14.09.2019 , 20:00
Kino filmkunst 66
Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin, Deutschland

The Mover

Die unbekannte Geschichte des Letten Žanis Lipke, der im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Jüdinnen und Juden in seinem Keller in Riga versteckte. Filmvorführung im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg 2019

Standbild aus <i>The Mover</i>

The Mover erzählt die Geschichte von Žanis Lipke, der während der deutschen Besatzung in Riga Juden aus einem Arbeitslager rettete. Žanis war ein einfacher Arbeiter, der wie viele versuchte, das Überleben seiner Familie während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zu sichern. Er arbeitete in einem deutschen Waffenlager und übernahm auch kleine Schmuggeltätigkeiten. Als sein jüdischer Freund und Nachbar abgeholt wird, begreift er die grausame Realität und beginnt Juden aus dem Waffenlager zu schmuggeln. Erst bringt er sie nur in Sicherheit, dann versteckt er sie in dem Bunker unter seinem Haus. Der Film lässt offen, ob er aus Sturheit oder Nächstenliebe handelte, doch wurde er so zum lettischen Helden.

Im Vorfilm Judenrein entfaltet Daniel Blaufuks aus dem Material eines alten Amateurfilm, den er auf ebay gefunden hat, eine Geschichte über einen Ort in Polen, an dem Jüdinnen und Juden einen großen Teil der Bevölkerung ausmachten. Nach der Rückkehr aus den Vernichtungslagern sind sie komplett aus dem öffentlichen Lebensraum ihrer Heimatorte verschwunden und damit aus den Bildern und Gedächtnis. Daniel Blaufuks reflektiert anhand dieses Footage-Materials über seine biographischen Wurzeln und so wird dieser gefundene Film zu einer persönlichen Geschichte.

Programm

Filmvorführung

Judenrein
Regie: Daniel Blaufuks
Polen/Portugal 2018, 10 Min.

The Mover
Regie: Dāvis Sīmanis
Lettland 2018, 90 Min., lett. OmeU.

Berliner Premiere

Anschließend
Filmgespräch mit Dāvis Sīmanis und Daniel Blaufuks
Moderation: Gudrun Holz

Regie
Dāvis Sīmanis
Dāvis Sīmanis Jr., geboren in Lettland, zeichnet als Dokumentar- und Spielfilmregisseur und ist zudem als Drehbuchautor und Filmdozent tätig. Seine Dissertation hat er über die Darstellung von Geschichte im Film geschrieben. Seine Filme, die sich auch immer wieder um die Geschichte Lettlands drehen, wurden auf zahlreichen Filmfestivals prämiert. 2018 war er mit ESCPING RIGA beim JFBB vertreten. Filmografie: Escaping Riga (2018) Exiled (2016); Chronicles of the last temple (2012); Pasaules Skana (2010); Valkyrie limited (2009); Version.lno (2007)

Produktion
Mistrus Media

Produzent/in
Gints Grūbe

Weltvertrieb
Menesha Films

Drehbuch
Dāvis Sīmanis
Matīss Gricmanis

Kamera
Andrejs Rudzāts

Schnitt
Andris Grants
Davis Sīmanis

Darsteller
Artūrs Skrastiņš
Ilze Blauberga
Leonīds Lencs
Matīss Kipļuks

Festivals/Auszeichnungen
Karlovy Vary International Film Festival 2019

Eintritt

9,– Euro
7,– Euro ermäßigt
5,– Euro Kinder (bis 14 J.)

Weitere Informationen, auch zum Ticketerwerb, finden Sie auf der Website des 25. Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg.

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen der dreiteiligen Filmreihe »Jüdische Schicksale im östlichen Europa« auf dem 25. Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg. Gezeigt im filmkunst 66

Die weiteren Termine

Montag, 9. September 2019
Levins Mühle
Drehbuch und Regie: Horst Seemann
Nach der gleichnamigen literarischen Vorlage von Johannes Bobrowski
DDR 1980, Spielfilm, 116 Min., Original mit deutschen Untertiteln
Einführung: Lihi Nagler
20:00 Uhr, Eva Lichtspiele Berlin

Montag, 16. September 2019
Under A Placid Sky/Obłoki płyną nad nami/Unter einem stillen Himmel
Regie: Anna Konik
PL 2018, Spielfilm, 89 Min., polnisches Original mit deutschen Untertiteln
Gast: Anna Konik im Gespräch mit Vera Schneider
20:00 Uhr, Filmkunst 66 Berlin

2019-09-14 20:00:00
2019-09-14 22:00:00