Literatur

  • 08.08.2019

    Seiner Bedeutung war er sich gewiss

    Von Jochen Stahnke […] Lässt sich Max Brod ohne Franz Kafka denken? Offenbar kaum, wenn es um den Nachlass des Verwalters, Freundes und Bewahrers geht. Dabei war Brod zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts noch der weit erfolgreichere Schriftsteller. Im letzten Augenblick vor dem Einmarsch der Wehrmacht nach Prag floh Brod na ...
  • 05.08.2019

    Ausschreibung: Georg Dehio-Buchpreis 2020

    Im Jahr 2020 wird der Georg Dehio-Buchpreis zum neunten Mal vergeben. Bis zum 31. Oktober 2019 nimmt das Deutsche Kulturforum östliches Europa Vorschläge von Institutionen und Organisationen sowie von Verlagen, Wissenschaftlern und Kritikern im In- und Ausland entgegen. Mit dieser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Me ...
  • 30.07.2019

    Werner Heiduczek: Der sanfte Rebell

    Von Matthias Zwarg […] Tod am Meer von Werner Heiduczek wurde in den Buchhandlungen als Geheimtipp verkauft, kurze Zeit später sein Vertrieb nach Intervention des sowjetischen Botschafters in der DDR, Pjotr Abrassimov, verboten. Im bulgarischen Burgas legt Filmszenarist Jablonski nach einem Schlaganfall seinem Bettna ...
  • 30.07.2019

    »Abschiedssinfonie« einer Tragödie

    von Robert Dotzauer […] Mit dem Buch Böhmen hin und zurück ging sie auf die Suche nach ihrer böhmischen Heimat und wirbt für Versöhnung. 2015 vom Deutschen Kulturforum östliches Europa zur »Stadtschreiberin« der damaligen Kulturhauptstadt Pilsen ernannt, entdeckte sie das Schicksal der böhmischen Jüdin Klara ...
  • 11.07.2019

    Königsberg, Kaliningrad, Kantgrad

    Künstlerische Annäherungen an die Vergangenheit in der Stadt am Pregel ...
  • 02.07.2019

    Ein Morphinist taumelt durch die Nacht

    Von Katharina Teutsch […] Szczepan Twardoch ist Schlesier. Er wohnt mit seiner Familie in einem Ort unweit von Gleiwitz. Das Dorf Pilchowice ist seine Hajmat, wie es auf Schlesisch heißt. Unter Hitler hieß Pilchowice Bilchengrund, weil das so schön germanisch klang. Polen, Deutsche, Russen: Alle waren sie hier und benannten ...
  • 14.06.2019

    Die zweite Heimat

    von Sabine Voss […] »Ich habe über diesen Begriff vorher nie nachgedacht. Ich habe mich gar nicht gefragt, was ›Umsiedlerin‹ eigentlich heißt.« Die Romanfiguren von Peggy Mädler stammen aus Reichenberg, das heute in Tschechien liegt und Liberec heißt. Das heute verfallene ...
  • 13.06.2019

    In Samarkand, wo der Kreis das Viereck fand

    von Michael Braun […] Dank einer akribischen Erkundung von Pastiors zeichnerischem Werk durch die Stadtforscherin und Autorin Heidede Becker liegt nun eine profunde Analyse seiner bildkünstlerischen Leistungen vor. Becker hatte den damals noch unbekannten Poeten nach seiner Übersiedlung von Bukarest nach Berlin 1973 kennenge ...
  • 11.06.2019

    Die wichtigste Dramatikerin der alten Bundesrepublik

    von Matthias Heine […] Gerlind Reinshagen ist spät zum Schreiben gekommen. Sie wurde 1926 in Königsberg geboren: »Klein war zu der Zeit das Reich und bescheiden. Doch als ich, Isa Zaremba, heranwuchs, da wuchs es mit mir,« schrieb sie in der Erzählung »Isas Geschichte«, in dem Buch Zwölf Nächte. Der schmale B ...
  • 08.06.2019

    Mützenmonologe

    von Christoph Schröder […] Der Ort, an dem die Figuren unmittelbar nach Kriegsende zusammenfinden, ist das zehn Kilometer südlich von Bartoszyce gelegene Schloss Galiny, das nun unter kommunistischer Verwaltung steht: Irmgard, eine junge Deutsche, hat ihre Familie verloren und darf keinesfalls Deutsch sprechen, wenn sie übe ...
  • 27.05.2019

