07.12.2018 , 16:15
Humboldt-Universität Berlin – Senatssaal
Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Deutschland

Plötzlich Minderheit! Ethnischer Bekenntniszwang und Indifferenz nach 1918

Themenabend über hybride Identitäten im Elsass, in der Untersteiermark/Slowenien, im Burgenland, in der Kaschubei und in Oberschlesien

Veranstaltungsflyer unter Verwendung der Karte »Völker und Sprachen vor dem Ersten Weltkrieg«

Im Fokus dieses Thementags stehen europäische Grenzräume, in denen Menschen lebten, die sich nach 1918 nicht eindeutig einer einzigen Sprach- oder Kulturgruppe zuordnen ließen. Entweder fühlten sie sich zu zwei verschiedenen Ethnien zugehörig oder sie wollten keiner von beiden angehören und hatten eine eigenständige Regionalidentität entwickelt. Nach veränderten Grenzziehungen als Folge des Ersten Weltkriegs waren nicht wenige dieser Gruppen plötzlich gezwungen, sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden – ein ethnisches Identitätsmanagement, das seine konzeptionellen und ideologischen Wurzeln im 19. Jahrhundert hat, setzte ein.

Dieses Phänomen, das bis heute nur wenig bekannt ist, wollen wir mit Experten anhand mehrerer Beispiele des östlichen wie westlichen Europa beleuchten:

  • Untersteiermark
  • Burgenland
  • Oberschlesien
  • Kaschubei
  • Elsass
Die Untersteiermark/Štajerska im heutigen Slowenien war eine jener Regionen, deren Bewohner nach 1918 ethnisch meist nicht klar zuordenbar waren. Im Bild der Marktplatz von Marburg an der Drau/Maribor

Programm

Begrüßung

  • Prof. Dr. Hannes Grandits, Lehrstuhl Südosteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Gespräch

  • Dr. Miłosława Borzyszkowska-Szewczyk, Universität Danzig/Gdańsk, Schwerpunkt Kaschubei
  • Prof. Dr. Claude Muller, Universität Straßburg/Strasbourg, Schwerpunkt Elsass
  • Dr. Christian Promnitzer, Universität Graz, Schwerpunkt Untersteiermark/Slowenien
  • Moderation: Prof. Dr. Hannes Grandits, Schwerpunkt Burgenland

Filmausschnitte

Wer bin ich? Schlesische Lebensläufe von Andrzej Klamt

  • mit Kommentar von Dr. Marcin Wiatr, Georg Eckert Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung Braunschweig

Eintritt

frei

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jahresthemas 2018: Zwischen Trauer und Triumph. 1918 im östlichen Europa in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin

Lage


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