Der Artikel unserer Redakteurin Renate Zöller über den Prager Großstadtwinzer der Gründerzeit Moritz Gröbe und sein Erbe für die heutige Generation überzeugte die deutsch-tschechische Jury.
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Renate Zöller bei ihrer Dankesrede. Foto: © Ondřej Stanĕk

Die Redakteurin unseres Magazins KK - Kulturkorrespondenz östliches Europa, Renate Zöller, wurde am vergangenen Freitag, d. 12. November 2021, in Brünn/Brno für ihren Artikel Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit mit dem Deutsch-tschechischen Journalistenpreis 2021 in der Kategorie »Text (DE)« ausgezeichnet. Ihre Reportage erschien in der März/April-Ausgabe 2021 der KK (№ 1422). Renate Zöller erinnert darin an den Magnaten Moritz Gröbe, der vor 150 Jahren im Prager Stadtteil Wrschowitz/Vršovice die verwunschen-romantischen Havlíček-Gärten/Havlíčkovy sady mit Weinanbau anlegen ließ – und wie sein Erbe heute fortgeführt und weiterentwickelt werden soll.

 Der Artikel über »Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit« in der KK-Ausgabe vom März April 2021 und seine Autorin. Fotos: © Deutsches Kulturforum östliches Europa Der Artikel über »Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit« in der KK-Ausgabe vom März April 2021 und seine Autorin. Fotos: © Deutsches Kulturforum östliches Europa

In der Laudatio von Dr. Anneke Hudalla, Mitglied der Preis-Jury, heißt es:

»Renate Zöllers Verdienst besteht nicht nur darin, Gröbes Vermächtnis für eine deutsche Leserschaft ausgegraben und einen neuen, abenteuerlichen Ort für den nächsten Prag-Besuch entdeckt zu haben. Was der Jury besonders gefallen hat, sind die vielen Bögen, die sie im Text immer wieder höchst souverän und elegant schlägt: Zwischen der Familiengeschichte der Gröbes und der Wirtschaftsgeschichte Böhmens; zwischen dem ehrwürdigen historischen Erbe der Königlichen Weinberge und den sehr entspannten Kelter-Experimenten, die der Winzer Pavel Bulánek heute auf dem Weinberg anstellt.«

Auch Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa e.V., des Herausgebers der Kulturkorrespondenz, gratulierte Zöller und lobte ihren KK-Artikel:

»Gut, dass so deutsche Spuren und Geschichte im östlichen Europa eine Öffentlichkeit finden.«

Die Preisträgerin selbst bedankte sich und hob hervor:

»Ich finde Erbe immer dann schön, wenn’s nicht ins Regal gestellt wird und verstaubt und schön angesehen wird, sondern eben lebt, man was damit macht. Wenn dann eben die Prager in den Stadtpark  Havlíčkovy sady gehen und Wein aus diesem historischen Weinberg trinken und das vielleicht auch noch reflektieren – dann finde ich das klasse.«

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds zeichnet gemeinsam mit den Journalistenverbänden in Deutschland (DJV) und Tschechien (Syndikát novinářů) seit 2016 alljährlich Journalistinnen und Journalisten aus, die durch differenzierte, hintergründige und einordnende Berichterstattung zum besseren Verständnis zwischen Deutschen und Tschechen beitragen. Prämiert werden herausragende deutsche wie tschechischsprachige Beiträge aus den Kategorien Text, Audio und Multimedia. Mit dem Sonderpreis »Milena Jesenská« werden darüber hinaus aktuelle Beiträge gewürdigt, die sich mit Zivilcourage, Verständigung und Toleranz auseinandersetzen. Aus insgesamt 91 eingereichten Beiträgen hatte die Jury die Finalisten für den Deutsch-tschechischen Journalistenpreis 2021 ausgewählt.

Die Jury

Die Jury des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises setzt sich aus Journalistinnen und Journalisten zusammen, die langjährige Erfahrungen mit den Beziehungen beider Länder haben und deren Sprachen sprechen:  Vojtěch Berger, Peter Brod, Daniel Brössler, Libuše Černá, Adam Černý, František Černý, Michael Hiller, Dr. Anneke Hudalla, Karel Hvížďala, Bogna Koreng, Dr. Peter Lange, Lída Rakušanová, Christoph Scheffer, Prof. Dr. Frank Überall und Blanka Závitkovská.

Bei der feierlichen Preisverleihung am Freitagabend in der Markthalle am Brünner Krautmarkt wurden in Anwesenheit zahlreicher Journalisten, Ehrengäste und der breiten Öffentlichkeit insgesamt 13 deutsche und tschechische Autorinnen und Autoren mit insgesamt acht Preisen ausgezeichnet. Der Festakt wurde live nicht nur im Tschechischen Fernsehen übertragen, sondern konnte auch von deutschen Zuschauern des Fernsehsenders MDR mitverfolgt werden. Wir Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Kulturforum östliches Europa gratulieren ganz herzlich!

Gewinnerbeiträge – Renate Zöller: Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit
Weitere Informationen auf der Website des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises | mit Video

Prags Großstadtwinzer der Gründerzeit
Wie das Erbe von Moritz Gröbe auch heute weiterbesteht und getrunken wird.
März/April 2021 – Kulturkorrespondenz östliches Europa № 1422 | Von Renate Zöller