22.11.2017 , 19:00
Tschechisches Zentrum Berlin
Wilhelmstraße 44 / Eingang Mohrenstraße, 10117 Berlin

Auf dem Weg zur Versöhnung

Podiumsgespräch mit Jaroslav Ostrčilík. Begleitveranstaltung zur Verleihung des Georg Dehio-Kulturpreises 2017

Versöhnungsmarsch 2015

Im Jahre 1938 wurde infolge des Münchner Abkommens das Sudetenland von der Tschechoslowakei abgetrennt. 1939 besetzte die Wehrmacht Böhmen und Mähren. Die jüdische Bevölkerung wurde deportiert und ermordet, Tschechen drangsaliert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es im Zuge der Vertreibung der Deutschen vielerorts zu Racheakten von tschechischer Seite. Einer der schrecklichsten war der sogenannte Brünner Todesmarsch, bei dem die noch verbliebene deutsche Bevölkerung der Stadt zur österreichischen Grenze getrieben wurde. Viele überlebten die Strapazen nicht.

Jaroslav Ostrčilík

Lange Zeit war die Vertreibung der Deutschen sowie der deutsche Anteil an der Geschichte des Landes in der Tschechoslowakei bzw. in Tschechien ein Tabu. Erst die jüngere Generation begann sich mit diesem Teil der eigenen Geschichte zu beschäftigen. Einer von ihnen, Jaroslav Ostrčilík, wollte die Menschen der Stadt Brünn auf die jüngere Vergangenheit hinweisen, indem er mit Gleichgesinnten den Weg des Todesmarsches jährlich nachging. Sie erreichten nicht nur, dass sich heute die Vertreter der Stadt der Vergangenheit stellen, sondern dass in jährlichen grenzüberschreitenden Veranstaltungen von »Meeting Brno« Menschen aus Tschechien, Deutschland und Österreich zusammenkommen. Perspektiven und Wege, gegenseitige Vorbehalte und Vorurteile auszuräumen und zu einem konstruktiven Zusammenleben innerhalb Europas zu kommen, sind Thema der Diskussion.

Programm

Begrüßung

  • Tomáš Sacher PhD., Direktor des Tschechischen Zentrums Berlin
  • MDg i. R. Winfried Smaczny, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa e.V

Anschließend diskutieren:

  • Jaroslav Ostrčilík (Brünn und Prag), Autor, Journalist und Aktivist
  • Bernd Posselt (München), Politiker, Sprecher und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft
  • Mgr. Matěj Spurný PhD. (Prag), Historiker und Mitbegründer von »Antikomplex«
  • Moderation: Bára Procházková (Prag), Journalistin

Ende gegen 21 Uhr

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin

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