Alena Mornštajnová – Hana
Eine Lesung in der Veranstaltungsreihe »Tschechien erlesen: Deutsch-tschechische Familiengeschichten«

Alena Mornštajnová – Hana Platzhalterdarstellung für ausgewählte Veranstaltungen

In ihrem dritten Roman, für den sie mit dem Preis Česká kniha 2018 ausgezeichnet wurde, erzählt Alena Mornštajnová die bewegte Geschichte dreier Generationen einer deutsch-jüdisch-tschechischen Familie in den Jahren 1933 bis 1963, wobei sie sich vom wahren Leben inspirieren ließ. Der Roman hat bisher keinen deutschen Verlag, Auszüge wurden von Raija Hauck ins Deutsche übersetzt.

Im Winter 1954 in der tschechischen Stadt Meziříčí: obwohl es die Mutter streng verboten hatte, geht die neunjährige Míra zum vereisten Fluss, um sich auf Eisschollen treiben zu lassen und fällt dort ins Wasser. Als sie pitschnass nach Hause kommt, weiß die Mutter Bescheid. Zur Strafe bekommt Míra am nächsten Tag als einzige der Familie keine Nachspeise. Diese harmlose Begebenheit wächst sich in den folgenden Tagen zu einer Katastrophe aus, die Míra den Boden unter den Füßen wegzieht und ihr Schicksal für lange Jahre mit dem ihrer unnahbaren Tanta Hana verbindet. Diese ist depressiv und nur noch ein Schatten ihrer selbst. Mit einer falschen Entscheidung hatte sie im Jahr 1938 ungewollt schwerste Schuld auf sich geladen, mit der sie bis heute nur schwer leben kann. Nach und nach kommt Míra hinter das Geheimnis ihrer Tante und erfährt vom tragischen Schicksal ihrer deutsch-jüdischen Vorfahren.

Alena Mornštajnová und das Cover der tschechischen Ausgabe ihres Romans <i>Hana</i><small>Foto: © Dana Blatná Literary Agency</small>

Nach der politischen Wende von 1989 begann eine junge Generation von tschechischen Intellektuellen alte Tabus zu hinterfragen und unbefangen auf die komplizierte deutsch-tschechische Geschichte des 20. Jahrhunderts zu schauen. Zu ihnen gehören mehrere Autorinnen, die Perspektivwechsel vornahmen und bis dahin unbekannte Geschichten erzählten. Einige von ihnen stellen das Deutsche Kulturforum östliches Europa und das Tschechische Zentrum Berlin in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe vor.

Lesung und Gespräch mit der Autorin in tschechischer und deutscher Sprache

Eintritt

frei

Lesereihe »Tschechien erlesen: Deutsch-tschechische Familiengeschichten«

Anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Leipziger Buchmesse 2019 veranstaltet das Deutsche Kulturforum östliches Europa gemeinsam mit dem Tschechischen Zentrum Berlin eine Reihe von Lesungen von Autorinnen, die in ihren Werken die deutsch-tschechische Geschichte des 20. Jahrhunderts thematisieren. Die NS-Herrschaft im Protektorat Böhmen und Mähren, die Deportation und Ermordung der Juden, die Vertreibung der Deutschen und das Leben der Verbliebenen spiegelt sich in den persönlichen Schicksalen ihrer Figuren.

Weitere Lesungen und Gespräche in der Reihe:

Dienstag, 22. Januar 2019, 19:00 Uhr
Nela Rywiková, Děti hněvu | Kinder des Zorns
Tschechisches Zentrum Berlin

Dienstag, 12. März 2019, 19:00 Uhr
Podium mit Alena Mornštajnová und Kateřina Tučková
Haus Dacheröden Erfurt

Mittwoch, 13. März 2019, 19:00 Uhr
Kateřina Tučková, Gerta. Das deutsche Mädchen
Tschechisches Zentrum Berlin

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und dem Buchpreis Česká kniha

Datum Mo, 26.11.2018
Zeit 19:00 Uhr
Eintritt Kostenfrei
Barrierefrei Nein
Tschechisches Zentrum Berlin – Eingang Mohrenstraße

Tschechisches Zentrum Berlin – Eingang Mohrenstraße
Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin, Deutschland Adresse mit Google Maps öffnen.

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