18.06.2015 , 18:00
Urania »Wilhelm Foerster«
Gutenbergstraße 71, 14467 Potsdam, Deutschland

Malgorzata Szejnert: Der Schwarze Garten

Buchpräsentation: Gespräch zwischen dem Übersetzer Benjamin Voelkel und dem Literaturwissenschaftler und Historiker Marcin Wiatr über die polnische Schule der Reportage. Eine Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung »Struktur und Architektur.

Małgorzata Szejnert erzählt die Geschichte der oberschlesischen Bergarbeitersiedlungen Gieschewald/Giszowiec und Nikischschacht/Nikiszowiec. Sie wurden ab 1907 nach den Plänen der Architekten Georg und Emil Zillmann aus Berlin errichtet. Von den Konflikten zwischen Deutschen und Polen, die sich in Oberschlesien so radikal zuspitzten wie kaum anderswo, blieben sie nicht verschont.

Der Autorin gelingt es, anhand von genau beschriebenen Details und zahlreichen Anekdoten große Zusammenhänge anschaulich und begreifbar zu machen. Dafür durchforstete sie historische Arbeiten, Archive, Zeitungen, Briefe, Erinnerungen und private Fotoalben. Sie sprach auch mit den Nachkommen der ersten Bewohner, die oft noch in den Siedlungen leben.

So entstand ein eindrucksvolles, vielschichtiges Bild der Zeit von 1907 bis heute. Für die Ende 2007 erschienene Originalausgabe erhielt die Journalistin den Cogito-Preis, die höchstdotierte polnische Literaturauszeichnung.

Benjamin Voelkel, (geb. 1980), studierte in Berlin und Moskau Polonistik, Russistik sowie ost- und südosteuropäische Geschichte. Er arbeitet als freiberuflicher Lektor (u.a. für den Suhrkamp-Verlag) und Übersetzer in Berlin und ist seit 2011 für den Aufbau des literarischen Programms im Vliegen Verlag verantwortlich. Zuletzt übersetzte er das Buch Pension von Piotr Paziński.

Marcin Wiatr (geb. 1975) war nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Pädagogik in Oppeln und Kiel von 1999 bis 2008 Bildungsreferent und zuletzt amtierender Geschäftsführer des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz/Gliwice. Seit 2011 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Historischen Seminars der TU Braunschweig im Projekt des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung »Oberschlesien und sein kulturelles Erbe« tätig.
 

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania »Wilhelm Foerster« Potsdam.

Die Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens, die das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vom 10. Mai bis 2. August 2015 im Westlichen Erweiterungsbau von Schloss Caputh zeigt.

Weitere Veranstaltungen des Begleitprogramms zur Ausstellung

Donnerstag, 21. Mai 2015, 18:00 Uhr
Wohnraum für das Existenz­minimum – oberschlesische Arbeiter­siedlungen im 20. Jahrhundert
Ein Vortrag von Irma Kozina, Kattowitz/Katowice (Polen)

Donnerstag, 28. Mai 2015, 18:00 Uhr
Oberschlesien – Industriegeschichte und Industriekultur
Ein Vortrag von Dr. Thomas Parent, Dortmund

 

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