Nach dem Zerfall der Sowjetunion kamen Anfang der 1990er Jahre viele Russland-deutsche und jüdische Kontingentflüchtlinge nach Brandenburg, in ein Land, das sich selbst mitten im Umbruch befand. Irina Holzmann und Alexander Kogan sprechen über Erwartungen und Enttäuschungen, nicht anerkannte Abschlüsse und Fremdheitserfahrungen ebenso wie über Neuanfänge und den Aufbau eigener Gemeinschaften. Dabei geht es auch um die Frage, was »Ankommen« nach mehr als dreißig Jahren bedeutet und ob es jemals abgeschlossen ist.
Irina Holzmann. Foto: privatIrina Holzmann kam 1994 mit ihrer Familie als Spätaussiedlerin aus Kasachstan nach Brandenburg. Da ihre akademischen Abschlüsse nicht anerkannt wurden, konnte sie ihren früheren Beruf als Lehrerin nicht ausüben und ließ sich zur Heilpädagogin umschulen. Seit über zwanzig Jahren arbeitet sie hauptamtlich in der Migrationsberatung des Bundes der Vertriebenen in Berlin und Brandenburg. Unter ihrer Leitung wurde 2006 der Verein Kontakt Eberswalde e.V. gegründet, dort ist sie als Referentin für Integration und Soziales tätig. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit wurde sie 2023 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Alexander Kogan. Foto: privatAlexander Kogan kam in den frühen 1990er Jahren aus der Ukraine nach Brandenburg. Er ist Facharzt für Orthopädie und führt eine eigene Praxis in Potsdam. Zudem hat er sich um die Wiederbelebung jüdischen Gemeindelebens in Brandenburg große Verdienste erworben. Er war Gründungsvorsitzender der 1991 entstandenen ersten jüdischen Gemeinde in Potsdam seit der NS-Zeit und der Shoah. Auch beim Bauvorhaben für ein neues Synagogenzentrum in Potsdam, das 2024 eingeweiht wurde, spielte er eine wichtige Rolle.
Olaf Glöckner studierte Israelwissenschaften, Neuere Geschichte und Jüdische Studien an der Humboldt-Universität Berlin und an der Universität Potsdam. Seine Arbeitsschwerpunkte als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ) Potsdam sind: Gesellschaft und Gegenwart, Russisch-jüdische Emigration und Zuwanderung; Europäisches Judentum nach 1989. Seit 2003 arbeitet er als Mitarbeiter am internationalen Forschungsprojekt des MMZ: »Russisch-jüdische Zuwanderung nach Israel, Deutschland und in die USA im Vergleich«.
Eine Veranstaltung in der sechsteiligen Reihe Transformationen. Die 1980er/1990er Jahre in Brandenburg – Potsdamer Gespräche 2026, zu der das Forum Neuer Markt einlädt. Alle Veranstaltungen: siehe PDF am Fuß der Seite.
Im Rahmen der diesjährigen Potsdamer Gespräche möchten die hier versammelten Forschungs-, Kultur- und Bildungseinrichtungen über das Thema »Transformationen. Die 1980er/1990er Jahre in Brandenburg« sprechen. In den 1980er und 1990er Jahren hat sich Brandenburg grundlegend verändert. Im Rahmen der Potsdamer Gespräche möchten wir in diesem Jahr über die sichtbaren Spuren dieser Transformationen in den Städten und in der Gesellschaft sprechen. Dabei geht es sowohl um Architektur und Städtebau als auch um den Abzug der Militärs und den Zuzug von Menschen aus Osteuropa. Auch die Friedliche Revolution lässt sich bis heute in der Stadtgeschichte nachvollziehen. Wie dieser Wandel die Gesellschaft geprägt hat, welche Bilder wir noch aus jener Zeit im Kopf haben und wie wir daran erinnern wollen, möchten wir gemeinsam mit unserem Publikum sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Bürgerschaft diskutieren.
Diese sechste Veranstaltung der Reihe wird organisiert vom
Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Einstein Forum und dem Moses Mendelssohn Zentrum.
Leibniz Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Irmgard Zündorf
E-Mail: zuendorf@zzf potsdam.de
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Zum Flyer der Veranstaltungsreihe
PDF auf der Website des Leibniz Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
| Datum | Mi, 18.11.2026 |
| Zeit | 18:00 Uhr |
| Eintritt | frei, ohne Anmeldung |
| Barrierefrei | Ja |
Einstein Forum
Am Neuen Markt 7, 14467 Potsdam, Deutschland
Adresse mit Google Maps öffnen.