Identität und Integration | Nur noch Restexemplare!
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60 Seiten, brosch., Duaton, mit 15 Abb. und einer Kartentasche, € [D] 0,00, ISBN-10: 3-936168-09-1. ISBN-13: 978-3-936168-09-9

Dokumentation des Potsdamer Forums vom 27.02.2003 im Alten Rathaus Potsdam

Über zwei Millionen Aussiedler sind in den vergangenen Jahren aus der ehemaligen UdSSR nach Deutschland gezogen. Jährlich kommen etwa 90.000 dazu. In der Bundesrepublik treffen die »Russlanddeutschen« zunehmend auf Misstrauen und Unverständnis. Trotz ihrer Abstammung werden die Nachfahren der deutschen Kolonisten, die seit dem 18. Jahrhundert nach Russland auswanderten, bei uns meist als Ausländer und Fremde wahrgenommen. In den Medien ist diese Bevölkerungsgruppe fast ausschließlich in Berichten über den Missbrauch des deutschen Sozialsystems, über Jugendbanden und über Arbeitslosigkeit in tristen Vorstädten präsent. Auch die Politik hat die schwierige Integration der Deutschen aus Russland in unsere Gesellschaft als Thema entdeckt, mit dem sich in Wahlkämpfen Emotionen wecken lassen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Eingliederung der Aussiedler in die deutsche Gesellschaft nicht allein mit administrativen Maßnahmen erreichen lässt. Nicht nur die Aussiedler sind gefragt, sich zu integrieren, auch wir sollten uns intensiver mit den Belangen dieser Gruppe befassen. Dabei wird immer deutlicher, dass sich ohne die Kenntnis ihrer Geschichte die Integration der Russlanddeutschen nicht erreichen lässt.

Was wissen wir heute von der tragischen Geschichte der Deutschen in der UdSSR? Wie stehen wir zu der Selbstverpflichtung, Aussiedler deutscher Abstammung auch in Zukunft bei uns aufzunehmen? Welche Wege führen zu gegenseitigem Verständnis, zu einem lebendigen Dialog und zu einer gelungenen Integration? Wie lernen wir, die Erfahrungen der Russlanddeutschen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung unserer Kultur wahrzunehmen? Wie stellen wir uns das Leben und die Zukunftsperspektiven der in Russland und Zentralasien verbliebenen Deutschen vor?

Über diese und andere Fragen diskutierten auf dem Potsdamer Forum am 27. Februar 2003 Jelena Hoffmann, Mitglied des Deutschen Bundestages, Prof. Barbara John, Beauftragte für Migration und Integration des Senats von Berlin, Ulla Lachauer, Historikerin und Dokumentarfilmerin, Rita Pauls, gebürtig in Karaganda, arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin in Stuttgart, und Dr. Gerd Stricker, Slawist und Historiker. Das Gespräch wurde moderiert von Dr. Henning von Löwis of Menar, Redakteur beim Deutschlandfunk.

Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe Potsdamer Forum lädt das Deutsche Kulturforum östliches Europa alljährlich zu vier kulturpolitischen Podiumsgesprächen, in denen Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Künstler über Fragen der gemeinsamen Geschichte der Deutschen und ihrer östlichen Nachbarn diskutieren.

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Russlanddeutsche heute – Identität und Integration
I. Potsdamer Forum 2003 zur Geschichte der Deutschen und ihrer östlichen Nachbarn

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