Peter Groth
Peter Groth
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Obwohl die Zahl der Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und Berglanddeutschen in Rumänien seit 1990 stark zurückgegangen ist, erfreuen sich deutschsprachige Zeitungen, Schulen, Kultur- und Sozialeinrichtungen eines regen Interesses.

Rumänien, das ist für viele Deutsche eine Terra Incognita, ein weißer Fleck auf ihrer geistigen Landkarte. Dabei hat es in den vergangenen 800 (!) Jahren immer regen und intensiven Austausch zwischen den beiden Regionen gegeben, die heute Deutschland und Rumänien heißen. So leben die sogenannten Siebenbürger Sachsen seit dem späten 12. Jahrhundert in der Region, die ihnen den Namen gab. Die lange Geschichte der deutschen Bewohner Rumäniens hat natürlich ihre Spuren in vielfältiger Weise hinterlassen: Seien es Siedlungen, Ortsnamen und architektonische Besonderheiten oder kulturelle Einrichtungen wie Kirchen, Schulen und Museen. Auch wenn heute, nach der massenhaften Auswanderung der Rumäniendeutschen seit 1990, nur noch ein geringer Anteil der Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben und Berglanddeutschen in Rumänien anzutreffen ist – man spricht von 60000 gegenüber rund 360000 bei der letzten Volkszählung im Jahr 1977 –, so sind doch noch vielfältige Spuren des »deutschen« Alltags in den bevorzugten Siedlungsgebieten anzutreffen. Dabei ist nicht nur von Gebäuden und Siedlungen die Rede, denn vieles von der rumäniendeutschen Infrastruktur hat überlebt und wird – wenn man die Zeichen richtig deutet – auch weiter lebendig bleiben. Einrichtungen wie die deutschen Schulen und Kindergärten, die evangelischen Kirchen und deutschen Gesangs- und Volkstanzgruppen erfreuen sich großen Zulaufs und auch die deutschen Zeitungen verkaufen sich weiterhin sehr gut.

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit den in Rumänien anzutreffenden deutschen kulturellen Einrichtungen und Organisationen. Häufig kooperieren dabei deutsche Organisationen mit bereits im Lande existierenden Gruppierungen und Vereinigungen. Manchmal ist es schwer einzuschätzen, ob es sich um eine deutsche oder eher um eine rumäniendeutsche Einrichtung handelt. Die Aufgabe dieses Textes liegt allerdings nicht darin, zwischen bundesdeutschen und rumäniendeutschen Einrichtungen zu trennen, sondern die vorhandenen Organisationen, ihre Ziele und Aktivitäten in Rumänien möglichst exakt zu beschreiben. Der Schwerpunkt soll dabei allerdings auf den von Deutschland aus operierenden Organisationen liegen.

1. Diplomatische Vertretungen

Natürlich existieren zwischen Deutschland und Rumänien – wie mit jedem anderen Land auch – die offiziellen, staatlichen Kontakte und der dazugehörige Austausch. So gibt es in Rumänien die Deutsche Botschaft in der Landeshauptstadt Bukarest (die Internetadressen der Institutionen finden Sie am Ende des Textes), dazu je ein Generalkonsulat in Hermannstadt (Sibiu) und in Temeswar (Timişoara). Zu den kulturellen Aktivitäten Deutschlands in Rumänien schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage):

»Die Kulturbeziehungen wurden in den vergangenen Jahren intensiviert. Schwerpunkt der Beziehungen sind die Bereiche Wissenschaft und Hochschulen sowie Förderung der deutschen Sprache. 1995 wurde mit Rumänien ein Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit geschlossen, 1996 ein Abkommen über schulische Zusammenarbeit.

[...] Durch die deutsche Minderheit besteht eine gemeinsame Kulturtradition, die das Interesse an deutscher Sprache und Kultur in Rumänien fördert. Zum regen Austausch zwischen Rumänien und Deutschland in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaften tragen auch die deutschen Mittlerorganisationen erheblich bei.«

(Website des Auswärtigen Amts)

Die diplomatischen Vertretungen sind zunächst einmal für die politischen und wirtschaftlichen Belange im Austausch mit Rumänien zuständig und weniger für kulturelle Aspekte. Allerdings engagieren sie sich im Bereich der Deutsch-Rumänischen Kulturgesellschaften bzw. der Deutschen Kulturgesellschaften, und zwar dort, wo es kein Goethe-Institut gibt.

