Mit der neuen CD, die beim Label Coviello Classics erscheint, setzt das Deutsche Kulturforum östliches Europa seine Veröffentlichung musikalischer Fundstücke fort. Martin Seemann (Violoncello) und Mira Lange (historischer Hammerflügel) stellen vergessene Meisterwerke zweier Komponisten vor, die Mitte des 19. Jahrhunderts das Musikleben St. Petersburgs prägten.
Heinrich Stiehl und Carl Schuberth. zeitgenössische Abbildungen
Die deutschen Komponisten Heinrich Stiehl und Carl Schuberth hat es im 19. Jahrhundert weit in die Welt hinausgeführt. Beide lebten und wirkten eine Zeit lang in St. Petersburg: Schuberth als Cellist, Pädagoge, Musikdirektor der Universität und Dirigent der Kaiserlichen Hofkapelle. Stiehl zunächst als Organist an der evangelischen St. Petrikirche. Schuberth widmete seine Sonate op. 43 dem Cellisten Karl Dawydow und dem Pianisten Anton Rubinstein. Als Rubinstein Direktor des von ihm mitbegründeten Konservatoriums in St. Petersburg wurde, berief er Stiehl als Orgelprofessor. Dort unterrichtete der gebürtige Lübecker u.a. den jungen Peter Tschaikowsky im Fach Orgel. Seine Sonate op. 37 widmete er dem älteren Kollegen Schuberth. 1860 erhielt das Werk den Preis der Deutschen Tonhalle in Mannheim und hat deshalb den Beinamen Preis-Sonate.

Für das Ensemble WUNDERKAMMER füllen die beiden Sonaten die Lücke im Cello-Repertoire zwischen Felix Mendelssohn und Johannes Brahms. Die CD wurde unter der Leitung von Moritz Bergfeld (Coviello Classics) im Schloss Bad Krozingen aufgenommen. Aufnahme und Veröffentlichung wurden ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa (Potsdam) und dem Verein der Freunde des Ensembles WUNDERKAMMER.
Heinrich Stiehl (1829–1883)
Preis-Sonate für Pianoforte und Violincello a-Moll, op. 37
Prize-Sonata for Pianoforte and Violincello A minor, op.37
| 1 | I. Allegro appassionata | 12:10 |
| 2 | II. Scherzo | 06:49 |
| 3 | III. »Lass o Welt, o lass mich sein!« – Ansante sostenuto III. »Let oh world, oh let me be« – Ansante sostenuto | 05:51 |
| 4 | IV. Finale – Allegro molto | 06:34 |
Carl Schuberth (1811–1863)
| 5 | L'Adieu. Grand Nocturne élégiaque für zwei Violincelli und Klavier, op. 6 L'Adieu. Grand Nocturne élégiaque for two cellos and piano, op. 6 | 07:22 |
Carl Schuberth
Grande Sonate für Pianoforte und Violincello D-Dur, op. 43
Grande Sonate for Pianoforte and Violincello in D major, op. 43
| 6 | I. Allegro moderato | 09:36 |
| 7 | II. Intermezzo – Andante Scherzo | 06:35 |
| 8 | III. Finale – Allegro vivace | 08:31 |
| Total Time: | 01:03:32 |
Ausführende
Martin Seemann, Violoncello
Mira Lange, Hammerflügel
Bettina Messerschmidt, Violoncello
© Anja Moeller
Martin Seemann ist wie Mira Lange Mitglied des 2013 in Berlin gegründeten Ensembles WUNDERKAMMER. Er studierte bei Wolfgang Böttcher in Berlin und Ivan Monighetti in Basel und konzertiert auf dem modernen sowie barocken Violoncello. Als Solist und Ensemblemusiker im Hoffmeister-Quartett sucht er systematisch nach neuem Repertoire.
© Anja Moeller
Seine Klavierpartnerin Mira Lange studierte Cembalo und Blockflöte in Frankfurt am Main, ist Preisträgerin des Telemann-Wettbewerbs in Magdeburg und konzertiert in zahlreichen Ensembles wie WUNDERKAMMER sowie mit astrophil & stella und der Lautten-Compagney.
www.ensemble-wunderkammer.com
© Christian Brühwieler
Bettina Messerschmidt lebt in Basel, hat sich nach Studien und Konzerttätigkeit in Berlin, Schwerin und Frankfurt (Oder) seit dem Jahr 2000 vor allem auf die historische barocke Praxis konzentriert. Sie ist regelmäßig u. a. in Projekten der J. S. Bach-Stiftung, der DomMusik St. Gallen und bei La Scintilla (Opernhaus Zürich) engagiert.
www.messerschmidt-cello.ch
Carl Schubert & Heinrich Stiehl: Romantische Violoncello-Sonaten | Cello Sonatas of the romantic period
Aufnahme/Recording: 2025, Schloss Bad Krozingen.
Aufnahmeproduzent/Recording Producer: Moritz Bergfeld
Bearbeitung/Editing: José Cárdenas
Edition: Coviello Classics, 2026
Booklet: de / en
Medium: CD / HD Download
COV 92609