17.06.2009 , 19:00

Herrenhäuser ohne Herren. Ostpreußische Schloss- und Gutsanlagen nach dem Zweiten Weltkrieg

Vortrag von Dr. Herle Forbrich, Hamburg

Forbrich, Herle: herrenhäuser ohne herren. ostelbische geschichtsorte im 20. jahrhundert, Band 17 der Reihe : Colloquia Baltica, Martin Meidenbauer Verlag, 1. Aufl. 12.2008, 276 S. - 21 x 14,7 cm, Paperback; 29,00 EUR [D] / 29,90 EUR [A], ISBN : 978-3-899

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung »Schloss Friedrichstein in Ostpreußen und die Grafen Dönhoff« , die vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit Dr. Kilian Heck, dem Mitherausgeber des Buches friedrichstein. das schloss der grafen von dönhoff in ostpreußen erstellt wurde • Gezeigt in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Schloss Caputh

19.00 Uhr

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Ostpreußen mehr als 2.100 Gutsbezirke. Die dazugehörenden Herrenhäuser lagen im Durchschnitt kaum fünf Kilometer auseinander. Dazu zählten sowohl große Schlösser wie Finckenstein, Friedrichstein oder Schlobitten als auch bescheidenere Gutshäuser wie Eichmedien, Gablauken oder Ublick. Bereits im Ersten Weltkrieg wurde bis zu einem Viertel der Güter beschädigt oder zerstört. Den Besitzern gelang jedoch häufig ein Wiederaufbau. Erst die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges veränderten die historische Gutslandschaft dauerhaft.

Die Nutzung der Herrenhäuser nach 1945 spiegelt vor allem die Schwierigkeiten Polens und der Sowjetunion bei der Neubesiedlung und dem Wiederaufbau wider. Viele Güter blieben aber weiterhin mit einer landwirtschaftlichen Nutzung verbunden. In den Herrenhäusern befanden sich dann Büroräume und Wohnungen für die Angestellten der staatlichen Betriebe. Das gilt in jedem Fall für die Güter in Ermland und Masuren und tendenziell auch für die im Kaliningrader Gebiet, doch überwiegt hier bereits seit Ende der sechziger Jahre der Leerstand.

Seit der politischen und wirtschaftlichen Transformation der neunziger Jahre, als bisherige Nutzungsformen aufgelöst wurden, beschleunigt sich der Verfall der Gutsanlagen. Einige Lösungen entstehen zwar durch privates Engagement, problematisch bleibt jedoch der Erhalt der großen Bauten. Gleichzeitig wächst aber das Interesse an den ostpreußischen Herrenhäusern und ihrer Geschichte.

Die Referentin

Herle Forbrich ist Kulturwissenschaftlerin und promovierte Historikerin. Nach dem Studium in Frankfurt (Oder), Tartu (Estland) und Vaasa (Finnland) arbeitet sie heute als freie Wissenschaftlerin und Autorin.

Eintritt
Eintritt: 3,– €

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2009-06-17 00:00:00