10.05.2012 - 13.05.2012

Zeichen der Teilung – das Erbe der Architekturmoderne in Oberschlesien heute

Studienreise für Studierende aus Deutschland und Polen

Der Kattowitzer »Wolkenkratzer« und das Gebäude des Schlesischen Sejms gehören zu den wichtigsten Bauten der Zwischenkriegszeit in der Stadt.
»Admiralspalast« w Zabrzu, budowany w latach 1924–1927, jest dziełem architektów Richarda Bielenberga i Josefa Mosera. Był wykorzystywany aż do lat dziewięćdziesiątych jako hotel. foto:

Die Anmeldefrist endete am 30. März 2012. Alle Plätze sind bereits vergeben. • Organisatoren | Organisatorzy: Juliane Tomann, Institut für angewandte Geschichte, Maximilian Eiden, Schlesisches Museum zu Görlitz und Ariane Afsari, Deutsches Kulturforum östliches Europa

▼ Informacja po polsku:

▼ Flyer

Zweimal Oberschlesien?

Oberschlesien hat eine wechselvolle Geschichte: Am östlichen Rand des deutschen Kaiserreiches gelegen, war die Region spätestens seit dem 19. Jahrhundert geprägt von deutschem und polnischem Nationalismus, der von außen in die Region getragen und von aktiven Minderheiten der Bevölkerung zunehmend aufgegriffen wurde. Der nach dem Ersten Weltkrieg geschlossene Vertrag von Versailles rückte das Industriegebiet um Kattowitz, Hindenburg/O.S. und Beuthen/O.S. ins Licht der Weltöffentlichkeit, denn der Streit um dessen nationale Zugehörigkeit wurde von beiden Seiten mit aller Härte geführt. Die bürgerkriegsartigen Zustände in der Region dauerten bis 1921 an. Der Völkerbund entschied nach einem Plebiszit, Oberschlesien zwischen Deutschland und Polen aufzuteilen. Mitten durch eine eng verflochtene Industrieregion verlief ab 1922 die neue deutsch-polnische Staatsgrenze.

Nach der Teilung

Sowohl in der preußischen Provinz Oberschlesien auf deutscher als auch in der Woiwodschaft Schlesien auf polnischer Seite entfaltete sich in den zwanziger und dreißiger Jahren eine gesteigerte Bautätigkeit: Administrations- und Wohngebäude entstanden, die nicht allein den alltäglichen Bedürfnissen einer Region entsprachen, die sich nach ihrer Teilung neu organisieren musste. Der Bauboom sollte auch politische Signale aussenden. Das polnische Katowice und die deutsche Dreistadt Gleiwitz-Hindenburg-Beuthen/O.S. verwandelten sich unter den Vorzeichen nationaler Reorganisationswünsche in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in ein Experimentierfeld der Architekturmoderne. Die Ergebnisse dieses Experimentes prägen die Stadtbilder bis heute. Dabei wird Katowice von Architekturhistorikern als »geheime Hauptstadt der Ostmoderne« bezeichnet und rühmt sich noch heute, in der Zwischenkriegszeit den ersten Wolkenkratzer Polens errichtet zu haben, der mittlerweile als Wohngebäude dient. Auf deutscher Seite wurden für Hindenburg groß angelegte Stadtentwicklungsmodelle erdacht, die der Siedlung durch ein neu gebautes Zentrum einen urbanen Charakter verleihen sollten.

Inhaltliche Schwerpunkte der Studienreise

Anhand der Entstehungs- und (Um-)Nutzungsgeschichte einzelner Bauten sollen Schlaglichter auf das in der Zwischenkriegszeit geteilte Oberschlesien geworfen werden. Eigenheiten im Bau auf deutscher und polnischer Seite werden herausgearbeitet und miteinander verglichen. Im Mittelpunkt steht die Analyse einzelner Gebäude der Architekturmoderne in Katowice und Hindenburg/O.S. (nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Zabrze). Die TeilnehmerInnen werden die beiden Städte und ihr architektonisches Erbe zunächst auf Grundlage von Fotografien, Texten und Filmen kennenlernen und sodann vor Ort gemeinsam mit HistorikerInnen und KulturwissenschaftlerInnen erkunden. Gespräche mit Vertretern aus Kunst und Kultur zur heutigen Nutzung der Gebäude und zum Umgang mit der historischen Bausubstanz bilden den Rahmen.

Ergebnisse und Nachbereitung der Studienreise

Ziel der Reise ist es, eine interaktive Karte des architektonischen Erbes der Zwischenkriegszeit in Katowice und Zabrze für den Internetgebrauch zu erstellen. Die Referate der TeilnehmerInnen werden als Grundlage für die Erstellung der Inhalte der Karte genutzt. Die TeilnehmerInnen der Studienreise sollten in der Phase der Nachbereitung für die Entstehung der interaktiven Karte kurze Textbausteine auf Grundlage der vorbereiteten Referate einreichen. Die AutorInnen der Beiträge werden namentlich erwähnt.

Flyer

Weitere Informationen und das gesamte Programm der Exkursion

»Das Skandalspiel von Kattowitz«


Gespräch über Fußball und nationale Zugehörigkeit in Oberschlesien in der Zwischenkriegszeit

Institut für angewandte Geschichte e.V.

Geschäftsführer: Stephan Felsberg T. +49 335 5534 5206 F. +49 335 5534 72327 E-Mail: info[at]instytut.net Postanschrift c/o Europa-Universität Viadrina Große Scharrnstraße 59 15230 Frankfurt (Oder)

Schlesisches Museum zu Görlitz

Haus zum Goldenen Baum Untermarkt 4, Brüderstraße 8 Postfach 300 461 02826 Görlitz T. +49 3581 87910 F. +49 3581 8791200 E-Mail: kontakt[at]schlesisches-museum.de Museumsleiter: Herr Dr. Markus Bauer

Architekturmoderne in Oberschlesien – Zeichen der Teilung

Ein Reisebericht

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Tags: DKF-Veranstaltung

2012-05-10 19:00:00
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