Konkret für Rumänien bedeutet das: Das Deutsche Kulturzentrum in Hermannstadt/Sibiu und das in Klausenburg/Cluj-Napoca werden vom Deutschen Generalkonsulat in Hermannstadt finanziell und logistisch unterstützt, das Deutsche Kulturzentrum in Jassy/Iaşi von der Deutschen Botschaft in Bukarest. So wird gewährleistet, das auch in der sogenannten »Provinz« deutsche Kulturveranstaltungen durchgeführt werden können und deutsche Bibliotheken mit aktueller Literatur und Zeitschriften ausgestattet sind, um so verlässliche Informationen über das Leben und die Kultur Deutschlands zu vermitteln.

2. Das Goethe-Institut

Die Goethe-Institute übernehmen im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland Aufgaben der auswärtigen Kulturpolitik. Die drei Hauptziele des Goethe-Instituts heißen laut Satzung:

  • »die Förderung der Kenntnis deutscher Sprache im Ausland
  • die Pflege der internationalen kulturellen Zusammenarbeit
  • die Vermittlung eines umfassenden Deutschlandbildes durch Informationen über das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben.« (Website des Goethe-Instituts)

In Rumänien gibt es ein Goethe-Institut in Bukarest. Im Programm finden sich folgende Informationen:

»Das Goethe-Institut Bukarest bietet Workshops und Seminare für Lehrer im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Ein umfangreiches Prüfungsprogramm an unserem Institut ergänzt unsere Spracharbeit. Darüber hinaus bieten wir ein differenziertes Sprachkursprogramm.

Das Infozentrum des Goethe-Instituts Bukarest vermittelt Informationen zu aktuellen Aspekten des kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland. Es bietet umfangreiche Buch- und Medienbestände für alle, die sich für Deutschland interessieren, oder die Deutsch lernen oder lehren wollen. Neben den Informationsdienstleistungen vor Ort gehört es zur Aufgabe der Abteilung Bibliothek und Information, fachliche Kontakte im Bereich des Bibliotheks- und Informationswesens zwischen Deutschland und Rumänien herzustellen und weiterzuentwickeln.«

(Website des Goethe-Instituts Bukarest)

Außerdem gibt es in Jassy/Iaşi ein sogenanntes Goethe-Zentrum, d.h. ein dem Goethe-Institut assoziiertes Kulturzentrum. Lesesäle des Goethe-Instituts finden sich in Klausenburg/Cluj-Napoca und in Craiova im Süden des Landes. Die Lesesäle sind Einrichtungen, die in den Ländern Mittel- und Osteuropas vom Goethe-Institut errichtet und ausgestattet werden.

»Seit 1997 sind die deutschen Lesesäle regulärer Bestandteil der Informations- und Bibliotheksarbeit des Goethe-Instituts und ihre Einrichtung ist nicht mehr auf die ursprünglichen Regionen beschränkt. Die Lesesäle werden in geistigen, wirtschaftlichen und politischen Ballungszentren mit regionaler Ausstrahlung eingerichtet, an denen sich keine Goethe-Institute befinden. Sie sind örtlichen Bibliotheken angegliedert, die allen interessierten Kreisen der Bevölkerung zugänglich sind. In der Regel sind dies öffentliche Bibliotheken. Das Bestreben des Goethe-Instituts gilt einer möglichst engen Kooperation zwischen den eigenen Bibliotheken und Informationszentren und den deutschen Lesesälen in den Gastländern, um dort die kulturelle Informationsarbeit über Deutschland zu optimieren.«

(Website des Goethe-Instituts)

Dabei werden die Bibliotheken mit einem festen Budget ausgestattet, um Medien anschaffen zu können. Außerdem erhalten sie eine größere Anzahl von Abonnements von deutschen Periodika, zusätzlich wird der verantwortliche Bibliothekar in regelmäßigen Abständen zu Fortbildungsveranstaltungen eingeladen. Damit wird die Qualität und der Fortbestand dieser Einrichtungen langfristig gewährleistet. Außerdem wird die Arbeit des Goethe-Institutes durch die deutschen Kulturzentren in Iaşi, Klausenburg, Hermannstadt und Temeswar ergänzt.

