Der eine schuf für die Ehre Gottes, der andere für die Menschen, damit sie wissen, wie zerbrechlich unsere Menschlichkeit ist. Beide inspirierte die Möglichkeit einer Wiederbelebung ihrer Seele durch ihr künstlerisches Schaffen.
Der deutsche Komponist Johann Sebastian Bach und der tschechische Schriftsteller Arnošt Lustig, hier in einem dramatischen Kontrapunkt, in dem der Melodie einer der schönsten Kantaten das bislang unveröffentlichte Gedicht "Schevirat hakelim" (hebr. "Das Zerschlagen der heiligen Gefäße") des bekannten Prosaikers und Zeitzeugen des Holocaust gegenübergestellt wird, das während seines 21-jährigen Exils in den Vereinigten Staaten entstand. Ob der Autor beabsichtigte, dieses Gedicht mit seinem eindeutigen Bezug zur jüdisch-mystischen Tradition der Kabbala jemals zu veröffentlichen, bleibt eine offene Frage. Die zentralen Themen sind der Zerfall der menschlichen Welt, die Funken der Menschlichkeit und die Kraft der Literatur, einschließlich der Poesie als „emotionales Gedächtnis des Menschen“. Die Erinnerung kann zwar die Vergangenheit nicht wiedergutmachen, aber sie kann die Welt, die danach kommt, zum Besseren verändern. Ein Werk, das die Wahrheit offenbart, „mit der man versuchen kann, wieder zu leben“. Die Kantate Ich habe genug (BWV 82) für Solobass, Oboe und Streicher komponierte Johann Sebastian Bach 1727 nach dem Text eines unbekannten Autors.
Der Tanz der Wahnsinnigen ist eine Metapher dafür, wie man das Unaussprechliche erfassen kann. Ob Arnošt Lustig wollte, dass dieses Gedicht das Licht der Welt erblickt, werden wir nie erfahren. Entscheidend für den Autor war die tiefe Bedeutung der Prosa als „emotionales Gedächtnis des Menschen“. Idee und Drehbuch der Aufführung stammen von Eva Lustigová, Tochter des Schriftstellers, Regisseurin und Leiterin des Stiftungsfonds Arnošt Lustig.
Idee und Drehbuch
Eva Lustigová, Tochter des Schriftstellers, Regisseurin und Leiterin des Arnošt Lustig Stiftungsfonds
Vortragende
Dagmar Pecková
Emil Rovner
Thomas Birnstiel
Musikalische Interpretation
Mitglieder der Südböhmischen Philharmonie Budweis/České Budějovice (Vojtěch Spurný, Dirigent und Cembalo, Martin Týml, 1. Violine, Michaela Šikutová Vyoralová, 2. Violine, Eva Horváth, Viola, Jiří Šlechta, Violoncello, Hana Tauerová, Oboe)
Marie Kopecká Verhoeven, Mezzosporan
Regie
Eva Lustigová
Eine Veranstaltung des Stiftungsfonds Arnošt Lustig in Kooperation mit dem
Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem
Kulturreferenten für die böhmischen Länder am
Adalbert Stifter Verein München und dem sm
c Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Im Rahmen des FestivAL100! und von
Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Donnerstag, 18. Juni 2026
Kultur- und Begegnungszentrum »Ariowitsch-Haus« e.V., Leipzig
weitere Informationen
| Datum | Do, 01.10.2026 |
| Zeit | 18:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Nein |
smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz, Deutschland
Adresse mit Google Maps öffnen.