Unter dem Titel »Alles bleibt anders. Transformationserfahrungen seit 1989/90« möchte die 18. Geschichtsmesse in Suhl beleuchten, wie sich die andauernden Transformationsprozesse der deutschen Einheit auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die demokratische Kultur auswirken. Wie vollzieht sich Transformation zwischen individueller Biografie und politischer Gestaltung? Wie schlagen sich Umbrüche in Medienbildern und Erinnerungskulturen nieder? Welche Unterschiede gibt es zwischen urbanen und ländlichen Räumen? Dazu und zu vielen anderen Themen erwarten die Teilnehmer auf der Geschichtsmesse 2026 ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Diskussionen und Lesungen.
Das dreitägige Forum bietet Gelegenheit, sich über neue Ausstellungen, Jugendprojekte, Veranstaltungen, Multimediaprojekte und Publikationen zu informieren. Im Rahmen der parallelen Projektpräsentationen werden aktuelle Vorhaben präsentiert. Alle Beiträge der Geschichtsmesse werden auch im Lesebuch der Geschichtsmesse mit einem kurzen Text vorgestellt. Beliebtes Anlaufziel sind die Informationsstände auf dem »Markt der Möglichkeiten«. Für alle Teilnehmer ist zudem eine Exkursion nach Suhl geplant, um dort Orte der Transformation kennenzulernen.
Das Kulturforum stellt sein Projekt »Auf trockenen Halbinseln – Grenzräume Mitteleuropas« von Regionalforscher Dawid Smolorz und Fotograf Thomas Voßbeck vor. Die Grenzen in Mitteleuropa entstanden häufig als Produkt von Konflikten oder willkürlichen Entscheidungen und wurden meistens über den Köpfen der Menschen hinweg gezogen. Schon ein flüchtiger Blick auf die Landkarte zeigt, dass es nicht wenige Stellen gibt, an denen die Grenzführung aus verschiedenen Gründen einen besonderen Charakter hat: Das Gebiet eines Landes ist dort nämlich von mehreren Seiten vom fremden Staatsgebiet umgeben. Das Leben in solchen »trockenen Halbinseln« war schon immer anders, meistens schwieriger, aber auch spannender als im Landesinneren.
Vor allem in der Zeit des kalten Krieges und der kommunistischen Diktaturen konnte man die Grenze um sich herum nicht übersehen und gar nicht ignorieren – dies galt auch für die Grenzgebiete »sozialistischer Bruderstaaten«. Heute spürt und sieht man in den Landzungen, die innerhalb des Schengener Raumes liegen, wohl am deutlichsten, dass der Traum von einem Europa ohne trennende Grenzen vor unseren Augen in Erfüllung gegangen ist.
Das Projekt schildert in verschiedener Form Erfahrungen von Menschen, die in von fremdem Staatsgebiet umgebenen mitteleuropäischen Landzungen leb(t)en. Ziel des Projekts ist es, die Prägung der Orte durch den jeweiligen Grenzverlauf zu recherchieren und über einen Alltag zu erzählen, in dem Grenzen Schicksale beeinflussten und auch heute noch steuern. Erst wenn man Berichte von Menschen gehört hat, die mit ihren Nachbarn, die in Sichtweite lebten, nicht sprechen und sich nicht ohne Weiteres besuchen konnten, wird man sich völlig bewusst, welches Geschenk wir mit den durchlässigen EU-Binnengrenzen bekommen haben.
Das Projekt wurde gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
An einem gemeinsamen Stand mit dem Verein Berliner Unterwelten informiert das Deutsche Kulturforum über aktuelle Veranstaltungen, in Arbeit befindliche Publikationen und digitale Angebote. Über Ihren Besuch freuen wir uns!
18. Geschichtsmesse der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Ansprechpartner: Michael Wellmann
T. +49 (0)30 319895-215
E-Mail:
Web: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de
Donnerstag, 26. Februar 2026
vom Bahnhof Suhl zum Ringberg Hotel
10:30 Uhr, 11:40 Uhr und 12:30 Uhr
Samstag, 28. Februar 2026
vom Ringberg Hotel zum Bahnhof Suhl
13:00 Uhr und 13:50 Uhr
Die 18. Geschichtsmesse 2026 in Suhl ist eine Veranstaltung der
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Das
Deutsche Kulturforum östliches Europa nimmt in Zusammenarbeit mit dem
Verein Berliner Unterwelten e. V. teil.
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern.
| Datum | Do, 26.02.2026 |
| Ende | 28.02.2026 |
| Eintritt | Kostenfrei |
| Barrierefrei | Nein |
Ringberg Hotel Suhl
Ringberg 10, 98527 Suhl, Deutschland
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