Fläche: 603.700 km² Einwohner: 45,6 Mio. Hauptstadt: Kiew Amtssprache: Ukrainisch Währung: Hrywnja
Die Richelieu-Treppe in Odessa, bekannt aus einer Schlüsselszene in Sergej Eisensteins Film Panzerkreuzer Potemkin, ca. 1895.

Fläche: 603.700 km²
Einwohner: 45,6 Mio.
Hauptstadt: Kiew
Amtssprache: Ukrainisch
Währung: Hrywnja

Die Ukraine hat mit Russland und Weißrussland gemeinsame historische Ursprünge. Im Laufe des Mittelalters entwickelten sich aus einer ursprünglichen ostslawischen Gemeinschaft die drei Sprachen Ukrainisch, Weißrussisch und Russisch. Da die Ukraine erst im 20. Jahrhundert eine nationalstaatliche Selbstständigkeit erreichte, ist ihre kulturelle Entwicklung in hohem Maße durch die in den vorangegangenen Jahrhunderten wirkenden Einflüsse besonders Russlands und des Habsburgerreichs mitbestimmt worden. Nach einer kurzen Selbständigkeit der Ukraine 1918–1921 wurde 1922 die ukrainische Sowjetrepublik gegründet, deren Eigenständigkeit jedoch sehr stark von der Moskauer Zentralmacht eingeschränkt war. Erst seit 1991 ist die Ukraine politisch unabhängig.

Deutsche in der Geschichte der Ukraine

In dem Bereich, der historisch zum Russischen Reich gehörte, entspricht die Geschichte der Deutschen in der Ukraine weitgehend derjenigen der sogenannten Russlanddeutschen. Siedlungsgebiete der deutschen Siedler, die vor allem nach den Anwerbungsbemühungen unter Alexander I. Kolonien gründeten, waren die weiten, nach den Türkenkriegen dünn besiedelten, aber zum Teil sehr fruchtbaren Landflächen »Neurusslands«, wie diese Region im 19. Jahrhundert genannt wurde. Darüber hinaus gab es, wie in anderen Städten des Russischen Reichs auch, viele Deutsche in den städtischen Zentren, in Kiew, Charkow und vor allem in der neu gegründeten Handelsmetropole am Schwarzen Meer, in Odessa.

In den Teilen der Ukraine, die im 19. Jahrhundert zum Habsburgerreich gehörten, also in Galizien und in der Bukowina – besonders in Städten wie Lemberg (ukrainisch Lviv, polnisch Lwów,) und Czernowitz (ukr. Tscherniwzy) – waren die Deutschen als Vertreter der Donaumonarchie eine herausgehobene Gruppe unter den konkurrierenden Nationalitäten.

Das 20. Jahrhundert und die Gegenwart

Die Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben die politische Karte Europas stark verändert. Die unmittelbaren Kriegseinwirkungen und Zwangsumsiedlungen hatten verheerende Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Bevölkerung. Wenn heute noch 30.000 bis 40.000 Deutsche in der Ukraine leben, so ist das weniger als 0,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine noch fast 400.000 Deutsche. Ihr Schicksal war dasselbe wie das der übrigen Deutschen in der Sowjetunion. Nach Deportation und Zwangsarbeit mussten die meisten Deutschen an den Zielorten der Deportation verbleiben. Die heute auf dem Staatsgebiet der Ukraine lebenden Deutschen sind meist erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus den zentralasiatischen Staaten eingewandert.

Die deutsche Minderheit in der Ukraine heute

Die deutsche Minderheit ist in verschiedenen Verbänden organisiert. Eine wichtige Rolle für die Erhaltung der oft nur noch sehr schwach ausgeprägten kulturellen Identität spielt die evangelisch-lutherische Kirche.

Unser Tipp

Mythos Czernowitz. Eine Stadt im Spiegel ihrer Nationalitäten.

Literatur

Stricker, Gerd (Hrsg.): Deutsche Geschichte im Osten Europas. Russland. Siedler Verlag. Berlin 2002. Standardwerk mit Beiträgen von Detlef Brandes, Margarete Busch, Gerhard Hildebrandt, Peter Hilkes, Peter Rosenberg und Gerd Stricker.

Links

Internetseite der Gesellschaft für Entwicklung, Odessa
Übersicht über die Interessenvertretungen der Deutschen in der Ukraine.

Repressionen der Russlanddeutschen in der Sowjetunion
Material der russischen Nichtregierungsorganisation »Memorial« (russischsprachig).

Geschichte der Russlanddeutschen
Internetseite mit zahlreichen Links zu Literatur, Geschichte und Vorträgen.

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