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Die Laudatoren sind György Dalos und Christopher Clark.
Richard Wagner
Andreas Kossert: ostpreußen. geschichte und mythos

Die Laudatoren sind György Dalos und Christopher Clark.

Die Auszeichnung geht an Richard Wagner für sein Gesamtwerk und an Andreas Kossert für sein Buch »Ostpreußen. Geschichte und Mythos« • Die Preisverleihung findet am 5. Oktober 2008 um 15.00 Uhr im Rahmen des internationalen literaturfestivals berlin im Haus der Berliner Festspiele statt.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam vergibt im Herbst 2008 den Georg Dehio-Buchpreis. Mit dieser von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann dotierten Auszeichnung werden Autoren geehrt, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinandergesetzt haben. Der Georg Dehio-Buchpreis ist aufgeteilt in einen mit 12.000 € dotierten Hauptpreis und einen mit 8.000 € dotierten Ehrenpreis. Der Hauptpreis würdigt das publizistische Gesamt- und Lebenswerk eines Autors. Mit dem Ehrenpreis wird der Verfasser einer herausragenden Publikation ausgezeichnet.

Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Nina Hartl vom Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes sprach den Hauptpreis dem Schriftsteller Richard Wagner zu. 1952 im rumänischen Banat geboren, gehört Wagner zu den produktivsten und vielseitigsten Schriftstellern seiner Generation. 1973 debütierte er in Rumänien mit einem ersten Gedichtband und war einflussreicher Mitbegründer der »Aktionsgruppe Banat«, einer literarischen Vereinigung junger oppositioneller rumäniendeutscher Autoren. Seitdem ist er, vor allem nach seiner Übersiedlung in das damalige West-Berlin 1987, mit über dreißig Titeln – Gedichten, Erzählungen, Romanen und Sachbüchern – sowie zahlreichen journalistischen Beiträgen als wichtige Stimme in den literarischen und publizistischen Diskursformen zu verschiedensten Fragen der europäischen politischen Umbrüche zu hören. Wagner hat aus seiner ethnisch und kulturell vielfältig geprägten Heimat nicht nur unauslöschliche Erinnerungen und Erfahrungen mitgebracht und diese literarisch verarbeitet, sondern auch den sezierenden Blick, der die Welt, in der er lebt und an der er kritisch partizipiert, illusionslos durchdringt.

Der Ehrenpreis geht an Andreas Kossert für seine Publikation ostpreußen. geschichte und mythos. Der Autor beschreibt die Historie Ostpreußens, das nicht nur in Deutschland zum Mythos geworden ist, in einer Gesamtschau. Im Gegensatz zu bisherigen Darstellungen legt Kossert seinen Schwerpunkt auf die Mentalitäts- und Ideengeschichte und bezieht dabei die Sichtweisen der masurischen, der litauischsprechenden und der jüdischen Bevölkerungsgruppen ein. Er beleuchtet die von nationalen Mythen und ideologischen Belastungen geprägte europäische Region multiperspektivisch, wobei er Tabuthemen aufarbeitet und Stereotypen entlarvt. Souverän, stilistisch elegant und dabei stets wissenschaftlich fundiert, vermag Kossert es, das umfangreiche historische Material zu präsentieren und die komplexe Thematik »Ostpreußen« einer breiten Leserschaft zu erschließen.

Zusammensetzung der Jury

  • Karl-Markus Gauß, Publizist und Kritiker, Salzburg
  • Clemens-Peter Haase, Leiter des Bereichs Literatur und Übersetzungsförderung am Goethe-Institut München
  • Dr. Nina Hartl, Abteilung Literatur und Film beim DAAD – Berliner Künstlerprogramm | Juryvorsitzende
  • Prof. Dr. Joachim Rogall, Leiter des Programmbereichs Völkerverständigung Mitteleuropa, Osteuropa der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
  • Dr. Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift osteuropa, Berlin
  • Dr. Stefan Sienerth, Leiter des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V., München
  • Dr. Beate Störtkuhl, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, als Vertreterin des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien

Preisverleihung

Die feierliche Preisverleihung findet am 5. Oktober 2008 um 15 Uhr im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals im Haus der Berliner Festspiele statt.

    Haus der Berliner Festspiele
    Schaperstraße 24
    10719 Berlin
    T. +49 (0)30 25489100
    www.berlinerfestspiele.de
    U9, U3 | »Spichernstraße«

Die Laudatio auf Richard Wagner hält György Dalos.
Der ungarische Schriftsteller und Historiker war in den 60er Jahren in der damaligen Volksrepublik Ungarn wegen »maoistischer Umtriebe« mehrere Monate inhaftiert und gehörte 1977 zu den Mitbegründern der demokratischen Oppositionsbewegung. Viele seiner Bücher – Gedichtbände, Essaysammlungen, Romane – wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er lebt als freier Autor in Berlin und ist Mitherausgeber der deutschen Wochenzeitung freitag. Zuletzt erschien 2007 sein Roman jugendstil im rotbuch verlag.

Der Laudator für Andreas Kossert ist Christopher Clark.
Der Historiker lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine's College in Cambridge. Zu seinen Forschungsgebieten zählt neben der preußischen die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist Autor einer Biografie des letzten deutschen Kaisers, Wilhelms II. Zuletzt erschien von ihm in der deutschen verlags-anstalt das vielbeachtete Werk preußen. aufstieg und niedergang 1600–1947

www.literaturfestival.com
Das Internationale Literaturfestival Berlin im Internet

www.berlinerfestspiele.de
Das Haus der Berliner Festspiele im Internet

Verleihung des Georg Dehio Buchpreises
Die Auszeichnung geht 2008 an Richard Wagner | Ehrenpreis für Andreas Kossert

Ankunftsgeschichten – Ostpreußen nach 1945
Podiumsdiskussion mit dem Georg Dehio-Buchpreisträger Andreas Kossert, Kornelia Kurowska (Olsztyn/Allenstein) und Alexandr Solugubow (Kaliningrad) | Moderation: Manfred Sapper

Von Dutschke und Dubček zu Starbucks und Skype?
68 in Ost und West und die Freiheit jetzt | Podiumsdiskussion mit dem »Georg Dehio-Buchpreis«-Träger Richard Wagner sowie György Dalos und Thea Dorn | Moderation: Maike Albath

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