Dass die Goethe-Institute vor Ort kein Inseldasein führen, zeigt ein schönes Beispiel. In den vergangenen Jahren hat es eine sehr emotionale Diskussion in der rumänischen Öffentlichkeit zur Legalisierung der Homosexualität gegeben. Aufgrund des gewünschten EU-Beitritts wurde dieser Schritt vom Westen nachdrücklich angemahnt und von der offiziellen rumänischen Seite deshalb auch umgesetzt. Zum Zeitpunkt, als besagtes Thema in den rumänischen Medien fast omnipräsent war (Diskussionen mit Vertretern der rumänischen Orthodoxie im Fernsehen, Talkshows, Zeitungsartikel etc.), veranstaltete das Goethe-Institut Bukarest ein Filmfestival »Homosexualität im Film«. Der Effekt dieser Veranstaltungsreihe auf die öffentliche Debatte ist nicht dokumentiert, dennoch lässt sich unzweifelhaft sagen, dass diese Filmreihe ein deutliches Zeichen gesetzt hat.

3. Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Eine andere in Rumänien präsente Organisation ist der DAAD. Die Hauptaufgabe des DAAD ist, wie der Name bereits deutlich macht, der wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland und dem Ausland. In eigenen Worten und ein wenig konkreter formuliert der DAAD:

»Die fünf Ziele sind, ohne dass der Reihenfolge eine Priorisierung entspricht, die folgenden:

  • Die Förderung ausländischer Nachwuchseliten, um künftige Führungspersönlichkeiten in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft und Politik als Partner und Freunde für Deutschland zu gewinnen. [...]

  • Die Förderung deutscher Nachwuchseliten, um sie als künftige Führungspersönlichkeiten in Wissenschaft und Kultur, Wirtschaft und Politik im Geiste internationaler und interkultureller Erfahrungen weltoffen zu qualifizieren. [...]

  • Die Förderung der Internationalität und Attraktivität der deutschen Hochschulen, damit Deutschland eine erste Adresse für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt bleibt bzw. wieder wird. [...]

  • Die Förderung der Germanistik und deutschen Sprache, Literatur und Landeskunde an ausgewählten ausländischen Universitäten, um Deutsch als wichtige Kultur- und Verkehrssprache zu stärken und das Interesse, die Kenntnis und die Sympathie für Deutschland und sein kulturelles Erbe zu befördern. [...]

  • Die Förderung des wissenschaftlichen Fortschritts in Entwicklungsländern und den Transformationsländern in Mittel- und Osteuropa, um deren wirtschaftlichen und demokratischen Reformprozess zu unterstützen. [...]«

(Website des DAAD)

Wie man an dieser Zielgebung erkennen kann, operiert der DAAD also in zwei Richtungen: Ausländische Wissenschaftler werden nach Deutschland eingeladen, deutsche Wissenschaftler gehen ins Ausland. Daneben gibt es rund 500 Lektorate an ausländischen Universitäten. Nach einem komplexen Auswahlverfahren werden junge Nachwuchsgermanisten für einen befristeten Zeitraum von maximal fünf Jahren an Germanistik-Lehrstühle ausländischer Universitäten beordert, wo sie neben Lehrveranstaltungen im Bereich der Germanistik auch Studien- und Stipendienberatung für ausländische Wissenschaftler durchführen.

Der DAAD ist seit 1967 in Rumänien präsent, kann jedoch erst seit 1990 uneingeschränkt sein Programm im Lande anbieten. Mittlerweile gibt es in Rumänien sieben DAAD-Lektorate: Temeswar/Timişoara (2), Klausenburg/Cluj-Napoca (1), Hermannstadt/Sibiu (1), Bukarest (2) und Jassy/Iaşi (1). Zwei Lektorate gibt es in Städten, wo zusätzlich zur Universität noch an einer Technischen Universität Studiengänge in deutscher Sprache angeboten werden.

Seit Februar 2002 gibt es außerdem in Bukarest ein sogenanntes »Informations- und Beratungszentrum« (IBZ), um den Austausch noch zu intensivieren und um als zusätzliche Anlaufstelle zu fungieren.

Im Zeitraum von 1991 bis 200 sind mit Mitteln des DAAD 6772 Studierende, Graduierte und Wissenschaftler gefördert worden, davon 1358 aus Deutschland und 5414 aus Rumänien (Angaben: Website des DAAD).

4. Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)

Das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, das mittlerweile auf eine über 50 Jahre andauernde Tätigkeit zurückblicken kann, versteht sich selbst als

»Dienstleister in der Auswärtigen Kulturpolitik [...], als Ausstellungsmacher, spezialisiert auf Ausstellungskonzeption und Ausstellungslogistik, als Zukunftswerkstatt für den interkulturellen und zivilgesellschaftlichen Dialog [...], als Info-Börse und Gedächtnis der Auswärtigen Kulturpolitik durch Bibliothek und Dokumentationszentrum«

(Website des ifa)

Speziell in Rumänien hat das ifa eine lange Tradition. Bereits zu Zeiten des Kommunismus unterstützte es die deutsche Minderheit durch Bücherlieferungen, an Einzelpersonen oder auch an Organisationen wie die Evangelische Kirche in Rumänien. Genau hier sieht das ifa auch einen Schwerpunkt seiner Arbeit: Die

»... Stärkung der kulturellen Identität der deutschen Minderheiten, Entfaltung und Pflege der deutschen Sprache und Kultur bei den deutschen Minderheiten, Förderung ihrer Integration in das gesellschaftliche Umfeld; Vermittlung eines modernen Deutschlandbildes, Verbesserung der Lebensperspektiven in den Siedlungsgebieten der deutschen Minderheit, Entwicklung einer modernen und bedarfsorientierten Jugendarbeit, Stabilisierung toleranter multiethnischer Gesellschaften.«

(Website des ifa)

Konkret für Rumänien bedeutet das:

  • Die beiden deutschsprachigen Zeitungen, die Allgemeine Deutsche Zeitung (ADZ), Bukarest und die Hermannstädter Zeitung haben je einen ifa-Medien-Assistenten in ihrer Redaktion. Ihr Aufgabengebiet umfasst das Recherchieren für eigene Beiträge und das Redigieren von Texten. Sie sind außerdem tätig im Bereich der Weiterbildung für Journalisten und kümmern sich um den vorhandenen oder noch zu akquierierenden Nachwuchs.
  • Zur Unterstützung der Kulturarbeit bei den lokalen Minderheitenverbänden entsendet das ifa sogenannte Kultur-Assistenten. In Rumänien arbeiten sie eng mit dem »Demokratischen Forum der Deutschen« zusammen. Es gibt insgesamt fünf Kultur-Assistenten in Rumänien, in Resiþa/Reschitza, Satu Mare/Sathmar, Bistriþa/Bistritz, Braºov/Kronstadt und Suceava
  • Außerdem hat das ifa in Rumänien eine Kindergartenfachberatin sowie eine Projektkoordinatorin, die beide ihren Sitz in Sibiu/Hermannstadt haben.

Da das ifa Dienstleistungen ausführt, die es vom Auswärtigen Amt übertragen bekommt, wird ein großer Teil des Programms auch durch das Auswärtige Amt finanziert. Das ifa ist aber auch aktiv im Bereich anderer Förderprogramme, wo es seine personellen und logistischen Strukturen zur Umsetzung von Vorhaben zur Verfügung stellt. Eines dieser Programme, das erst seit einigen Jahren existiert, wird von der Robert Bosch Stiftung finanziert. Dieses soll weiter unten in diesem Artikel besprochen werden.

5. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen verwirklicht mit ihrer Arbeit, das u.a. in der Entsendung deutscher Lehrer an ausländische Schulen besteht, die folgenden Ziele auswärtiger Kulturpolitik:

  • Die Begegnung mit Kultur und Gesellschaft des Gastlandes;
  • Die schulische Versorgung deutscher Kinder im Ausland;
  • Die Förderung der deutschen Sprache

    (Website der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen)

In Rumänien sind insgesamt 43 entsandte Lehrer aus Deutschland tätig. An den verschiedenen Schulen im Land, die Deutsch oder andere Fächer in deutscher Sprache im Lehrplan haben sind sie in das dortige Lehrer-Kollegium für die Dauer ihres – in der Regel mehrjährigen Aufenthaltes – voll integriert.

