09.02.2017 , 18:00
Schlesisches Museum zu Görlitz – Eingang Fischmarkt 5
Untermarkt 4, 02826 Görlitz, Deutschland

Reformation in Ostmitteleuropa

Themenabend mit Vorträgen zu Böhmen und Mähren, Polen-Litauen und Siebenbürgen. Mit einer Führung durch die Ausstellung »Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder«

Die Kirchenburg von Birthälm/Biertan in Siebenbürgen, evangelischer Bischofssitz vom 16. bis 19. Jahrhundert

Die Reformation in der Folge des sogenannten Thesenanschlags von Martin Luther an der Wittenberger Schlosskirche 1517 bildet einen der wichtigsten Einschnitte der europäischen Geschichte. Diese Entwicklung erfasste nicht nur die Länder des Römisch-Deutschen Reichs, sondern auch die östlich gelegenen Nachbarregionen, oft vermittelt über die deutschsprachigen Städte und Gegenden. Das östliche Mitteleuropa war sehr empfänglich für die Ideen einer Kirchenerneuerung und einer Intensivierung des Glaubens.

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung »Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien« will der Themenabend die Ausbreitung der Reformation in Ostmitteleuropa an einigen Beispielen – Böhmen und Mähren, Polen-Litauen und Preußenland sowie Siebenbürgen – vorstellen.

In Böhmen und Mähren hatten die reformatorischen Bestrebungen durch die hussitische Glaubensbewegung bereits ein Jahrhundert vor Luther eingesetzt. Polen-Litauen zeichnete sich durch große konfessionelle Vielfalt aus. Unter der Krone Polens entstand mit dem Herzogtum Preußen das erste evangelische Staatswesen. In Siebenbürgen übernahmen in den 1540er Jahren alle Städte und Verwaltungseinheiten der »Sächsischen Nation« die Lehre Luthers.

Programm

17:00 Uhr
Führung durch die Ausstellung
»Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien«
Mit Dr. Annemarie Franke, Kulturreferentin für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz
weitere Informationen zur Ausstellung

18:00 Uhr
Begrüßung
Dr. Markus Bauer, Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz

Einführung
Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Vorträge

Reformation vor der Reformation? Buntheit und Spezifika der religiösen Situation der böhmischen Länder vom 15. bis zum 17. Jahrhundert
PhDr. Jan Ždichynec, Karls-Universität Prag

Im Spiel der Mächte. Reformation und Entfaltung evangelischen Lebens in Polen-Litauen
Dr. Lars-Arne Dannenberg, Königsbrück

Generalprobe Glaubensfreiheit – Reformation und Konfessionalisierung in Siebenbürgen
Dr. Harald Roth

Die vor 500 Jahren einsetzende Reformation hat nicht nur die Kirche, sondern die Geschichte, Gesellschaft und Kultur in Ostmitteleuropa nachhaltig geprägt. Hier äußerte sich die Glaubenserneuerung in einer ausgeprägten Vielgestaltigkeit, der mit dem Jahresthema »Mehr als Luther« Ausdruck verliehen werden soll.

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz und der Kulturreferentin für Schlesien

Lage


2017-02-09 18:00:00
2017-02-09 21:00:00