27.02.2015 , 19:00
Čelakovského 5, 301 00 Plzeň 3 / Pilsen, Tschechische Republik

HinterNational – Johannes Urzidil

Multimediale Lesung und Buchpräsentation mit Klaus Johann, Vera Schneider und Gerhard Trapp

Johannes Urzidil 1952 im Studio des Senders Voice of America

Johannes Urzidil (1896–1970), jüngster Dichter des berühmten »Prager Kreises« um Max Brod, Franz Kafka und Franz Werfel, hat als Sohn einer deutsch-tschechisch-jüdischen Familie eine multinational geprägte Biografie, wie sie für das östliche Mitteleuropa typisch ist. Nach der Besetzung Prags durch die Nationalsozialisten emigrierte Urzidil nach New York und nahm später die amerikanische Staatsangehörigkeit an. Der Brückenschlag zwischen alter und neuer Heimat wurde für den Sohn eines deutschnationalen Vaters und einer tschechisch-jüdischen Mutter zu einem Leitmotiv seines Lebens und Schreibens. In Urzidils Hauptwerken Goethe in Böhmen, Die verlorene Geliebte und Prager Triptychon steht seine alte Heimat im Mittelpunkt. Er schrieb aber mit Das Große Halleluja auch einen bedeutenden Amerika-Roman.

Im November 2010, als sich der Todestag des Schriftstellers zum vierzigsten Mal jährte, erschien in der Potsdamer Bibliothek östliches Europa das Lesebuch HinterNational – Johannes Urzidil von Klaus Johann und Vera Schneider. Das Buch wird in Form eines multimedialen Vortrags präsentiert. Klaus Johann und Vera Schneider zeigen eine Schriftstellerbiografie zwischen Böhmen und New York anhand von zahlreichen Zitaten von und über Urzidil, Ausschnitten aus seinen Radiolesungen sowie Bilddokumenten aus dem Nachlass. Gerhard Trapp – einer der wichtigsten Urzidil-Forscher, der den Schriftsteller zudem persönlich kannte – wird Teile aus seinem Briefwechsel mit ihm vortragen.

Die Referenten

Klaus Johann, geb. 1968, Dr. phil., freier Literaturwissenschaftler und Lektor, studierte Deutsche Philologie, Philosophie, Kath. Theologie, Geschichte und Pädagogik. Er veröffentlichte Bücher und Aufsätze u. a. als Mitherausgeber des Konferenzbandes Johannes Urzidil (1896–1970). Ein ›hinternationaler‹ Schriftsteller zwischen Böhmen und New York (2013). Er war Mitorganisator der Urzidil-Konferenz im Mai 2010 in Ústí nad Labem/Aussig und plant eine Urzidil-Werkausgabe.

Vera Schneider, geb. 1968, Dr. phil., studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und promovierte zur Prager deutschen Literatur. Sie arbeitete als Lektorin und im Bereich der interkulturellen Bildung sowie als Journalistin. Derzeit ist sie am Deutschen Kulturforum östliches Europa als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.

Gerhard Trapp, geb. 1938, Dr. phil., studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft; später war er am Goethe-Institut in Deutschland, Indien, Frankreich, China und Norwegen in verschiedenen Funktionen tätig. Er promovierte
zum Werk von Urzidil und veröffentlichte zahlreiche Publikationen über ihn.

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit den 34. Smetana-Tagen 2015 in Pilsen und der Plzeňská filharmonie (Pilsner Philharmonie).

Auf der Website www.urzidil.de von Klaus Johann und Vera Schneider sind Rezensionen zum Buch, eine Linksammlung sowie Hinweise auf Neuigkeiten zum Thema Johannes Urzidil abrufbar.

Lage

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