08.12.2017 , 19:00
Haus Schlesien – Eichendorffsaal
Dollendorfer Straße 412, 53639 Königswinter-Heisterbacherrott

Wir sind Juden aus Breslau

Dokumentarfilm über überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933. Mit einer Einführung der Regisseurin Karin Kaper

Jüdische Schulklasse in Breslau, 1938

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa.

 

Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wrocław. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

Einführung

Karin Kaper, die für ihren Film den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen erhalten hat und für das kommende Jahr von den drei größten Kinematheken Israels eingeladen wurde den Film in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa zu präsentieren, ist anwesend und wird eine Einführung in das erfolgreiche Filmprojekt geben.

 

Eintritt

5,– Euro
2,50 Euro ermäßigt für Mitglieder des Vereins HAUS SCHLESIEN e.V. sowie Schüler und Studenten

Buch und Regie
Karin Kaper und Dirk Szuszies

Filmplakat

Protagonisten
Esther Adler
Gerda Bikales
Anita Lasker-Wallfisch
Renate Lasker-Harpprecht
Walter Laqueur
Fritz Stern
Guenter Lewy
David Toren
Abraham Ascher
Wolfgang Nossen
Eli Heyman
Mordechai Rotenberg
Max Rosenberg
Pinchas Rosenberg
sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Breslau/Wrocław

Musik
Bente Kahan
Simon Wallfisch
Patrick Grant
Carlo Altomare

Projektkoordination
Maria Luft

Wissenschaftliche Beratung
Katharina Friedla

Deutsche Film- und Medienbewertung – FBW
Prädikat Wertvoll

FSK
ab 12 Jahre

Länge
108 Minuten

Produktion und Eigenverleih des Films wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Viele weitere Stiftungen und Institutionen haben sich ebenfalls finanziell an der Produktion beteiligt. Alle Infos dazu auf der Homepage des Films: www.judenausbreslaufilm.de

Trailer

 

 

Pressestimmen

»Ein filmisches Denkmal, erschütternd und erhellend. Um das Aufeinandertreffen der letzten Zeugen mit den Mädchen und Jungen von heute ziehen die Filmemacher Kaper und Szuszies ihre behutsamen Kreise: von Breslau einst und jetzt, von Orten der Emigration mit Szenen auch aus Israel, den USA oder Frankreich, im Wechsel zwischen historischen und aktuellen Aufnahmen, Einzelinterviews, Dialogen mit den Jugendlichen und erstaunlichen Begegnungen.«
Peter von Becker, Tagesspiegel

»Mit der Veränderung des politischen Klimas in Polen hat der Antisemitismus dort neuen Auftrieb bekommen, und indem sie auch davon in ihrem Film erzählen, geben die Filmemacher ihm noch mehr Tiefe und Dringlichkeit.«
Wilfried Hippen, taz

»Zeugnis gegen die Unverbesserlichen. Es wird alles gesagt. Geschont wird niemand. Und das ist gut so.«
Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung

»›Wir sind Juden aus Breslau‹ ist ein Kaleidoskop an ergreifenden, sprachlos machenden Einzel- und Familienschicksalen, die der Film klug, mitreißend und zu keiner Sekunde langatmig, miteinander verwebt.²
Björn Schneider, Spielfilm.de

»In vierzehn Lebensläufen entsteht eine Reise um die halbe Welt. Eine bewegende, perspektivenreiche Dokumentation. Dieses Zusammentreffen der Zeitzeugen ist einmalig. Der Film nimmt einen gefangen.«
Dorothee Tackmann, Programmkino.de

Eine Veranstaltung von Haus Schlesien in Zusammenarbeit mit der Bente-Kahan-Stiftung in Wrocław. Unter der Schirmherrschaft von Rafał Dutkiewicz, Stadtpräsident von Wrocław, und Władysław Bartoszewski, Bevollmächtigter des Premierministersin Angelegenheiten des Internationalen Dialogs (posthum)

2017-12-08 19:00:00
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