31.08.2016

Beiträge zur Sportgeschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert

Beiträge zur Sportgeschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert
Beiträge zur Sportgeschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert
 

»Das Thema Sport hat in jüngster Zeit in Kultur- und Geschichtswissenschaften stark an Bedeutung gewonnen. Seit den neunziger Jahren gelangen immer mehr Bereiche von Sport und Körperkultur in das Blickfeld der Forschung. Nahezu unerforscht blieb bis in die jüngste Zeit die Sportgeschichte Osteuropas.

Mit dem vorliegenden interdisziplinären Sammelband, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neun Ländern beteiligt sind, werden wichtige Forschungslücken geschlossen. Themen sind insbesondere das Verhältnis von Sport und Politik während des Kalten Krieges, die Analyse des Phänomens Sport mithilfe der Kategorien Geschlecht, Nation und Ethnizität sowie das Konzept Körper in seinem historischen Wandel.

Das Spektrum der sportlichen Disziplinen reicht von Kunstschach und Alpinismus, über Ringkämpfe bis hin zu Leichtathletik, Eishockey und Fußball. Chronologisch und geographisch umfasst der Band die sowjetische Moderne und die neugebildeten ostmittel- und südosteuropäischen Staaten der Zwischenkriegszeit, die Systemkonfrontation und den Dissens innerhalb des östlichen Bündnisses während des Kalten Krieges sowie die postsowjetische Zeit.

In den Beiträgen wird deutlich, dass Breiten- und Spitzensport starken Einflüssen von Politik und Gesellschaft ausgesetzt sind. Gleichwohl ist Sport weit mehr als ein Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen. Als Massenphänomen des 20. Jahrhunderts besitzt Sport einen Eigensinn. Er vermag in geschlossenen Gesellschaften eigenständige soziale Räume und Foren begrenzter Öffentlichkeit zu schaffen. Internationale Sportbeziehungen können als Sublimation von Krieg verstanden werden, aber auch als vorsichtige Annäherung oder Inszenierung freundschaftlicher Beziehungen zwischen zwei Staaten. Sie bilden unter diesem Blickwinkel ein wichtiges Medium des Kulturtransfers und führen langfristig zu gesellschaftlichen Veränderungen.«

Die Autoren:

Arié Malz, Osteuropahistoriker, ist wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich.

Stefan Rohdewald, Osteuropahistoriker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Osteuropas und seiner Kulturen an der Universität Passau.

Stefan Wiederkehr, Osteuropahistoriker, ist Leiter der Bibliothek der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Arbeitsstellen
(Quelle: Fibre Verlag)

Malz, Arié; Rohdewald, Stefan; Wiederkehr, Stefan (Hgg.): Sport zwischen Ost und West. Beiträge zur Sportgeschichte Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert. Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau 16. Fibre, Osnabrück, 2007. 377 Seiten,
35,00 €, ISBN 978-3-938400-15-9

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