Europaweit wurden Eisenbahnen, die zunächst als Transportmittel für die Industrie gedient hatten, ab den 1830er Jahren ein allgemeines Verkehrs- und Reisemittel. Die neuartige Geschwindigkeit der mechanischen Verkehrsmittel ließ die natürliche Welt immer mehr schrumpfen. Ein Teil der damaligen Zeitgenossen bejubelte die Züge als technische Garanten für Völkerverständigung und Frieden. Ein anderer Teil empfand jedoch das schnelle Dahingleiten als Verlust und trauerte den langsam verschwindenden Kutschen hinterher.
Die Umbrüche, die das neuartige Eisenbahnwesen mit sich brachte, kommentierte Joseph von Eichendorff bereits um 1850 mit skeptischem Kopfschütteln:
»Diese Dampffahrten rütteln die Welt, die eigentlich nur noch aus Bahnhöfen besteht, unermüdlich durcheinander wie ein Kaleidoskop, wo die vorüberjagenden Landschaften, ehe man noch irgendeine Physiognomie gefasst, immer neue Gesichter schneiden, der fliegende Salon immer neue Sozietäten bildet, bevor man noch die alten recht überwunden.«
(aus der Collage von R. Schieb).
In der szenischen Lesung werden literarische Zitate über Zugfahrten, Eisenbahnlinien und Bahnhöfe im östlichen Europa ergänzt und verbunden durch kulturhistorische Kommentare. Diese Collage hat die Autorin Roswitha Schieb verfasst.
Eine Veranstaltung des
Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Eisenbahn-Postkarten-Museum in Oschatz
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern.
| Datum | Di, 03.03.2026 |
| Zeit | 17:00 Uhr |
| Eintritt | frei |
| Barrierefrei | Ja |
Eisenbahn-Postkarten-Museum – Oschatz Südbahnhof
Freiherr-vom-Stein-Promenade, 04758 Oschatz, Deutschland
Adresse mit Google Maps öffnen.