25.07.2004 - 26.09.2004

Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen

Gerettetes oder verlorenes Kulturgut?

Schlobitten/Słobity
Dönhoffstädt/Drogosze
Karnitten/Karnity
Quittainen/Kwitajny

Die Ausstellung des Kulturzentrums Ostpreußen (Ellingen) wird vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg präsentiert • Eröffnung Sonnabend, 24. Juli 2004, 15:00 Uhr • geöffnet Di – So, 10:00 – 17:00 Uhr

Die Ausstellung stellt Schlösser und Gutshäuser im südlichen Teil des ehemaligen Ostpreußens vor, der heute zu Polen gehört. Die ansprechenden, ästhetischen Bilder von Mirosław Garniec entstanden Mitte der 90er Jahre und zeigen die Gebäude eingebettet in eine stimmungsvolle Landschaft, oft aber auch deren Verfall.

Landschlösser und stattliche Herrenhäuser mit Wirtschaftsgebäuden, umgeben von gepflegten Parkanlagen, spielten früher im Landschaftsbild Ostpreußens eine besondere Rolle. Architektonisch orientieren sich die Gebäude an den großen Vorbildern der jeweiligen Epoche. Im Vergleich zu anderen Regionen sind die Gutshäuser in Ostpreußen allerdings eher schlicht, Anlagen, die als Schloss bezeichnet werden können, selten. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine rein provinzielle Architektur handelt. Seit dem 17. Jahrhundert sind alle Architekturstile vertreten. Besondere Bedeutung kommt den Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert zu, die zum größten Teil von westeuropäischen Architekten und Baumeistern errichtet wurden. Der wohl bedeutendste ist der Hugenotte Jean de Bodt, der zuvor in Berlin am Zeughaus und in Potsdam am Bau des Stadtschlosses beteiligt war. Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Anlagen im neugotischen Stil erbaut.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel der nördliche Teil Ostpreußens an die Sowjetunion, der südliche an Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die heute hier lebenden Menschen stammen überwiegend aus den ehemaligen östlichen Landesteilen Polens. Viele der Gutshäuser wurden nun als Verwaltungssitze oder Wohnhäuser der staatlichen Landwirtschaftsbetriebe genutzt oder, wenn sie an einem Seen lagen, als Erholungszentren; die übrigen verfielen. An der Architektur und der Kultur der verhassten Deutschen bestand zunächst wenig Interesse. Das änderte sich nach der politischen Wende 1989.

Eine jüngere Generation setzt sich vielfach unbefangener mit der Geschichte und Kultur der Region auseinander, die sie als Teil der eigenen Identität begreift. Anfang der 90er Jahre bildeten sich verschiedene regionale Vereine, die sich für die Erforschung und den Erhalt der Baudenkmäler in den ehemaligen preußischen Gebieten einsetzen. Vor diesem Hintergrund entstand die Fotoausstellung »Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen«.

Die Ausstellung, die von der polnischen Kunsthistorikerin Małgorzata Jackiewicz-Garniec konzipiert wurde, wird vom Deutschen Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gezeigt.

Der gleichnamige Bildband der Ausstellungsautoren Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen stellt in zahlreichen Farbaufnahmen 329 Residenzen und Gutshöfe vor. Das Buch ist in der Ausstellung erhältlich.

Eröffnung:
Sonnabend, 24.07.2004, 15:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Di – So von 10:00 bis 17:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.
Für Rollstuhlfahrer mit Begleitung geeignet.

Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Schlagwörter

Tags: DKF-Ausstellung

2004-07-25 19:30:00
2004-09-26 00:00:00