15.05.2008

Ein polnischer Adeliger berichtet in den Anfangsjahren des Dritten Reiches aus Deutschland

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Ein polnischer Adeliger berichtet in den Anfangsjahren des Dritten Reiches aus Deutschland

»Der Inhalt dieses Buches – die Schauplätze, die historischen Ereignisse und ihre Hintergründe, die Personen und deren Handlungen – sind dem deutschen Leser bekannt: Die Verbreitung des Nationalsozialismus in der Gesellschaft nach der ›Machtergreifung‹. Dennoch bietet es dem deutschen Lesepublikum Spektakuläres: Ohne jegliches Vorurteil, mit großer Sympathie für die Menschen, scharfsinnig und sensibel, ironisch aber nie beleidigend beschreibt Sobański die Deutschen unter Hitler anhand zahlreicher kleiner Alltagsbeobachtungen. Er war Augenzeuge der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, er besuchte eine Pressekonferenz von Julius Streicher, dem Chefredakteur des stürmer, und nahm als akkreditierter Journalist am Reichsparteitag in Nürnberg teil. Da er für ein polnisches Publikum schrieb, spiegelte er die Ereignisse in Deutschland auch in den polnischen Verhältnissen der Zeit. Das liest sich umso interessanter, da das Verhältnis von Deutschen und Polen bis heute tief von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt ist.

Antoni Graf Sobański wurde am 1. Mai 1898 in Podole (damals Polen, heute Ukraine) geboren. 1919 wird er in die polnische Armee eingezogen und nimmt als Funker und Übersetzer am Krieg gegen Sowjetrussland teil. 1922 beginnt er in Warschau ein Studium der Philosophie, das er 1925 abbricht, um das Leben eines Bohemiens zu führen. Zahlreiche Reisen führen den Kosmopoliten, der sechs Sprachen beherrscht, durch Europa und Amerika. Überall pflegt er Freundschaften mit Literaten, Künstlern und Intellektuellen. Von 1933-36 berichtet er für die polnische Zeitschrift Literarische Nachrichten als Korrespondent aus Nazideutschland. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs überrascht ihn in Polen. Bald darauf beginnt seine Exilodyssee. Jeder in Warschau weiß: Er ist ein Freund der Juden, der Engländer und der Liebe unter Männern. Über Rumänien, Jugoslawien und Italien gelangt er nach London, wo er als Journalist für die BBC arbeitet, bis er im April 1941 an einer Lungenkrankheit stirbt.«
(Quelle: Parthas Verlag)

Antoni Graf Sobański: Nachrichten aus Berlin 1933–36. Hardcover, Fadenheftung, Schutzumschlag, 12,5 x 20,5 cm, 251 Seiten
19,80 €, ISBN: 978-3-86601-737-5

Antoni Graf Sobański: Nachrichten aus Berlin 1933–36
Weitere Informationen auf den Internet-Seiten des Parthas Verlag

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