6. Politische Stiftungen

Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat im Jahre 1994 die erste dauerhafte Vertretung für Rumänien in Timişoara/Temeswar eröffnet, und im Jahre 1998 ihren Sitz in Bukarest. Die Aktivitäten der FES konzentrieren sich auf die Bereiche Kommunalpolitik, Arbeits- und Sozialrecht sowie auf die Massenmedien. Dabei arbeitet die FES im Ausland immer mit lokalen Verbänden und Organisationen, wie z.B. Parteien, Gewerkschaften, aber auch wissenschaftliche Organisationen, eng zusammen. Die Arbeitsschwerpunkte der FES-Büros entsprechen jeweils den angetroffenen Bedürfnissen vor Ort. So werden Konferenzen, Seminare und Workshops vermittelt, Kurzzeitexperten eingeladen etc. Mittlerweile hat die FES auch eine Vielzahl von Schriften in rumänischer Sprache zu den besagten Themen veröffentlicht.

Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)

Die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung verfügt bereits seit 1991 über erste Kontakte mit Rumänien und hat im Jahre 1998 das Büro in Bukarest eröffnet. Die Stiftung möchte mit ihrer Projektarbeit

»... den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozess [begleiten], welchem zusätzliche Impulse gegeben werden sollen. (...) Dazu gehört auch, den Aufbau der rumänischen Zivilgesellschaft und anderer gesellschaftlich relevanter Gruppen – insbesondere die rumänische Jugend – zu fördern und über die Vermittlung von Informationen und Sachkenntnis zu einer verantwortlichen Mitarbeit im Interesse des Gemeinwohls zu motivieren.«

(Website der Konrad-Adenauer-Stiftung)

Dabei arbeitet auch die KAS vor Ort eng mit Gruppen und Organisationen zusammen.

Friedrich-Naumann-Stiftung

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann Stiftung ist seit 1990 in Rumänien tätig. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht dabei

»... die Unterstützung des Transformationsprozesses zu Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft. Ziel des Projektes ist es dabei vor allem, liberale Parteien und Nichtregierungsorganisationen zu stärken sowie liberale Ansätze beim Aufbau der Bürgergesellschaft zu fördern.

(Website der Friedrich-Naumann-Stiftung)

Zur Umsetzung dieses Zieles führt die Stiftung Konferenzen, Seminare, Workshops und Trainingsveranstaltungen, dazu Studien- und Informationsreisen, regionale und internationale Dialogforen durch und erarbeitet Schulungsmaterial und Publikationen. Als Partner vor Ort arbeitet die Naumann-Stiftung eng zusammen mit der Nationalliberalen Partei Rumäniens, der Rumänischen Stiftung für Freiheit und Entwicklung sowie mit dem Institut für Liberale Studien in Bukarest.

Hanns-Seidel-Stiftung

Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung ist ebenfalls in Rumänien mit einem Kontaktbüro vertreten. Die Stiftung hat für Rumänien einen Projektschwerpunkt gesetzt mit den Zielen der

»... Förderung demokratischer Grundstrukturen in der öffentlichen Verwaltung und in privaten Institutionen« und der »Heranbildung von qualifizierten und entwicklungsorientierten Beamten und Verwaltungsangestellten«

(Website der Hanns-Seidel-Stiftung)

Zur Umsetzung dieser Ziele setzt die Seidel-Stiftung auf Fortbildungsprogramme mit Seminaren, Workshops, Konferenzen, Studienreisen sowie auf Publikationen. Die rumänischen Partner sind das Rumänische Institut für Christliche Forschung, der Verband zur Förderung klein- und mittelständischer Unternehmen, die Rumänische Stiftung für Demokratie, sowie das Innen-, Justiz- und Finanzministerium.

7. Andere Stiftungen

Robert Bosch Stiftung

Die Robert Bosch Stiftung ist eine der großen privaten Stiftungen in Deutschland mit Sitz in Stuttgart. Ihr Engagement liegt in

»... der Gesundheitspflege, für die Völkerverständigung, die Wohlfahrtspflege, die Bildung und Erziehung, für Kunst und Kultur und die Wissenschaften.«

(Website der Robert-Bosch-Stiftung)

Im Jahre 1993 wurde von der Robert Bosch Stiftung ein Lektorenprogramm zur »... Förderung der deutschen Sprache und Landeskunde an Hochschulen in Mittel- und Osteuropa ins Leben [gerufen], 1997 das Lektorenprogramm zur Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Mittel- und Osteuropa.

