13.10.2018 , 17:00
Donauschwäbisches Zentralmuseum
Schillerstraße 1, 89077 Ulm, Deutschland

Donauschwäbische Zeitzeugen erzählen

Filmserie geht online – Premiere mit der Filmemacherin Astrid Beyer sowie den Zeitzeugen Josef Franz Thiel und Eva Linzner

Zwanzig Zeitzeugen und Zeitzeuginnen, vierzig Stunden Material, eine Reise durch Süddeutschland, Ungarn, Rumänien, Serbien und Kroatien. Das Donauschwäbische Zentralmuseum geht neue Wege in der Befragung von Zeitzeugen und in der Beschäftigung mit Vergangenheit.

Anfangs waren Interviews mit der Erlebnisgeneration des Zweiten Weltkriegs angedacht, doch das war Filmemacherin Astrid Beyer zu begrenzt. Zusammen mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum erarbeitete sie ein Konzept, das generationenübergreifende Gespräche mit der Erlebnisgeneration sowie deren Kindern, Enkeln und Urenkeln zuließ, die in sehr unterschiedlichen Systemen aufwuchsen.

So wurde eine umfassende Dokumentation über Lebenswege und -perspektiven mehrerer Generationen geschaffen. Sie dient dem DZM als Fundus zur wissenschaftlichen Auswertung und wird in die Neugestaltung des Museums mit einfließen.

Erstmals sind nun Ausschnitte aus diesem umfangreichen, mehrere Jahrzehnte dokumentierenden, Filmmaterial zu sehen. Es entstanden vier Kurztrailer für Facebook und YouTube sowie vier vertiefende Filme in einer Länge von 15 bis 25 Minuten. Die Filme sind dokumentarisch geschnitten und erzählen durch die Protagonisten Geschichte und Geschichten. Es gibt keinen Kommentarton. Die Filmmusik wurde von einem der Zeitzeugen, Filip Krumes, für das Projekt komponiert.

Programm

Filmpremiere mit

  • Astrid Beyer, Stuttgart, Filmemacherin
  • Josef Franz Thiel, Frankfurt, Zeitzeuge
  • Eva Linzner, Laupheim, Zeitzeugin

 

Die vierteilige Serie im Überblick

In Teil 1, Titel »Verlust – Kindheit im Krieg«, schildern Menschen der 1930er Jahrgänge den Einbruch von Gewalt in ihre kindliche Lebenswelt. Es sind Erlebnisse, die sie ein Leben lang nicht loslassen und deren Erfahrung sie an die nächste und nachfolgende Generation weitergeben.

Teil 2 »Auf der Suche« widmet sich der Neu- und Umgestaltung des Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg. Es ist eine mühsame Integration für die Deutschen aus dem südöstlichen Europa. Obwohl sie Deutsch sprechen und Christen sind, droht man damit »Häuser anzuzünden, wenn man mir einen Flüchtling reinsetzt«

Im dritten Teil »Gehen oder Bleiben« sprechen die Protagonisten über die Gründe ihrer Übersiedlung in den Westen bzw. des Verbleibens im Osten. Ständige Willkür in der Ceauşescu Diktatur war der Auslöser für die Flucht oder Übersiedlung der Deutschen aus Rumänien in den Westen, während zur selben Zeit die Situation der Deutschen in Ungarn und dem damaligen Jugoslawien weniger prekär war.

Im vierten und letzten Film »Blick nach vorn« setzen sich Kinder und Enkel mit ihrem familiären Erbe auseinander. Ihre Gegenwart in Deutschland und Südosteuropa ist vielfältig und sie beschäftigen sich bewusst mit ihren deutschen Wurzeln, Traditionen und überlieferten Erzählungen.

Online

Am Donnerstag, dem 11. Oktober 2018, geht das Donauschwäbische Zentralmuseum mit dem ersten Film »Verlust – Kindheit im Krieg« online. Bis zum 1. November 2018 starten jeweils donnerstags die weiteren Folgen auf YouTube und facebook. Weitere Informationen www.dzm-museum.de.

Trailer

Der Trailer zum ersten Film 1 »Verlust – Kindheit im Krieg« hier auf Youtube

Eintritt

frei

Eine Veranstaltung des Donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm

Lage


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