    80. Todestag Joseph Roths: Aus dem Leben eines Totenbeschauers

    Von Ronald Pohl Brody Die Herkunft des Dichters und Journalisten Joseph Roth ist randständig. Zur Zeit seiner Geburt 1894 zählte die galizische Stadt Brody 17.000 Einwohner, von denen rund 13.000 Menschen jüdischen Glaubens waren. Roth trat zeitlebens für die Belange des Ostjudentums ein. Er schrieb über Galizien ...
  • 17.05.2019

    In einem Zug

    Von Jaroslav Rudiš […] Mein Europa, das sind auch all die Eisenbahner, die davon einiges wissen und beim Bier auch davon erzählen. Zum Beispiel in der Bahnhofsgaststätte in Liberec, in Reichenberg in Nordböhmen, die alles überstanden hat. In Liberec fertigte mein Onkel die Züge als Fahrdienstleiter ab. Sein Bahnhof hat v ...
  • 17.05.2019

    Die Journalistin und Kafka-Übersetzerin Milena Jesenská

    Von Doris Liebermann […] Sie schrieb über Mode, Lebensstil, Architektur, lernte den Bauhaus-Architekten Jaromír Krejcar kennen und bekam von ihm eine Tochter. 1931 trat sie der Kommunistischen Partei bei, konnte sich der Parteiraison aber nicht unterwerfen. Weil sie die Rechtmäßigkeit der stalinistischen Schauprozesse in M ...
  • 15.05.2019

    Peggy Mädler: Wohin wir gehen

    »Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der 1940er Jahre, sind beste Freundinnen. Als Almuts Vater überraschend stirbt und ihre Mutter Selbstmord begeht, nimmt Rosas Mutter, eine deutsche Kommunistin und Antifaschistin, die nach dem Krieg wie alle Deutschen die Tschechoslowakei verlassen muss, beide Mädchen mit nach Brandenburg. Sie tei ...
  • 09.05.2019

    »Swinemünde war, als wir Sommer 1827 dort einzogen, ein unschönes Nest …«

    Von Erwin Rosenthal Im Jahre 2019 feiern wir den 200. Geburtstag Theodor Fontanes. Das Land Brandenburg plant unter dem Motto »fontane.200« gar ein ganzes Theodor-Fontane-Jahr. Ohne Zweifel hat der Schriftsteller mit seinem mehrbändigen Werk Wanderungen durch die Mark Brandenburg dem Land ein literarisches Denkmal g ...
  • 08.05.2019

    Der Fontane-Literaturpreis 2019 geht an Peggy Mädler

    […] In der Begründung der Jury heißt es: »Wohin wir gehen ist ein schmales Buch – und doch steckt in ihm ein ganzes Jahrhundert. […] Drei Generationen, drei Freundinnenpaare. Geprägt sind ihre Lebensgeschichten von Brüchen und Veränderungen, ausgelöst durch Krieg, Vertreibung und wechselnde politische Systeme bei den einen, dur ...
  • 25.03.2019

    Dörthe Binkert: Vergiss kein einziges Wort

    »In den Geschichten von Martha, Maria und Magda im schlesischen Gleiwitz spiegelt sich die Geschichte einer Grenzregion wider: die Geschicke von Deutschen, Polen und Tschechen, Christen und Juden, die liebten und hassten, Familien gründeten und einander verließen, vertrieben wurden und sich wiederbegegneten. Dörthe Binkert spannt gekonnt ...
  • 22.03.2019

    Kateřina Tučková: Gerta

    »Das Mädchen Gerta wächst in der zweisprachigen Familie Schnirch im mährischen Brünn auf. Die Mutter ist Tschechin, der Vater ist Deutscher und wie der Bruder ein Anhänger Hitlers. Mit der Errichtung des deutschen Protektorats 1938 zerfällt die Familie wie die Gesellschaft in einen tschechischen und einen deutschen Teil. Die Mutter stirbt und ...
  • 21.03.2019

    Ein Zipfelchen von Wahrheit

    von Susanne Lenz […] Drei Millionen Deutsche wurden vertrieben, 250 000 durften bleiben, allerdings hatten sie nicht die vollen Bürgerrechte. Gerta ist eine von ihnen. Jahrelang lebt sie als Zwangsarbeiterin auf dem Land, bis sie nach Brünn zurückkehrt. Und wenn Kateřina Tučková beschreibt, wie das Leben dieser Deutschen ...
  • 20.03.2019

    Verlust und Wiedergewinnung der Mitte

    Von Andreas Breitenstein […] Mit der von der deutschen Romantik induzierten Entwicklung des tschechischen Nationalismus einher ging ein bedeutender kultureller Aufschwung, es entstanden das Nationalmuseum und das Nationaltheater. Um 1860 verlor die deutschsprachige Bevölkerung die demografische Mehrheit, die sie seit dem Mitt ...
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