Lebendige deutsche Minderheiten

Lebendige deutsche Minderheiten
Lebendige deutsche Minderheiten
Das Dorf Rimetea (früher Trascău, ungarisch Torockó, deutsch Eisenburg) im siebenbürgischen Westgebirge. Der Ort war seit dem Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert ein bedeutender Bergbauort, in dem besonders Eisenerz abgebaut wurde.
Die malerische Kirchenburg in Kleinschenk/Cincsor in Siebenbürgen von Süden aus gesehen.

Fläche: 238.391 km²

Einwohner: 19 Mio.

Hauptstadt: Bukarest (rumänisch Bucureşti)

Amtssprache: Rumänisch

Währung: Leu

Abwechslungsreiche Geschichte

Die historischen Provinzen des heutigen Rumänien sind von unterschiedlicher kultureller Prägung: Während das Banat, Siebenbürgen mit den ostungarischen Verwaltungseinheiten, den Komitaten, und die Bukowina durchgehend oder über lange Strecken in mitteleuropäische Reichsverbände und in die Westkirche eingebunden waren, orientierte sich Altrumänien mit der Moldau und der Walachei überwiegend zum Balkan und zur Ostkirche hin. Starke ungarische und deutsche Minderheiten gab es vor allem in den bis 1918/20 ungarischen Regionen, Roma waren hingegen landesweit präsent.

Die seit dem 12. Jahrhundert in Siebenbürgen siedelnden Deutschen, die Siebenbürger Sachsen, bildeten seit dem Mittelalter ihre eigenen rechtlichen, kirchlichen und kulturellen Gemeinschaftsformen aus.

Ab dem 18. Jahrhundert wurden im Sathmarer Gebiet und im Banat Deutsche angesiedelt, die der Gruppe der Donauschwaben zugerechnet werden. Kleinere Gruppen kamen in der Bukowina, im Schiltal und in der Dobrudscha hinzu. Während der Zwischenkriegszeit gehörte mit Bessarabien eine weitere Siedlergemeinschaft zu Rumänien. Teile der deutschen Minderheitengruppen aus der Bukowina, Bessarabien und der Dobrudscha wurden 1940 vom Deutschen Reich umgesiedelt. Diese wurden jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aus Rumänien vertrieben. Nach regional unterschiedlichen Entwicklungen verließ eine Mehrheit der Sprachgruppe vor allem zwischen den 1970er und 1990er Jahren das Land als Spätaussiedler. Die verschiedenen Gruppen bestehen aber bis heute fort und sind teilweise gut organisiert.

Deutsche Kultur

Die Siedlungsgebiete der Deutschen im heutigen Rumänien bilden ganze Kulturlandschaften, die von ihren früheren deutschen Bewohnern geprägt wurden. Diese Gruppen entwickelten in mehreren Regionen vollständige Gesellschaften. Aufgrund der Nachkriegspolitik gibt es bis heute beständig deutsche Minderheiten in Rumänien, die sogar einen Abgeordneten ins Parlament entsenden. Vor allem Teile der sächsischen Gebiete Siebenbürgens sind heute beliebte Touristenziele.

Deutsche Bevölkerung

1931: 758.244. Das entspricht 4,2 Prozent der Landesbevölkerung bzw. 24,6 Prozent im Banat und 7,7 Prozent in Siebenbürgen.

1956: 384.70 (2,2 Prozent).

1992: 119.462. (0,52 Prozent).

2002: 60.088. (0,28 Prozent).

Unser Tipp

Die UNESCO-Welterbestätten in Siebenbürgen:

  • Schäßburg (rumänisch Sighișoara)
  • Birthälm (rumänisch Biertan)
  • Deutsch-Weißkirch (rumänisch Viscri)
  • Keisd (rumänisch Saschiz) , Tartlau (rumänisch Prejmer)
  • Kelling (rumänisch Câlnic )
  • Wurmloch (rumänisch Valea Viilor)

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Die Website des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien

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