Rund um den Auftritt Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse ist auch in München unter dem Titel »Servus & Ahoj« viel geboten – eine Ausstellung, Musik und Lesungen von Kateřina Tučková bis Jaroslav Rudiš.
Süddeutsche Zeitung, 15.09.2026

von Antje Weber

[…] Deutsch-tschechische Familiengeschichten hat auch die Schriftstellerin Markéta Pilátová im Gepäck: In ihrem Roman Die Nester erzählt sie die Geschichte eines jungen Deutschböhmen, der Ende des 19. Jahrhunderts aus Liberec/Reichenberg nach Brasilien auswanderte – damals keine Ausnahme: Die Nachfahren nennen sich heute noch »Bohemios« und sprechen neben Portugiesisch auch Deutsch (12.11., Philologicum).

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Fantasie kennt keine Grenzen – auch der slowakische Schriftsteller Lukáš Cabala besitzt davon reichlich. Direkt an der Grenze zu Tschechien liegt seine Heimatstadt Trenčín. Denkst du noch an Trenčín?, lautet der Titel seines Romans, auf Deutsch im jungen Münchner Allee-Verlag erschienen. Spätestens nach der Lektüre des Buches möchte man dringend in die diesjährige Kulturhauptstadt Europas reisen. Wenn dort tatsächlich so viele Menschen die Schichtungen der Geschichte durchdringen wie dieser Autor, wenn dort tatsächlich Zeit und Raum so durchlässig sind und ja, wenn dort Cabalas Utopie von bücherlesenden Menschen allüberall in der Stadt wahr werden sollte – dann nichts wie hin! Zunächst allerdings kann man sich auch von einem Abend mit dem Autor am 11. November in der Buchhandlung Kubula inspirieren lassen. Gemeinsam mit seinem nicht minder fürs Surreale begabten Prager Kollegen Michal Ajvaz werden die beiden vermutlich die Grenzen der Wirklichkeit leichtfüßig hinter sich lassen. […]

Wie die tschechische Literatur sich in München präsentiert
Der gesamte Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung