Interview mit Maike Wetzel, der Stadtschreiberin von Pécs
Ines Gruber
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Budapester Zeitung • 03.08.2010

Die Kulturhauptstadt Pécs ist seit Anfang Juli um eine Attraktion reicher. Die vom Deutschen Kulturforum östliches Europa und dem Management-Zentrum von Pécs 2010 ernannte Stadtschreiberin Maike Wetzel macht Pécs auch im Internet bekannter. Die Budapester Zeitung sprach mit ihr über das Schreiben, Ungarn und Kulturhauptstädte.

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Budapester Zeitung: Was macht man als Stadtschreiber und worüber schreiben Sie?

Maike Wetzel: Ich schreibe einen Internet-Blog, den ich komplett frei gestalten kann. Konkrete Themen weiß ich im Moment eigentlich nicht, obwohl es einige gibt, die ich mir noch aufhebe, aber da sticht wirklich nichts hervor. Ich mache das nicht allzu akademisch. Die Idee dahinter ist, dass ein lockerer, kultureller Bericht über die Stadt entsteht. Meine Herangehensweise ist einfach: Ich tue so, als wäre ich ein Marsmensch, der in Ungarn gelandet ist. Aber ich schreibe nicht nur über die Kulturhauptstadt an sich, sondern auch über kleinste Begebenheiten und die Eigenheiten der Ungarn. Zum Beispiel über die Toilettenfrau, die mir über 80 Forint großartig eine Quittung mit Stempel ausstellt. Sachen eben, die bei Ausländern Erheiterung erzeugen, weil sie für sie unverständlich sind. […]