Die multiethnisch geprägte Region der Bukowina, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. Das vielsprachige Erbe des »Europa im Kleinen« inspiriert Kulturschaffende bis heute. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos, Rose Ausländer oder Paul Celan ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden.
Seit Jahrzehnten forscht die Autorin Mariana Hausleitner zu dieser Region. . Hier zeichnet sie die historischen Grundzüge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich, als Deutsche und Juden einwanderten, und die Zwischenkriegszeit, als die Region an Rumänien kam, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gezogen. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
Mariana Hausleitner stellt ihr Buch zusammen mit Prof. Dr. Ileana-Maria Ratcu, Germanistin und Dozentin am Germanistikdepartment der Fremdsprachenfakultät der Universität Bukarest vor.
PD Dr. Mariana Hausleitner (geb. 1950 in Bukarest/București, Rumänien), Studium der Geschichte, Politologie und Russistik an der Freien Universität Berlin (FU Berlin), nach dem Studium Referendarin am Gymnasium und Arbeit an ihrer Dissertation, 1987 Promotion an der Universität Bremen mit der Doktorarbeit Nationale Frage in der rumänischen Arbeiterbewegung vor 1924, ab 1991 Assistentin an der Freien Universität Berlin, 2001 Habilitation mit einer Arbeit zur Rumänisierung in der Bukowina 1918–1944, Gastprofessuren in Berlin, Klagenfurt und München, 2003–2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, 2009–2011 Kuratorin der Ausstellung Polizei im NS-Staat im Deutschen Historischen Museum, Berlin. Zahlreiche Publikationen.
Prof. Dr. Ileana-Maria Ratcu Studium der Germanistik und der Rumänistik an der Universität Bukarest. 2005 Promotion mit einer Arbeit über die multikulturelle Landschaft der Bukowina am Beispiel des Lebens und Wirkens von Teodor Bălan, Historiker und Archivar der Bukowina. Zwischen 1994-2013 Lehrkraft am Institut für Archivistik, Bukarest. Seit 2013 Lektorin und gegenwärtig Dozentin am Germanistikdepartment der Fremdsprachenfakultät der Universität Bukarest. Seit 2023 Direktorin des Germanistikdepartments an der Fremdsprachenfakultät, Universität Bukarest. Forschungsinteressen: Synchronische und diachronische Linguistik; Rumäniendeutsch; deutsche Urkundensprache in Rumänien; Interkulturalität in Siebenbürgen und in der Bukowina.
Teodor Bălan, istoric și arhivist al Bucovinei, Târgoviște 2013
Deutschsprachige Urkunden aus Siebenbürgen, Saarbrücken 2013
als Mitherausgeberin/-autorin: Rumäniendeutsch, Identität(en) und Lebensbilder. Siebenbürgen und Altreich, Berlin 2022
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Friedrich Schiller Bukarest und dem Germanistikdepartment der Fremdsprachenfakultät der Universität Bukarest
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen unseres Jahresthemas 2026: Galizien und Bukowina. Zwei außergewöhnliche Kulturlandschaften
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
| Datum | Mi, 29.04.2026 |
| Zeit | 18:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Ja |
Kulturhaus Friedrich Schiller Bukarest | Casa de cultură Friedrich Schiller București
Strada Batiștei 15, București 030167, Rumänien
Adresse mit Google Maps öffnen.