Ordnung vorbereitet. Miloš Doležal beschreibt in seinen »dokumentarischen Erzählungen« im Band 1945: Léto běsů (»1945: Sommer der Dämonen«) die Ereignisse und Schicksale dieser Zeit auf tschechischem Gebiet und stellt sie durch seine Recherchen in einen größeren Kontext. Elfi Conrad zeigt in ihrer autobiografisch inspirierten Novelle Als sei alles leicht das Schicksal von Frauen zwischen den Fronten – auf der Flucht aus Niederschlesien über Böhmen in den Westen – und insbesondere ihren Aufenthalt in einem tschechischen Internierungslager. Beide Bücher stellen Mosaiksteine der Ereignisse am Kriegsende dar, über die wir noch immer nicht alles wissen und die sich auch auf unser heutiges Leben auswirken.
Miloš Doležal. Foto: © Jan BartošMiloš Doležal, geb. 1970, ist Dichter, Schriftsteller und Journalist, der sich in seinen publizistischen Werken vor allem mit dem Schicksal vergessener, vom kommunistischen oder nationalsozialistischen Regime verfolgten Personen befasst. Das Buch 1945: Léto běsů erschien 2022 im Verlag Host und ist der dritte Teil einer Erzählungstetralogie über die schicksalhaften Perioden in der Tschechoslowakei. Das einfühlsame und meisterhaft geschriebene Mosaik der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Spiegelbild einer Epoche, die nur selten einen gerechten Umgang mit dem vorausgegangenen Unrecht fand.
Elfi Conrad. Foto: privat
Elfi Conrad, geb. 1944, studierte Musik und Germanistik in Hamburg. Sie lebt in Karlsruhe, wo sie unter anderem an der Pädagogischen Hochschule tätig war. 2023 veröffentlichte sie ihren ersten, beim Lesepublikum erfolgreichen Roman Schneeflocken wie Feuer. Ihr zweites Buch Als sei alles leicht aus dem Jahr 2025 erschien wie ihr erstes im Verlag mikrotext und bietet anhand der Geschichte von Dora, ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrer neugeborenen Tochter einen eindrücklichen Einblick in das Leben von Frauen zwischen den Fronten des Krieges, Sexualität, Körperlichkeit und familiärem Zusammenhalt.
Moderation: Jan Vondrouš, Collegium Bohemicum
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem
Adalbert Stifter Verein München und dem
Collegium Bohemicum.
Im Rahmen von Deutsch-tschechische Familiengeschichten, einer Veranstaltungsreihe des Deutschen Kulturforums zum Jahr der tschechischen Kultur anlässlich des Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse 2026
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern.
| Datum | Do, 12.03.2026 |
| Zeit | 17:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Ja |
Oblastní muzeum Ústí nad Labem – Regionalmuseum Aussig
Masarykova 1000, 400 01 Ústí nad Labem, Tschechien
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