09.11.2018 , 18:00

Im Fluss der Zeit

Jüdisches Leben an der Oder. Eröffnung der deutsch-polnischen Wanderausstellung

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.

Programm

Begrüßung

  • Sławomir Szenwald, Direktor der Woiwodschafts- und Stadtbibliothek in Landsberg a. d. Warthe

Einführung in die Ausstellung

  • Dr. Magdalena Gebala, Kuratorin
  • Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach, Kuratorin

Vortrag anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht

»Zur Geschichte der Juden in Landsberg an der Warthe. Von ihren Anfängen bis zum tragischen Ende 1938«

  • Robert Piotrowski, Historiker

Die Veranstaltung findet in polnischer Sprache statt.

Eintritt

frei

Dauer der Ausstellung

10. November 2018 bis 15. Februar 2019

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, realisiert in Zusammenarbeit mit:

  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Uniwersytet Wrocławski
  • Stowarzyszenie Historyczno-Kulturalne »Terra Incognita«
  • Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej im. Alfa Kowalskiego
  • Fundacja Bente Kahan

Kuratorinnen

Weitere Informationen zu dieser Wanderausstellung hier

 Informacje na otwarcie wystawy wędrownej w Gorzowie Wielkopolskim w języku polskim tutaj

Lage


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