Das Hoffmeister-Quartett interpretiert Werke von Komponisten, die von Wien aus die Gattung des Streichquartetts in die Metropolen des östlichen Europa brachten. Lemberg (poln. Lwów – ukr. Lwiw), heute die wichtigste Stadt in der westlichen Ukraine, war um 1800 die Hauptstadt des Kronlandes Galizien und Lodomerien in der östlichen Peripherie des Habsburgerreiches.
Der aus Schlesien stammende Joseph Elsner (1769–1854) kam nach seiner musikalischen Ausbildung in Wien als Kapellmeister an das Lemberger Theater, das damals von einer deutschen und einer polnischen Truppe bespielt wurde. Gleichzeitig etablierte er sich hier als Komponist von Kammermusik, die er für die musizierenden Eliten der Stadt schrieb. Später ging er nach Warschau, wo er als Lehrer einer ganzen Generation von polnischen Komponisten und Sängern wirkte.
Franz Gebel (1787–1843), der ebenfalls aus Schlesien stammte, wirkte nach seiner Ausbildung in Wien in verschiedenen Städten der habsburgischen Kronländer, u. a. auch in Lemberg, bis er 1817 nach Moskau ging. Hier wirkte er als Musikpädagoge und Organisator von Musikabenden, bei denen vor allem die Kammermusik der Wiener Klassiker propagiert wurden.
Anton Ferdinand Titz (gest. 1810), war bereits ab den 1780er Jahren am kaiserlichen Hof in St. Petersburg als Violinvirtuose tätig. Er galt als Schüler Joseph Haydns und begründete die Streichquartett-Tradition im Russländischen Reich.
Anton Ferdinand Titz (gest. 1810)
Streichquartett a-Moll, aus den Trois Quatuors (1802)
Joseph Elsner 1769–1854)
Streichquartett d-Moll, op. 8, Nr. 3
*** Pause ***
Franz Gebel (1787–1843)
Streichquartett D-Dur
Hoffmeister-Quartett
Moderation: Klaus Harer
Das Hoffmeister-Quartett wurde im Jahr 2002 mit dem Ziel gegründet, die Streichquartette der Klassik und Frühromantik in ihrer kaum erschlossenen Vielfalt wiederzuentdecken und im Klang ihrer Zeit aufzuführen. Benannt nach Franz Anton Hoffmeister, dem Zeitgenossen, Freund und Kollegen von Mozart und Haydn, nimmt das Ensemble neben berühmten Werken Haydns, Mozarts und Beethovens immer auch Streichquartette der zahlreichen we-niger bekannten Meister ihrer Zeit in seine Programme auf. Am ersten Pult des Hoffmeister-Quartetts wechseln sich die in Hannover ansässigen Geiger Ulla Bundies und Christoph Heidemann ab, aus Berlin kommen die Bratschistin Aino Hildebrand und der Cellist Martin Seemann. Konzertreisen führten das Hoffmeister-Quartett nach Belgien und in die Niederlande, nach Polen, Russland und in die Ukraine sowie nach Japan.
In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa hat das Hoffmeister-Quartett sämtliche zwölf Streichquartette von Anton Ferdinand Titz, die zwei Streichquartette von Franz Gebel und Joseph Elsners Quartette op. 8 auf CD eingespielt.
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Mendelssohn-Gesellschaft Berlin
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
| Datum | Do, 22.10.2026 |
| Zeit | 19:30 Uhr |
| Eintritt | 20,– Euro | 15,– Euro ermäßigt |
| Barrierefrei | Ja |
Mendelssohn-Remise Berlin
Jägerstr. 51, 10117 Berlin, Deutschland
Adresse mit Google Maps öffnen.