21.05.2015 , 18:00
Urania »Wilhelm Foerster«
Gutenbergstraße 71, 14467 Potsdam, Deutschland

Wohnraum für das Existenz­minimum – oberschlesische Arbeiter­siedlungen im 20. Jahrhundert

Ein Vortrag von Irma Kozina, Kattowitz/Katowice, im Begleitprogramm der Ausstellung »Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens«

Fotoladen in der Siedlung Nikischacht

Schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelten sich in Oberschlesien Ansätze zu einer Sozialpolitik. Bereits in dieser frühen Etappe der Industrialisierung ließen Hütten- und Grubenbesitzern in Gleiwitz/Gliwice, Königshütte/Chorzów und Alt-Tarnovitz/Tarnowskie Góry Häuser oder Baracken für ihre Arbeiter errichten, um sie vor Ort zu halten.

Zu den interessantesten Beispielen des oberschlesischen Siedlungsbaus Anfang des 20. Jahrhunderts gehören die berühmten Anlagen in Nikischschacht/Nikiszowiec und Gieschewald/Giszowiec bei Kattowitz/Katowice, die kurz nach 1910 entstanden und deren Bedeutung für die Geschichte der deutschen Architektur nicht unterschätzt werden darf. Erbaut wurden sie nach Plänen der Charlottenburger Architekten Georg und Emil Zillmann. Ihre Lösungen dienten wahrscheinlich als Vorbild für die Kattowitzer Gebäude von Bruno Taut, die um 1916 errichtet wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich der Baustil des Sozialwohnungsbaus in Oberschlesien, jedoch blieben die Wohnungen weiterhin auf das funktionsbedingte Minimum reduziert. Dabei wurde deren Standard in der Anfangsphase nach 1900 von deutschen Architekten und Planern sehr hoch angesetzt.

Die Referentin

Dr. habil. Irma Kozina ist Kunsthistorikerin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Schlesischen Universität Kattowitz tätig.

Eintritt

5,– €
3,– € ermäßigt

Eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit der Urania »Wilhelm Foerster« Potsdam.

Die Vortragsreihe zur Ausstellung

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Struktur und Architektur. Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens, die das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vom 10. Mai bis 2. August 2015 im Westlichen Erweiterungsbau von Schloss Caputh zeigt.

Weitere Veranstaltungen des Begleitprogramms zur Ausstellung

Donnerstag, 28. Mai 2015, 18:00 Uhr
Oberschlesien – Industriegeschichte und Industriekultur
Vortrag von Dr. Thomas Parent, Dortmund

Donnerstag, 18. Juni 2015, 18:00 Uhr
Małgorzata Szejnert: Der Schwarze Garten
Buchpräsentation: Gespräch zwischen Benjamin Voelkel und Marcin Wiatr

 

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