23.01.2011 - 20.03.2011
Schloss Strünkede
Karl-Brandt-Weg 5, 44629 Herne, Deutschland

»Von Kohle gezeichnet. Frauen im Bergbau«

Ausstellung mit Fotografien von Dariusz Kantor

1944 arbeiteten im Ruhrkohlenbergbau rund 14.200 Frauen bei einer Gesamtbelegschaft von rund 243.000. Im oberschlesischen Steinkohlenbergbau waren es zur gleichen Zeit rund 14.500 von insgesamt rund 239.000. Auch die Belegschaftszahlen der Frauen im Bergbau waren zur damaligen Zeit also fast gleich, die Geschichten dahinter ähnlich. Der Unterschied ist, dass diese Zahlen und Geschichten im Ruhrgebiet längst Historie sind, in Oberschlesien aber immer noch Realität. Bevor diese Realität auch dort verschwindet, hat der polnische Fotograf Dariusz Kantor sie in 43 Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten. Kantor – selbst Wanderer zwischen den Regionen – zeigt mit großer dokumentarischer und emotionaler Kraft die Arbeit der Frauen in den oberschlesischen Kohlenaufbereitungsanlagen der Jahre 2002 – 2004. »Die Form ist ein Teil der Hommage«, begründet der Bildautor die fast edle Präsentation einer Arbeitswelt, die von Dreck, Lärm und Dunkelheit geprägt ist. Im Schloss Strünkede in Herne findet diese Hommage einen eindrucksvollen neuen Ort.

Dariusz Kantor wurde 1967 in Zabrze geboren und wuchs in Bytom auf. Sein Vater arbeitete 40 Jahre lang im Bergbau, 16 Jahre davon unter Tage. Der Sohn schlug einen anderen Weg ein und lebt heute als freier Fotograf im Ruhrgebiet.

Trotz dieser persönlichen Nähe zum Bergbau erfuhr Dariusz Kantor erst im Jahre 2001 davon, dass in den Gruben Oberschlesiens auch Frauen beschäftigt werden. Gegen mancherlei Schwierigkeiten, in Begleitung von Vorarbeitern oder anderen Aufsichtspersonen und fast immer unter Zeitdruck, konnte Kantor zwischen 2002 und 2004 auf zwölf oberschlesischen Gruben fotografieren.

Die Frauen in den Kohlenaufbereitungsanlagen fanden sein Anliegen mitunter seltsam, ließen ihn aber gewähren; nur wenige entzogen sich ganz. Zu eingehenden Gesprächen mit ihnen kam es aus Zeitmangel nur selten. Dass er auf einer Grube dennoch die Gelegenheit dazu fand, verdankt er der besonderen Unterstützung des verantwortlichen Bergwerkdirektors – und natürlich der Bereitschaft der Arbeiterinnen, über sich zu sprechen.

Dariusz Kantor ist Autodidakt. Er realisiert seine Projekte ausschließlich in Schwarz-Weiß unter Verwendung konventioneller Aufnahme- und Verarbeitungstechniken. Magazine der größten polnischen Tageszeitungen, die Przekroj und die Schweizer DU haben seine Fotoreportagen veröffentlicht. Seine Bilder fanden Aufnahme in den Sammlungen des Deutschen Bergbaumuseums und des LWL-Industriemuseums.

Zur Ausstellung ist ein Bildband (29,80 Euro) mit einer zweisprachigen Reportage erschienen, die den Arbeiterinnen das Wort gibt – und ein Gesicht.

Eintritt

2,00 € Erwachsene
0,50 € Kinder oder Jugendliche sowie Schüler und Schülerinnen

»Von Kohle gezeichnet. Frauen im Bergbau«
Weitere Informationen auf den Internet-Seiten der Martin Opitz Bibliothek

Eine Ausstellung der Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek in Zusammenarbeit mit dem Emschertal-Museum (Herne)

Lage


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