24.01.2019 - 02.03.2019
Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum
Am Kanal 47, 14467 Potsdam, Deutschland

Der Breslauer Psalter

Glanzlicht europäischer Buchkunst. Ausstellung der Faksimile-Ausgabe. Mit zwei Vorträgen im Begleitprogramm

Detail des Kalenderblattes Dezember | <i>Breslauer Psalter</i>, fol. 13r

Der Breslauer Psalter gehört zu den sehr komplexen, außergewöhnlich reich illustrierten und kostspieligen Handschriften des 13. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Eine verschwenderische Fülle von Illustrationen – biblische Szenen auf poliertem Goldgrund, detailreiche Randbilder, aufwendig gestaltete Initialen und phantasievoller Ornamentschmuck – zeichnen den Breslauer Psalter aus, den der Quaternio Verlag Luzern als seine neueste Faksimile-Edition in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam in einer Ausstellung zeigt.

Die kostbare Prachthandschrift entstand um 1265 für den herzoglichen Hof in Breslau, dem kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Zentrum Schlesiens. Dem Skriptorium des Zisterzienserklosters Leubus/Lubiąź dürfte bei der Erstellung der Texte eine maßgebliche Rolle zugekommen sein. Das Kloster Leubus war im 12. Jahrhundert von dem in Schlesien herrschenden Geschlecht der Piasten gegründet worden und erfreute sich auch während der folgenden Generationen der Unterstützung durch den Breslauer Zweig der herzoglichen Familie.

An der Entstehung der überreichen Ausschmückung des Buches waren neben mitteleuropäischen auch italienische Künstler beteiligt. Die Miniaturen, Initialen und Randbilder verweisen auf thüringisch-sächsische, fränkische, aber auch französische und englische sowie italo-byzantinische Einflüsse auf. Der bedeutendste Maler dürfte Gaibana Meister aus Padua gewesen sein. Anna von Böhmen, die Schwiegertochter der Hl. Hedwig, Schutzpatronin von Schlesien, war möglicherweise die Auftraggeberin. Der Psalter könnte als Hochzeitsgeschenk für Helene von Sachsen, die zweite Ehefrau ihres Sohnes Heinrich III. von Schlesien-Breslau entstanden sein.

Ein Psalter ist ein Gebetbuch, das sich im 13. Jahrhundert bei Laien wie Klerikern großer Beliebtheit erfreute. Es waren die am aufwändigsten illustrierten Handschriften und als solche Statussymbole. Häufig entstanden sie als Hochzeitsgeschenke und besiegelten dynastische Allianzen.

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, die einzelnen Seiten dieser Prachthandschrift mit ihren vielen Details aus der Nähe zu betrachten und im ausliegenden Faksimile-Band zu blättern. Der Breslauer Psalter hat 28 ganzseitige Miniaturen, 10 großformatige Bildinitialen, 168 Miniaturen auf den Seitenrändern der Blätter und Hunderte von figürlichen Szenen schmücken die 147 Blatt im Format 32,6 x 22,7 cm.

Ausstellungseröffnung

Mittwoch, 23. Januar 2019
18:00 Uhr
Stadt- und Landesbibliothek Potsdam – Foyer
weitere Informationen

Öffnungszeiten

Montag
15:00 – 19:00 Uhr

Dienstag – Freitag
10:00 – 19:00 Uhr

Samstag
10:00 – 16:00 Uhr

Begleitprogramm

Mittwoch, 30. Januar 2019, 18:00 Uhr
Der Breslauer Psalter im Fitzwilliam Museum in Cambridge
Das Werk und sein schlesischer Stifterkreis im 2. Drittel des 13. Jahrhunderts
Prof. Dr. Romuald Kaczmarek, Universität Breslau/Wrocław

Mittwoch, 13. Februar 2019, 18:00 Uhr
Schlesien im Mittelalter: zwischen Polen und Böhmen, Goldener Horde und Landesausbau
Prof. Dr. Matthias Hardt, Leibnitz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, Leipzig

Anfahrt

Bahn
Vom Hauptbahnhof Potsdam (S-, Regional- und Fernbahn):
10 Minuten Fußweg über die Lange Brücke in Richtung Innenstadt

Straßenbahn
Alle Straßenbahnlinien in Richtung Zentrum
Ausstieg Haltestelle »Platz der Einheit/Bildungsforum« und Haltestelle »Platz der Einheit/West«

Die Ausstellung wird in Kooperation des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit dem Quaternio Verlag Luzern und der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam gezeigt.

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