(http://www.boschlektoren.de) Jährlich werden bis zu 100 Sprach- und Fachlektoren an Hochschulen Mittel- und Osteuropas entsandt. Seit dem Studienjahr 1999/2000 hat die Robert Bosch Stiftung die Programmkoordination dem Osteuropazentrum der Universität Hohenheim übergeben. In Rumänien sind im Augenblick fünf Boschlektoren vertreten: Zwei an der Universität in Klausenburg/Cluj-Napoca, einer in Hermannstadt/Sibiu, einer in Großwardein/Oradea und einer in Constanta.

Ein weiteres Programm der Stiftung nennt sich »Robert Bosch Kulturmananger in Mittel- und Osteuropa«. Bei diesem vom ifa Stuttgart koordinierten Programm

»werden junge Stipendiaten an Bildungs- und Kultureinrichtungen in Mittel- und Osteuropa entsandt, um diese bei der Erfüllung ihrer Aufgaben konzeptionell und organisatorisch zu unterstützen. Zugleich vermitteln die Kulturmanager mit innovativen Projekten ein aktuelles Deutschlandbild (...)«

(ebda.)

Dieses neue Programm will u.a. das europäische Zusammenwachsen der Länder vorantreiben durch die intensive Unterstützung und Förderung von lokalen Initiativen durch die Kulturmanager. Zu den konkreten Aufgaben gehört die Durchführung von Kulturveranstaltungen und Projekten, die Vernetzung mit weiteren Kultur- und Bildungseinrichtungen, Fundraising, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung der Gastinstitution. Kulturmanager können für maximal drei Jahre im Lande tätig sein. In Rumänien gibt es drei solcher Kulturmanager, im Deutschen Kulturzentrum Temeswar/Timisoara, am Deutschen Sprach- und Kulturzentrum Klausenburg/Cluj-Napoca und bei der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft in Hermannstadt/Sibiu.

Deutscher Volkshochschulverband

Der Deutsche Volkshochschulverband ist mit einem Projektbüro in Rumänien vertreten. In enger Zusammenarbeit mit dem rumänischen Volkshochschulverband liegt der Schwerpunkt des Engagements bei der Fortbildung der Mitarbeiter und Lehrer in den Regionalzentren. Dabei geht es sowohl um die formale Aspekte (Methodik, Didaktik) wie auch um neue Inhalte, die es über die Multiplikatoren in den Regionalzentren weiterzugeben gilt an die Bevölkerung. Das können z.B. Themen sein wie Informationsvermittlung über die EU für die ländliche Bevölkerung und Kommunikationstraining. Dabei unterscheiden sich die Schwerpunkte in den Regionalzentren zum Teil erheblich. Weitere Aufgaben und Ziele des Verbandes in Rumänien:

  • »der Versuch, die vorhandenen Institutionen zu bewahren. (...)
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form einer Radio-Sendereihe über Erwachsenenbildung.
  • Förderung der Zeitschrift PAIDEIA, derzeit die einzige pädagogische Fachzeitschrift in Rumänien. (...)
  • Förderung von Stipendien und Auslandsaufenthalten. (...)
  • Lobbyarbeit und Gespräche mit politisch Verantwortlichen.«

    (Website des Instituts für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. )

8. Schlussbemerkung

Es zeigt sich, dass eine Vielzahl von Organisationen, Stiftungen und Verbände mit ihren je spezifischen Eigenschaften und Möglichkeiten in Rumänien aktiv in das Geschehen und Gedeihen des Landes eingreifen. Auch wenn viele von ihnen in vorliegendem Artikel genannt wurden, gibt es doch noch weitere, die nicht aufgelistet wurden. Kirchliche Verbände, regionale Organisationen und lokale Kooperationen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ihr Engagement in Rumänien und für die Bevölkerung Rumäniens einbringen, mussten leider unerwähnt bleiben, da eine vollständige Nennung aller vorhandenen Aktivitäten den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Eines aber zeigt bereits der vorliegende Überblick: Es gibt ein starkes Interesse von Verbänden in Deutschland, sich um den Kulturaustausch und die Sprachvermittlung und die weitere Entwicklung der rumänischen Gesellschaft zu kümmern. Wer davon zuallererst und nachhaltig profitiert, das ist Rumänien und seine Bevölkerung, die lange genug auf der Schattenseite Europas gelebt hat. Diese Erkenntnis gibt Hoffnung für die Zukunft.

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