19.06.2015

Die vielschichtige Neuerscheinung aus dem Verlag des Deutschen Kulturforums erlebte eine nicht minder abwechslungs- und facettenreiche Buchpremiere in der Urania Potsdam.

von Florian Müller
von Florian Müller
Die vielschichtige Neuerscheinung aus dem Verlag des Deutschen Kulturforums erlebte eine nicht minder abwechslungs- und facettenreiche Buchpremiere in der Urania Potsdam.
Die vielschichtige Neuerscheinung aus dem Verlag des Deutschen Kulturforums erlebte eine nicht minder abwechslungs- und facettenreiche Buchpremiere in der Urania Potsdam. Der Übersetzer Benjamin Voelkel und der Fachlektor und Oberschlesien-Experte Marcin Wiatr stellten das Buch vor.
Der Übersetzer Benjamin Voelkel (links) und der Fachlektor Marcin Wiatr stellten das Buch <i>Der Schwarze Garten</i> in der Urania Potsdam vor.

Acht Jahre nach dem erstmaligen Erscheinen des Buches Czarny Ogród in Polen ist im Verlag des Deutschen Kulturforums die deutsche Übersetzung des Werkes von Małgorzata Szejnert erschienen. Das Buch Der Schwarze Garten ist ebenso vielfältig und abwechslungsreich wie die thematisierte Region Oberschlesien. Und genau wie die wechselhafte Geschichte Oberschlesiens lässt sich der »Schwarze Garten« nicht eindeutig kategorisieren. Die polnische Autorin erschuf im Reportagestil und mit vielen Kunstgriffen eine auf den ersten Blick paradox anmutende Mischung aus Zeitzeugenberichten, historischen Geschehnissen und belletristischen Passagen.

Die polnische Originalfassung erschien 2007, im Juni 2015 nun die deutsche Übersetzung in unserem Verlag

Die Wirkung, die diese Mischung aus verschiedenen Schreibstilen hervorruft, wird durch die geschichtliche Vielseitigkeit der Region um Kattowitz/Katowice noch verstärkt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wechselte das Industriegebiet um die Giesche-Grube mehrfach die Nationenzugehörigkeit und stand stets im Spannungsfeld zwischen den benachbarten Interessen. Der Schwarze Garten hangelt sich an persönlichen Schicksalen, Erlebnissen und der Entwicklung rund um Nickischschacht/Nikiszowiec und Giszowiec/Gieschewald durch den historischen Urwald Oberschlesiens und spiegelt auf diese Weise in einer vegleichsweise kleinen Region die Geschichte und Schicksale zweier Nationen.

Auch in sprachlicher Hinsicht zählt Der Schwarze Garten zu einem interessanten Stück deutsch-polnischer Geschichte. Der Spannungsbogen zwischen den Sprachen Deutsch, Polnisch und Oberschlesisch (»Wasserpolnisch«) mit all ihren Verwandtschaften und Verschiedenheiten geht auch in der deutschen Übersetzung nicht verloren.

Einen ersten Eindruck von dem Buch bekamen Interessenten bei einer Veranstaltung am Donnerstag, dem 18. Juni 2015, in der Urania »Wilhelm Foerster« Potsdam. Die beiden Referenten auf dem Podium – Benjamin Voelkel, der Übersetzer des Buches, und Marcin Wiatr, Literaturwissenschaftler und als Fachlektor und Oberschlesien-Spezialist am Buch beteiligt – präsentierten die druckfrische Neuerscheinung aus unserem Verlag. In einer abwechslungsreichen Lesung mit Erklärungen und Kommentaren über die Kapitel des Schwarzen Gartens gewährten die Referenten vielschichtige Einblicke in das Leben der Protagonisten und in die Geschichte der Region Oberschlesien. Das Zusammenspiel aus persönlichen Berichten einerseits und der Darstellung von Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft andererseits erzeugte eine vielschichtige Lesung – aus einem vielschichtigen Buch, dass Oberschlesier begeistern wird, aber auch Leser ohne eigenen Bezug zu dieser Region zum Nachdenken, Staunen und Schmunzeln anhält.

Das 560 Seiten starke Buch, mit über 120 originalen Fotoaufnahmen, Reproduktionen und Zeichnungenerschien im Juni 2015 in unserem Verlag und ist über den Buchhandel oder bekannte Online-Buchhändler zu beziehen.

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