Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa
Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Die Reformation in der Folge des sogenannten Thesenanschlags Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche 1517 bildet unbestritten einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte. Vor allem erfasste diese Entwicklung rasch alle Landstriche östlich Kursachsens, in denen deutsch gesprochen wurde, und strahlte von dort auf die Nachbarländer aus – so auch nach Schlesien

Schlesien gehört zu den Kernländern der Reformation. Seit den 1520er Jahren breitete sich die Lehre Martin Luthers im Bürgertum und im niederen Adel aus und fand bald auch unter den schlesischen Fürsten einflussreiche Förderer. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts waren drei Viertel der Gemeinden Schlesiens evangelisch geworden.

In der Auseinandersetzung mit der Gegenreformation konnte sich der schlesische Protestantismus behaupten, selbst als große Teile der Bevölkerung – während des 30jährigen Krieges auch mit Mitteln der Gewalt – zum Katholizismus zurückgeführt wurden. Die im Westfälischen Frieden 1648 garantierten drei Friedenskirchen bildeten den Ausgang für eine Konsolidierung der lutherischen Konfession. Sie waren die Grundlage für die seit dem 18. Jahrhundert redensartlich gewordene »schlesische Toleranz« in einem bikonfessionellen Land.

Die Ausstellung verfolgt die Geschichte der Protestantismus in Schlesien in der Epoche der Industrialisierung und durch die Katastrophen und Bewährungen des 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ein »roter Faden« ist die Frage nach der Aktualität des Protestantismus und seiner Geschichte in einem heute überwiegend katholischen Land. Gerade die polnische evangelische Minderheit wurde seit den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit den heimatvertriebenen schlesischen Protestanten und der Evangelischen Kirche in beiden deutschen Staaten zu einem Träger der deutsch-polnischen Versöhnung.  

Stationen der Ausstellung

06.03. bis 08.10.2017
Haus Schlesien, Königswinter

10.12.2016 bis 12.03.2017
Schlesisches Museum zu Görlitz

Wanderausstellung

Aus Anlass des 500. Jahrestags des Beginns der Reformation 2017 will das Deutsche Kulturforum östliches Europa mit mehreren Wanderausstellungen dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland und in den heute betroffenen Ländern ins Bewusstsein rufen: Sieben Ausstellungsmodule, meist mehrsprachig, werden sukzessive ab Herbst 2016 präsentiert. Durch den Verweis auf das östliche Europa soll zugleich dem Themenjahr »Reformation und die eine Welt« der Lutherdekade Rechnung getragen werden, das die europa- und weltweiten Bezüge des Reformationsgeschehens in den Mittelpunkt stellt.

Die Wanderausstellung »Reformation im östlichen Europa« besteht aus einer Überblicksdarstellung sowie sechs Regionalmodulen:

  • Polen-Litauen und Preußenland (dt./poln.)

  • Pommern und Ostbrandenburg (dt./poln.)

  • Schlesien (dt./poln.)

  • Die Böhmischen Länder (dt./tschech.)

  • Slowakei/Oberungarn (dt./slow./ung.)

  • Siebenbürgen (dt./rum./ung.).

(Die ersten Stationen wurden im September eröffnet, bis Frühjahr 2017 folgen alle weiteren Module.)

Eine Wanderausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jahresthemas 2017: Mehr als Luther. Reformation im östlichen Europa

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