Es ist Ende Sommer. Die Felder sind weit, die Dörfer halbverlassen, und irgendwo in dieser mitteleuropäischen Stille wartet ein Haus auf Martin – ein Erbe, das er nicht wollte. Tomáš Hubáček siedelt seinen Film im Sudetenland an, jener Grenzregion, aus der die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden. Die Wunden davon sind nicht verheilt, nur unsichtbar geworden: abgebrochene Dörfer, verwachsene Gartenanlagen, eine Vergangenheit, die sich Bahn bricht, ob man es will oder nicht.
Martin will das Erbe abstoßen. Dann begegnet er Agnes – einer rätselhaften Frau, die aus dem Nichts auftaucht und sich in sein Haus setzt, als sei sie hier schon immer zu Hause gewesen. Erst ihr Verschwinden zwingt ihn hinzusehen: Eine alte Karte, im Haus gefunden, führt ihn in eine vergessene Welt, über Jahrhunderte gewachsen und durch Vertreibung und landwirtschaftliche Kollektivierung ausgelöscht. Hubáček komponierte auch die Musik selbst – darunter die Klänge einer barocken Orgel aus einem verfallenen Schloss und die Zither, jenes Instrument, das die Vertriebenen einst mitnahmen und das nun wieder in dieser Landschaft klingt.
Kameramann Alan Soural verwandelt die welligen Felder und Vulkankegel der Region in einen hypnotischen Erinnerungsraum. Hubáček nennt es einen Mystery-Film auf der Grenze zwischen Realität und Irrationalität – kein Traum, keine Metapher, sondern eine Erinnerungslandschaft, in der sich das Verdrängte langsam Bahn bricht.
Der Film wird im Rahmen der Sektion SPECTRUM des 36. FilmFestival Cottbus (FFC) gezeigt.
Geschichten, die das Leben schrieb – vom Camping-Abenteuer in Kaschubien bis zum moldawischen Eastern aus den 1990er-Jahren. Genreübergreifend fühlt das »Spektrum« der Zeit auf den Zahn. Autobiografisch geprägt, horrormäßig überspitzt, dokumentarisch empathisch, zwischen den Schatten der Vergangenheit und einer Gegenwart, die keinen kalt lässt: Wie sieht der extreme Alltag in der Ukraine für die Betroffenen aus? Was passiert, wenn man Menschen in ein Land abschiebt, in dem sie nie zu Hause waren? Was bedeutet »Stalking« eigentlich wirklich? Mit dabei: der Gewinnerfilm des MIOB New Vision Award und die Vorab-Premiere des allerneuesten rbb-Polizeiruf 110. Mitten im realen Leben, mal mit augenzwinkernder Distanz, mal mit dem Finger in der Wunde.
Teil der langjährigen Zusammenarbeit des Kulturforums mit dem FFC ist eine internationale Jugendbegegnung. Da tschechische und polnische Schülerinnen und Schüler anwesend sind, wird das Filmgespräch in englischer Sprache stattfinden.
weitere Informationen zum Film auf der Website des Filmfestival Cottbus 2026
Tickets für 7,50 Euro
an der Abendkasse
oder auf
eservix
zzgl. 2,00 € Servicegebühr und ggf. Versandkosten
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem
36. FilmFestival Cottbus
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Wirbel
Dienstag, 3. November 2026
16:00 Uhr
Filmtheater Weltspiegel Cottbus
| Datum | Sa, 07.11.2026 |
| Zeit | 10:30 Uhr |
| Eintritt | 7,50 Euro |
| Barrierefrei | Ja |
Filmtheater Weltspiegel Cottbus
Rudolf-Breitscheid-Straße 78, 03046 Cottbus/Chóśebuz, Deutschland
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