14.06.2018 , 18:00
Synagoge zum Weißen Storch | Synagoga Pod Białym Bocianem
Pawła Włodkowica 5, 50-072 Wrocław, Polen

Im Fluss der Zeit

Jüdisches Leben an der Oder. Eröffnung der deutsch-polnischen Wanderausstellung

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.

Programm

18:00 Uhr
Feierliche Eröffnung der Ausstellung

20:00 Uhr
Wallstrasse 13
Szenische Lesung im Anschluss an die Ausstellungseröffung

Wallstrasse 13 erzählt in einer szenischen Collage die Geschichte jüdischer Bürger im deutschen Breslau wie im polnischen Wrocław zwischen den Jahren 1930 und 1968. Die polnische Jüdin Barbara kehrt nach dem Ende des kommunistischen Regimes in ihr Elternhaus in der Wallstraße 13 zurück. Hier hatte sie ihre Kindheit verbracht, und von hier war sie zusammen mit ihrer Mutter nach den antisemitischen Repressionen der kommunistischen Machthaber und einer neuerlichen Pogromstimmung 1968 ins liberalere Ausland geflüchtet. Mit Hilfe von alten Fotografien, Briefen und Dokumenten begibt sie sich auf eine Erinnerungsreise in die Familiengeschichte, die auch das Schicksal einer zunächst unbekannten deutschen Jüdin umfasst, die vor dem Krieg im selben Haus gelebt hatte: Leontine Dambitsch. weitere Informationen

Mit freundlicher Unterstützung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland

Dauer der Ausstellung

15. Juni bis 30. August 2018

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, realisiert in Zusammenarbeit mit:

  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Uniwersytet Wrocławski
  • Stowarzyszenie Historyczno-Kulturalne »Terra Incognita«
  • Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej im. Alfa Kowalskiego
  • Fundacja Bente Kahan

Weitere Informationen zu dieser Wanderausstellung hier

Lage


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