Ein gemeinsamer Förderwettbewerb des Fonds »Erinnerung und Zukunft« und der Robert Bosch Stiftung

Ein gemeinsamer Förderwettbewerb des Fonds »Erinnerung und Zukunft« und der Robert Bosch Stiftung

Förderprogramm für internationale Geschichtswerkstätten, die sich mit ideologisch oder nationalistisch verkürzten Geschichtsdarstellungen kritisch auseinandersetzen und die gemeinsame europäische Dimension nationaler, regionaler oder lokaler Geschichte sichtbar machen

Mit dem Beitritt von zehn neuen Mitgliedsländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wächst Europa wieder zusammen. Weitere Länder werden in den nächsten Jahren hinzukommen. Die Überwindung der Teilungsfolgen und das friedliche Zusammenleben im europäischen Haus erfordern auch eine Vertiefung des gemeinsamen historischen Bewusstseins. Dabei geht es um die gemeinsame Aneignung der vielfältigen Erfahrungen europäischer Geschichte mit ihren Licht- und Schattenseiten.

Der Fonds »Erinnerung und Zukunft« und die Robert Bosch Stiftung werden im November 2004 einen Förderwettbewerb ausschreiben. Es werden internationale Geschichtswerkstätten gefördert, die sich mit ideologisch oder nationalistisch verkürzten Geschichtsdarstellungen kritisch auseinandersetzen und die gemeinsame europäische Dimension nationaler, regionaler oder lokaler Geschichte sichtbar machen.

Jugendliche und junge Erwachsene sollen zur Bildung eines europäischen Geschichtsbewußtseins beitragen, indem sie gemeinsam forschen, amtliche Geschichtsbeschreibungen und historische Mythen kritisch befragen, den Geschichtsunterricht an Schulen und Hochschulen vergleichen oder Geschichtsmuseen und Gedenkstätten untersuchen. Mit den Ergebnissen ihrer Arbeit regen sie die Überarbeitung von Lehrmaterialien und Geschichtsdarstellungen an und befruchten die pädagogische Praxis.

Wer kann sich bewerben?

Institutionen in Deutschland oder in Mittel- und Osteuropa, z.B. Studienseminare, Gymnasien, Jugendeinrichtungen, Geschichtswerkstätten, Begegnungsstätten, Museen, Historische Institute oder Lehrstühle für Geschichte bewerben sich gemeinsam mit ihrer Partnerinstitution in Form einer Projektskizze. Die Skizze beschreibt die internationale Partnerschaft und das Projektvorhaben, das sich mit einem Thema nationaler, regionaler oder lokaler europäischer Geschichte auseinandersetzt. Eine Fachjury wird die besten Vorhaben auswählen. Die ausgewählten Vorhaben werden zu einer Antragstellung aufgefordert.

Die Laufzeit der geförderten Projekte kann bis zu einem Jahr betragen. Erfolgreiche Projekte können eine Folgefinanzierung beantragen.

Fördervoraussetzungen

Gefördert werden internationale Projektpartnerschaften mit Teilnehmern im Alter von ca. 16 bis 30 Jahren. Die Teilnahme von Partnern aus Deutschland und mindestens einem mittel- oder osteuropäischen Land wird vorausgesetzt. Die Beteiligung von Initiativen aus weiteren Ländern ist erwünscht, jedoch keine Bedingung. Gefördert werden ausschließlich anspruchsvolle, innovative und nachhaltige Projektvorhaben. Eine Vernetzung der geförderten Projektgruppen wird angestrebt.

Gefördert werden Reise- und Aufenthaltskosten, Kommunikations- und Materialkosten sowie Aufwandsentschädigungen für Experten. Die Einwerbung weiterer Fördermittel ist erwünscht.

Beispiele

Projektgruppen können

  • gemeinsam nationale Schulbücher für den Geschichtsunterricht analysieren und kommentieren und selbst Unterrichtsmaterialien zu ihrer Ergänzung erstellen,
  • einen historischen Ort mit seinen verschiedenen lokalen, regionalen, nationalen und europäischen Dimensionen durch eine Ausstellung, ein Video oder ein Buch dokumentieren,
  • bereits vorhandene historische Ausstellungen kritisch kommentieren, ergänzen oder überarbeiten,
  • interkulturell angelegte historische Reiseführer für bestimmte Regionen erarbeiten.
Andere Herangehensweisen sind möglich.

Projektskizzen

Interessenten können sich mit einer Projektskizze um eine Förderung bewerben. Dabei ist zu erläutern, mit welchen Geschichtsbildern sich das geplante Vorhaben kritisch auseinandersetzen möchte (Ausgangslage). Eine Skizze sollte nicht länger als maximal fünf Seiten sein und insbesondere folgende Angaben enthalten:

  • Projekttitel
  • Projektträger (Institution, Ansprechpartner) - Anschrift, Telefon, Fax, E-Mail
  • Internationale Kooperationspartner
  • Beschreibung des Projektvorhabens auf 1-2 Seiten (Ausgangslage und Projektidee, Ziele, Durchführung/Ablauf, erwartete Ergebnisse)
  • Voraussichtliche Projektdauer
  • Voraussichtliche Gesamtkosten
  • Voraussichtliche Antragssumme
  • Voraussichtliche Eigen- oder Drittmittel
  • Informationen über vorhandene Erfahrungen und erfolgreich durchgeführte Projekte.
Projektskizzen können bis 31. März 2005 beim Fonds »Erinnerung und Zukunft« unter folgender Adresse eingereicht werden:
Fonds »Erinnerung und Zukunft«
Geschichtswerkstatt Europa
Markgrafenstraße 12-14
D–10969 Berlin
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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