27.02.2008 , 19:00

Industrielandschaft Oberschlesien – Zwei Fotoreportagen über das Gestern und Heute

Zeche Beuthen/Bytom Fotos (2):
Zabrze, das ehemalige Hindenburg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Oberschlesien im Visier« des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, dem Filmmuseum Potsdam und dem Kulturreferenten für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz

»Oberschlesische Industriegeschichte« – Vortrag von Dr. Albrecht Tyrell, ehem. Direktor des Oberschlesischen Landesmuseums, Ratingen | »Oberschlesien – das postindustrielle Kulturerbe« – Vortrag von Anke Illing und Thomas Voßbeck, freiberufliche Fotografen, Initiative europareportage, Berlin

19.00 Uhr

Wo Anfang des 19. Jahrhunderts noch Dörfer standen, leben heute fast 3 Millionen Menschen. Das Oberschlesische Industriegebiet veränderte sich wie kaum eine andere Region in Europa. Bergbau, Verhüttung und Metallverarbeitung bestimmten für lange Zeit den Puls der Wirtschaft. Heute erfordert die Globalisierung andere Technologien und Dienstleistungen.. Beide Vorträge, beide Fotoreportagen spannen den Bogen von der Zeit, als Oberschlesien zum Deutsches Reich gehörte, bis in die polnische Gegenwart. Dabei werden nicht nur Maschinen oder geschichtliche Ereignisse vorgestellt. Auch Porträts geben Einblicke in das Berufsleben und die Privatsphäre von Menschen, die heute in Kattowitz/Katowice, Beuthen/Bytom oder Gleiwitz/Gliwice leben.

Dr. Albrecht Tyrell war von 1999 bis 2006 Leiter des Oberschlesischen Landesmuseums. In dieser Zeit realisierte er ein vielfältiges und abwechslungsreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Insbesondere setzte er sich tatkräftig für den Ausbau der deutsch-polnischen Kooperationen ein.

Anke Illing und Thomas Voßbeck von der Initiative europareportage über ihre Arbeit:

»Der vielerorts zu beobachtende Strukturwandel, das Leben der Minderheiten, die ethnische und kulturelle Vielfalt in den Ländern und das Bemühen um die Bewahrung der Identität, sollen thematische Ansätze der fotografisch konzeptionellen Arbeiten sein.
In der Ausstellung »Begegnungen im Oberschlesischen Industriegebiet« stellen wir acht, in Alter und sozialer Herkunft unterschiedliche Oberschlesier an ihrem Arbeitsplatz und im Kreise ihrer Familie vor. Daneben zeigen wir eine Reihe thematisch verschiedener Einzelbilder und Serien von Stadt-, Industrielandschafts- und Architekturaufnahmen.
Aus den Erfahrungen dieses Projektes, entstand die Idee für eine neue umfassende Arbeit über den dramatischen Strukturwandel und den davon betroffenen Menschen in dieser Region. Nahezu täglich werden alte, architektonisch einmalige Industrieanlagen unwiederbringlich abgerissen oder dem Verfall preisgegeben. Eine Umnutzung und damit der Erhalt eines Teils der noch vorhandenen Architektur sind nur in wenigen Fällen möglich.
In dieser, als langfristiges Vorhaben angelegten fotografisch konzeptionellen Arbeit möchten wir uns deshalb ausführlicher mit der noch vorhandenen in oder außer Betrieb befindlichen einzigartigen Industriearchitektur befassen. Die Schönheit und das Besondere dieser Industrielandschaft, aber auch ihre zerstörende Kraft gegenüber Mensch und Natur soll Thema der Arbeit sein.«
Anke Illing, 1971 geboren, lebt und arbeitet als freiberufliche Fotografin in Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Portrait und Kulturreportage.
Thomas Voßbeck, 1969 geboren, lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Stil- und Architekturfotografie. 2004 gründeten Anke Illing und Thomas Voßbeck die Initiative europareportage.

Eintritt
3,– €uro

Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Schlagwörter

Tags: DKF-Veranstaltung

2008-02-27 19:00:00
2008-02-27 00:00:00