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Nowak, Włodzimierz: die nacht von wildenhagen. aus dem Polnischen von Joanna Manc. 300 S., geb. mit Schutzumschlag. Berlin: Eichborn, 2009. € 19,95 (D) / sFr 35,90. ISBN 978-3-8218-5829-6

Deutsche Erstausgabe

Im Mai 2010 gab das Deutsche Kulturforum östliches Europa bekannt, dass Włodzimierz Nowak mit der Übersetzerin Joanna Manc für das Buch »Die Nacht von Wildenhagen. Zwölf deutsch-polnische Schicksale« mit dem Ehrenpreis des Georg Dehio-Buchpreises 2010 ausgezeichnet wird. Die feierliche Preisverleihung findet am 23. September 2010 in Berlin statt. ›››

»Anhand von zwölf Schicksalen erzählt Włodzimierz Nowak von der komplexen Beziehung zwischen Polen und Deutschen. Seine Reiseberichte entfalten dabei eine ungeheure Sogwirkung. Schonungslos offen, nie sentimental, oft schmerzhaft, aber auch unterhaltsam erzählt Nowak von seinen Begegnungen mit den Menschen der Grenzregion, die vom Leben an der deutsch-polnischen Grenze berichten.

Als Włodzimierz Nowak Adelheid M. trifft, ist sie bereits 65 Jahre alt. Doch immer noch hat sie Angst – Angst vor der Erinnerung an die Nacht, in der die Mütter und Großmütter des Ortes erst ihre Kinder und Enkelkinder, dann sich selbst mit Messern, Schlingen und Seilen umbrachten – aus Angst vor den einmarschierenden Russen. Adelheid überlebte, weil ein sowjetischer Soldat sie rechtzeitig rettete. 50 Jahre nach der Schreckensnacht von Wildenhagen: An der deutsch-polnischen Grenze entlang der Neiße gibt es unzählige Schleuser, die gegen Geld Flüchtlinge aus Russland, Sri Lanka oder Afghanistan nach Deutschland führen. Nowak hat einen von ihnen aufgesucht – den 23-jährigen Arek Banecki. Ohne seine illegale Arbeit würden die Baneckis nicht überleben können.

Włodzimierz Nowak, Jahrgang 1958, ist seit 16 Jahren Reporter der gazeta wyborcza – derselben Zeitung, in der auch Ryszard Kapuściński seine Reiseberichte veröffentlichte, dessen Schüler Nowak war. Die in die nacht von wildenhagen versammelten Reportagen entstanden zwischen 1997 und 2006. Im Jahr 2008 wurde das Buch für den wichtigsten polnischen Literaturpreis – Nike – nominiert.

Joanna Manc wurde 1959 in Gdingen (Gdynia) geboren. 1968 reiste sie mit ihrer Familie in die Bundesrepublik aus, wo sie Germanistik, Romanistik und Slawistik studierte. Seit 1996 ist sie freie Übersetzerin für polnische Literatur. Joanna Manc lebt in Frankfurt am Main.«
(Quelle: eichborn Verlag)