Zukunftschance oder Auslaufmodell? Nur noch Restexemplare!
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Dokumentation des Potsdamer Forums vom 13.05.2004 in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund, Berlin

Die bereits über tausend Jahre alten Beziehungen zwischen Deutschen und Ungarn sind eng, vielfältig und wechselvoll. Seit dem Mittelalter entstand in Ungarn eine reiche deutschsprachige Kultur. Über Jahrhunderte waren die deutschen Universitäten bevorzugtes Ziel für junge Ungarn. Die Personalunion mit Österreich führte sogar zu einer mehr als 300 Jahre andauernden staatsrechtlichen Bindung Ungarns an den deutschsprachigen Raum. All dies und auch das kulturelle Selbstverständnis der Ungarn, die sich immer als Angehörige des westeuropäischen Kulturkreises empfunden haben, brachte eine enge Anlehnung Ungarns an Österreich und Deutschland mit sich, die in Politik und Wirtschaft bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts und in kultureller Hinsicht sogar noch heute bis in Sprache und das Alltagsleben hinein deutlich fühlbar ist.

Doch wie sieht man heute diese »besondere Beziehung» in Ungarn? Ist sie ein Auslaufmodell, das in einer globalisierten Welt überflüssig ist, oder bietet sie besondere Chancen für Ungarns Fortkommen in einer westeuropäisch dominierten Union?

Zu klären wäre, ob der jahrhundertelange deutsche Einfluss ein Kulturdiktat war, das es zu überwinden gilt, oder ob er zu einer Bereicherung des nationalen Erbes geführt hat, die bewahrt werden sollte – und es stellt sich schließlich auch die Frage, ob diese kulturelle Beeinflussung eine Einbahnstraße war oder ob es Ungarn gelungen ist, Spuren in der Kultur der deutschsprachigen Länder zu hinterlassen.

Was geschieht heute mit den mannigfaltigen Spuren deutschsprachiger Bevölkerung in Ungarn? Kann man die inzwischen weithin vergessenen beeindruckenden kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen des deutschsprachigen Bürgertums der breiten Öffentlichkeit nahebringen oder wird dieses Thema auch weiterhin einer Handvoll Wissenschaftler vorbehalten bleiben?

Die verbliebene deutschsprachige Minderheit leidet im Ergebnis von Vertreibung und Diskriminierung seit langem unter einem zunehmenden Verlust der Muttersprache. Ist diese Minderheit lebensfähig oder wird sie in naher Zukunft im magyarischen Mehrheitsvolk aufgehen?

Über diese und andere Fragen aus dem Bereich der deutsch-ungarischen Beziehungen diskutierten S.E. Dr. habil. Sándor Peisch (Botschafter der Republik Ungarn in Deutschland), Dr. Elisabeth Knab (ungarndeutsche Germanistin und Historikerin, Direktorin des Ungarndeutschen Bildungszentrums Baja), Dr. Krisztián Ungváry (Historiker), Paul Kárpáti (Hungarologe, Übersetzer und passionierter Mittler zwischen der deutschen und ungarischen Kultur, leitete bis 1996 das hungarologische Institut der Humboldt-Universität zu Berlin) und Wilhelm Droste (Schriftsteller, Übersetzer und Publizist, Dozent für deutsche Literatur am Germanistischen Institut der Eötvös-Loránd-Universität Budapest). Moderation: Dr. Andreas Oplatka (Journalist, Übersetzer und Sachbuchautor, Zürich)

89 Seiten, broschiert, Duaton, mit 25 Abbildungen und 1 Landkarte.
0,00 €, ISBN: 978-3-936168-22-8

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Deutsche und Ungarn – eine besondere Beziehung: Zukunftschance oder Auslaufmodell?

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