23.02.2016

Völkerrechtliche Stellung und Völkerrechtspraxis eines ostmitteleuropäischen Fürstentums 1541–1699

6177, 6194
Völkerrechtliche Stellung und Völkerrechtspraxis eines ostmitteleuropäischen Fürstentums 1541–1699
Der 56. der Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa untersucht die völkerrechtliche Stellung und Völkerrechtspraxis eines ostmitteleuropäischen Fürstentums 1541–1699
 

»Das Fürstentum Siebenbürgen war zwischen 1541 und 1699 ein eigenständiger Akteur in den internationalen Beziehungen. Obwohl es unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches und zeitweise auch der Habsburgermonarchie stand, unterhielt es diplomatische Beziehungen zu den meisten Mächten zwischen Atlantik und Schwarzem Meer. Gerald Volkmer untersucht diese Beziehungen und die daraus hervorgegangenen völkerrechtlichen Verträge sowie die Siebenbürgen betreffenden Bestimmungen der habsburgisch-osmanischen Friedensverträge.

Das im Donau-Karpatenraum entstandene Gleichgewicht zwischen Wien und Konstantinopel schuf die Voraussetzungen für die Völkerrechtssubjektivität des Fürstentums und bestimmte die Grenzen seines außenpolitischen Handlungsspielraums. Die Schaukelpolitik der siebenbürgischen Fürsten zwischen den beiden benachbarten Imperien endete mit dem Sieg des Kaisers im ›Großen Türkenkrieg‹ und der völkerrechtlichen Eingliederung Siebenbürgens in den habsburgischen Länderkomplex 1699. Mit dieser Monografie wird erstmals eine Gesamtdarstellung der völkerrechtlichen Stellung des teilsouveränen Fürstentums Siebenbürgen zwischen christlich-abendländischer und islamisch-osmanischer Völkerrechtsordnung sowie seiner Völkerrechtspraxis vorgelegt.«

Inhalt

Vorwort

I. Einführung

II. Herausbildung des siebenbürgischen Staates und seiner verfassungsrechtlichen Ordnung nach 1526

III. Behauptung der Selbständigkeit unter der Szapolyai-Herrschaft 1541–1571

IV. Aufstieg zum aktiven internationalen Akteur unter den Báthory-Fürsten 1571–1598

V. Ringen um den Erhalt der Autonomie während des ›Langen Türkenkrieges‹ 1598–1606

VI. Dynastische Wechsel im Windschatten der Hohen Pforte 1607–1629

VII. Machtentfaltung unter der Rákóczi-Herrschaft 1630–1660

VIII. Niedergang unter Michael I. Apafi und Eingliederung in die Habsburgermonarchie 1661–1699

IX. Das Fürstentum Siebenbürgen zwischen islamisch-osmanischer und christlich-abendländischer Völkerrechtsordnung

X. Schlussbetrachtungen

Anhang

Quellen- und Literaturverzeichnis

Register der Personen und Orte

Der Autor

Dr. Dr. Gerald Volkmer ist stellvertretender Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) an der Universität Oldenburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Neuere und Neuste Geschichte der internationalen und transnationalen Beziehungen in Ostmittel- und Südosteuropa sowie die Geschichte Rumäniens, Ungarns und der Habsburgermonarchie. Ebenfalls befasst er sich mit der Geschichte der Nationalbewegungen im Donau-Karpatenraum und der Rechtsgeschichte Ostmittel- und Südosteuropas.«
(Quelle: BKGE)

Volkmer, Gerald: Siebenbürgen zwischen Habsburgermonarchie und Osmanischem Reich. Völkerrechtliche Stellung und Völkerrechtspraxis eines ostmitteleuropäischen Fürstentums 1541–1699. Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der deutschen im östlichen Europa Band 56. München: Oldenbourg V., 2015. 648 S.
69,95 €, ISBN 978-3-11-034399-1

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