14.03.2016 , 19:30
Österreichisches Kulturforum Berlin
Stauffenbergstraße 1, 10785 Berlin, Deutschland

Marie von Ebner-Eschenbach

Themenabend zum 100. Todestag der deutschmährischen Schriftstellerin. ACHTUNG: Die Veranstaltung ist ausgebucht. Eventuell sind Restkarten direkt beim Österreichischen Kulturforum Berlin erhältlich.

Marie von Ebner-Eschenbach mit ihrem Gemahl Moritz

Die um 1900 gefeierte Grande Dame der deutschsprachigen Literatur, deren gesellschaftskritische Erzählungen und Aphorismen auch heute noch aktuell sind, wurde am 13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz/Zdislavice bei Kremsier/Kroměříž in Mähren als Tochter eines Barons aus dem alten böhmischen Adelsgeschlecht der Dubský geboren. Als kleines Mädchen lauschte sie den Geschichten ihrer tschechischen Kindermädchen, aus denen sie auch für ihre späteren Texte Anregungen schöpfte. Oft finden sich tschechische Figuren, Redewendungen und Motive, etwa in Das Gemeindekind, Božena oder Krambambuli.

»Man kann nicht allen helfen! sagt der Engherzige und – hilft keinem.«

In Tschechien wird 2016 mit mehreren Veranstaltungen an Marie von Ebner-Eschenbach erinnert. Eine Wanderausstellung mit Stationen in Schloss Lissitz/Lysice, das einen Teil des Nachlasses in einer ständigen Exposition präsentiert, sowie Kremsier/Kroměříž und Prag soll die literaturhistorische Bedeutung der Schriftstellerin vermitteln. Für Juni ist die Enthüllung eines Denkmals in ihrem Geburtsort geplant. Leider ist das Schloss ihrer Familie Verfall und Diebstahl preisgegeben, seit es in Privatbesitz ist.

Marie von Ebner-Eschenbach thematisiert in ihrer Prosa den Gegensatz und das Miteinander von Landadel und Dorfbevölkerung. Sie entlarvte in ihren von psychologischer Einfühlung und feiner Ironie geprägten Werken die Benachteiligung von Frauen, Adelsdünkel, Antisemitismus und ungebremsten Kapitalismus. Mit ihrem Vermögen finanzierte sie in Zdislawitz ein Armenhaus und einen Kindergarten, der als Schule bis heute steht.

»Wenn eine Frau sagt ›Jeder‹, meint sie: jedermann. Wenn ein Mann sagt ›Jeder‹, meint er: jeder Mann.«

Ihr Ehemann Moriz von Ebner-Eschenbach (1815–1898) war nicht nur als General, Ingenieur und Erfinder tätig, sondern nach seiner Pensionierung auch als Architekt und Komponist. Einige seiner Werke, darunter Vertonungen von Gedichten seiner Frau, werden bei dem Themenabend zur Aufführung gebracht.

Programm

Walzer von Moritz von Ebner-Eschenbach

Begrüßung

Empathie und Ironie. Marie von Ebner-Eschenbach –
eine (alt)österreichische Realistin

Vortrag von Daniela Strigl, Wien

– Pause –    

Lieder von Moritz von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach in Mähren
Vortrag von Eleonora Jeřábková, Brünn/Brno

Walzer von Moritz von Ebner-Eschenbach

Mit Lesungen von Originalzitaten, vorgetragen von der Schauspielerin Susanne Schroeder

Literaturtipp

Daniela Strigl: Berühmt sein ist nichts. Marie von Ebner-Eschenbach. Eine Biographie
Residenz Verlag Salzburg, 2016

Anmeldung

Für diese Veranstaltung ist online leider keine Anmeldung mehr möglich. Sie können sich aber gern telefonisch an das Österreichische Kulturforum Berlin wenden. Vielleicht ist noch der ein oder andere Platz frei:
T. +49 (0)30 20287114

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum

Lage


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