Hauptpreis | Förderpreis | Preisverleihung | Jury | Veranstaltungen

Der Georg Dehio-Kulturpreis 2026 des Deutschen Kulturforums östliches Europa geht in diesem Jahr an den Publizisten, Sachbuchautoren und Filmproduzenten Herrmann Pölking für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens. Mit dem Förderpreis wird der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung der Preise findet am 8. Oktober 2026 in Berlin statt.
Hauptpreis
Die siebenköpfige Jury kürte Hermann Pölking zum Träger des Hauptpreises.
Hermann Pölking. Foto: © Be.Bra Verlag
In der Begründung dieser Entscheidung heißt es:
Filmplakat: Ostpreußen. Entschwundene Welt»Der Georg Dehio-Kulturpreis 2026 – Hauptpreis wird dem Publizisten, Sachbuchautor und Filmproduzenten Herrmann Pölking für seine filmische Visualisierung der Geschichte Ostpreußens verliehen. Grundlage für seine beeindruckenden Filmproduktionen wurden Pölkings materialgesättigten und wiederholt aufgelegten Bücher über Ostpreußen. Bereits 2014 entstand die Filmdokumentation Ostpreußen – Panorama einer Provinz, in der Pölking über 300 Minuten dokumentarisches Filmmaterial über Ostpreußen veröffentlichte, darunter sehr viele neu entdeckte und erstmals der Region zugeordnete Quellen. Der Film Ostpreußen – Entschwundene Welt, die komprimierte 100-Minuten-Fassung dieser Quellensammlung, kam 2025 in die deutschen Kinos. In einem gekonnten Arrangement wird die ostpreußische Kulturlandschaft mit ihren Städten und Naturschönheiten, ihren Häfen und Badeorten porträtiert. Malerische Impressionen, ethnographisch anmutende Versatzstücke und Bilder der Propaganda zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung der Region in der NS-Zeit. Bilder von den Zerstörungen des Jahres 1945 und ihrer Folgen für die Menschen lassen keine nostalgische Verklärung aufkommen. Die Intentionen und Kontexte der jeweiligen Filmquellen werden in sachlichen Begleitkommentaren erläutert. Pölkings filmische Annäherung an die Vergangenheit Ostpreußens ist ein zentraler und bleibender Beitrag zum visuellen Gedächtnis der »entschwundenen Welt«
Förderpreis
Die Entscheidung für den Förderpreis fiel auf den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V.
Links: Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland auf der Leipziger Buchmesse 2023. V.l.n.r: Artur Böpple (hier unter seinem Schriftstellernamen Artur Rosenstern), Melitta L. Roth und Ira Peter | Rechts: Seit 1995 gibt der Literaturkreis der Deutschen aus Russland einen Almanach mit ausgewählten literarischen Beiträgen seiner AutorInnen und einiger Gäste heraus.
Aus der Begründung der Jury:
»Der Georg Dehio-Kulturpreis 2026 – Förderpreis wird an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. verliehen. Er würdigt dessen bereits über 30 Jahre anhaltendes Engagement für Literatinnen und Literaten, die als Spätaussiedler aus den Staaten der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen. Der Literaturkreis setzt sich dabei auch für junge Stimmen der zweiten und dritten Generation der Spätaussiedler ein und ermutigt sie zu einer selbstbewussten Entwicklung ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten. Durch öffentliche Lesungen, Publikationen, Schulungen und Nachwuchsförderung schafft er nachhaltige Strukturen für literarisches Schaffen und macht damit die Literatur der Russlanddeutschen sichtbarer. Damit verschafft er dieser Bevölkerungsgruppe, die in der Sowjetunion Repression und Marginalisierung erfuhr und in der Bundesrepublik bis heute noch zu wenig Beachtung findet, eine ihrer Bedeutung adäquate Sichtbarkeit. Der Literaturkreis trägt dazu bei, diese Perspektiven in den kulturellen Diskurs einzubringen und Erinnerungskultur zu gestalten. Seine kontinuierliche Arbeit verbindet Tradition und Gegenwart und stärkt die Vielfalt der deutschsprachigen Literatur.«
Mit dem vom Deutschen Kulturforum östliches Europa verliehenen Georg Dehio-Kulturpreis, der in diesem Herbst zum zwölften Mal vergeben wird, werden Persönlichkeiten und Initiativen geehrt, die sich in vorbildlicher Weise mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa bewahrend, zukunftsorientiert und im partnerschaftlichen Dialog auseinandersetzen.
Der Preis wird vom Bundesministerium des Inneren mit 7.000 € (Hauptpreis) und 3.000 € Förderpreis (dotiert).
Preisverleihung
Die feierliche Verleihung der Preise findet am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin statt.
Weitere Informationen folgen.
Zusammensetzung der Jury
- Karoline Gil, ifa, Stuttgart (Vorsitzende)
- Dr. Mateusz Hartwich, Historiker, Berlin
- Dr. Ruth Slenczka, Pommersches Landesmuseum, Greifswald
- Dr. Olivia Spiridon, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Tübingen
- Edwin Warkentin, Kulturreferat für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Detmold
- Prof. Dr. Matthias Weber, Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
- Prof. Dr. Paul Zalewski, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Begleitveranstaltungen
Mit beiden Preisträgern finden möglichst zeitnah zur Preisverleihung Begleitveranstaltungen statt. Sobald die Daten dafür feststehen, folgen weitere Informationen.
weitere Informationen zu Hermann Pölking
www.filmportal.de
deutsch, englisch
www.neuelloyd.com/ostpreussen-entschwundene-welt
Informationen zum Film auf der Website der Produktionsfirma, deutsch
www.bebraverlag.de
deutsch
Der Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. im Internet
www.literaturkreis-autoren-aus-russland.de
deutsch
acebook.com/portal.russlanddeutsche.literatur
deutsch
Das Kulturforum wird gefördert vom
Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

»Der Georg Dehio-Kulturpreis 2026 – Förderpreis wird an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e. V. verliehen. Er würdigt dessen bereits über 30 Jahre anhaltendes Engagement für Literatinnen und Literaten, die als Spätaussiedler aus den Staaten der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen. Der Literaturkreis setzt sich dabei auch für junge Stimmen der zweiten und dritten Generation der Spätaussiedler ein und ermutigt sie zu einer selbstbewussten Entwicklung ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten. Durch öffentliche Lesungen, Publikationen, Schulungen und Nachwuchsförderung schafft er nachhaltige Strukturen für literarisches Schaffen und macht damit die Literatur der Russlanddeutschen sichtbarer. Damit verschafft er dieser Bevölkerungsgruppe, die in der Sowjetunion Repression und Marginalisierung erfuhr und in der Bundesrepublik bis heute noch zu wenig Beachtung findet, eine ihrer Bedeutung adäquate Sichtbarkeit. Der Literaturkreis trägt dazu bei, diese Perspektiven in den kulturellen Diskurs einzubringen und Erinnerungskultur zu gestalten. Seine kontinuierliche Arbeit verbindet Tradition und Gegenwart und stärkt die Vielfalt der deutschsprachigen Literatur.«