27.02.2014 , 19:00
Pommersches Landesmuseum
Rakower Str. 9, 17489 Greifswald, Deutschland

Eine nie vergessene Geschichte

Am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Lesung und Konzert mit Jan und Ulrich Koneffke

Uferbefestigung an der pommerschen Ostseeküste
Ulrich Koneffke
Jan Koneffke

Faszinierende Ausschnitte aus dem Roman Eine nie vergessene Geschichte von Jan Koneffke, einer pommerschen Familiengeschichte mit ausgreifenden persönlichen und geistesgeschichtlichen Dimensionen, deren Schwingungen durch das Konzertprogramm musikalisch intensiviert werden.

Felix Kannmacher, der mit seinen Brüdern in einem kleinen Ostseestädtchen als Sohn des von Immanuel Kant begeisterten Schulmeisters aufwächst, gerät in zunehmende psychische Not, da ihn das Schicksal konsequent zu benachteiligen scheint. Ein Lichtstreif am Horizont ist die ihm vorhergesagte Zukunft als Konzertpianist, wären da nicht die kaiserlich-patriotische Stimmung am Vorabend des Ersten Weltkriegs, die auch die tiefste pommersche Provinz erreicht, und die Metallsammlung für die Waffenindustrie, der das geliebte Tasteninstrument zum Opfer fallen wird. Und dann winkt noch eine Doppelhochzeit … Felix flieht vor seiner eigenen Geschichte, zieht mit einem einst berühmten rumänischen Pianisten durch Europa. Was wird aus ihm werden?

Eine nie vergessene Geschichte ist eine eindrucksvolle Familiensaga, die ein Panorama vom ausgehenden 19. Jahrhunderts über Kriegsende und Flucht 1945 bis hin zur Gegenwart entfaltet. Günter Grass schreibt über den Roman:

»Es ist Jan Koneffke wahrlich gelungen, das verloren gegangene Pommern in einer Reihe scharf konturierter Figuren zu beleben. Weil einprägsam dargestellt, werden sie geradezu bildhaft. Ein unablässiger Lesegenuss.«

Jan Koneffke wurde 1960 in Darmstadt geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Berlin und pendelte lange Jahre zwischen Rom, Wien und Bukarest. Er erhielt unter anderem das Villa-Massimo-Stipendium, den Leonce-und-Lena-Preis, den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis, den Offenbacher Literaturpreis und eine Gastprofessur in Bamberg. Koneffke lebt in Wien und in Rumänien. Er arbeitete als Kulturkorrespondent für Zeitungen und Rundfunkanstalten. In Wien ist er Mitherausgeber der Literaturzeitung wespennest. Seine literarische Produktion umfasst Lyrik, Romane und Erzählungen. 2013 wurde er mit dem Usedomer Literaturpreis ausgezeichnet. Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek als Juryvorsitzender würdigte ihn als »eine der aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur«; die Neue Zürcher Zeitung schreibt: »Jan Koneffke ist ein Zauberer.«

Ulrich Koneffke, geboren 1957, ist Pianist des Grüneburg-Trios, das zahlreiche nationale und internationale Preise errang und seitdem bei Konzerten und Rundfunkaufnahmen große Anerkennung fand. Neben solistischen und kammermusikalischen Aktivitäten außerhalb des Trios hat er sich auch als Klavierbegleiter einen Namen geschaffen. Seit 1986 lehrt er zudem am Peter-Cornelius-Konservatorium der Stadt Mainz Klavier, Liedgestaltung und Kammermusik. Koneffke nahm eine ganze Reihe von CDs auf, darunter alle Lieder von Sergej Rachmaninov. Bei unserer Veranstaltung wird er mit Kompositionen von Bach, Chopin, Debussy, Brahms und Schostakowitsch einen musikalischen Kontrapunkt setzen, der sich direkt auf die Romantexte bezieht.

Eintritt

5,– €
3,– € ermäßigt

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums im Rahmen des Jahresschwerpunkts 2014 Zeitenwende 1914. Das östliche Europa zwischen Aufbruch und Abgrund. In Kooperation mit dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald

Lage

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